• 28.01.2010, 10:01:15
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Stöger gibt Startschuss für "Nationalen Aktionsplan Ernährung"

Gesundheitsminister: "Die gesündere Wahl sollte die leichtere sein"

Wien (OTS) - "Wenn die Ernährung verbessert wird, können viele
Lebensjahre in Gesundheit dazu gewonnen werden. Es muss daher Ziel
der Gesundheitspolitik sein, dass die gesunde Wahl die leichtere
wird." Mit diesen Worten umreißt Gesundheitsminister Alois Stöger das
Ziel des "Nationalen Aktionsplans Ernährung", kurz "NAP.e". Einen
Entwurf des NAP.e präsentierte Stöger heute Donnerstag bei einer
Pressekonferenz gemeinsam mit Univ.-Prof. Ibrahim Elmadfa, Leiter des
Instituts für Ernährungswissenschaften der Uni Wien und Univ.-Doz.
Ingrid Kiefer, Leiterin des Kompetenzzentrums Ernährung der AGES.
"Verbesserungen im Ernährungsbereich nutzen nicht nur jedem Einzelnen
durch den Zugewinn an Wohlbefinden, Lebensqualität und Jahren in
Gesundheit, sondern helfen auch mit, die Qualität im Gesundheitswesen
in Zeiten der knappen Budgets zu erhalten", so Stöger.

Der heute vorgestellte Konsultationsentwurf zum NAP.e soll einen
strukturierten Dialog ermöglichen. "Ohne die Einbeziehung des
wertvollen Erfahrungsschatzes von Expertinnen und Experten aus der
Praxis ist eine langfristige Weichenstellung nicht möglich", betont
Gesundheitsminister Stöger. Daher wird der Entwurf des Nationalen
Aktionsplans Ernährung in den kommenden drei Monaten einem breit
angelegten Konsultationsverfahren unterzogen, an dem nationale
Experten/-innen, Stakeholder, Interessensvertretungen und Behörden
teilnehmen. "Bis Ende des Jahres soll der bestmögliche Nationale
Aktionsplan Ernährung für unser Land stehen", so Stöger. Der Entwurf
steht ab sofort unter www.bmg.gv.at zum Download bereit, wo auch die
Stellungnahmen deponiert werden können.

Mit dem NAP.e sollen praxisbezogene und realisierbare Maßnahmen
entwickelt werden, durch die schrittweise eine Umstellung der
Ernährungsgewohnheiten als Teil eines gesunden Lebensstils der
Österreicherinnen und Österreicher erreicht wird. "Ein breiter Ansatz
zur Veränderung der Ernährung hin zu einem ausgewogenen
Ernährungsstil ist notwendig. Es muss nicht nur das Lebensmittel- und
Speisenangebot systematisch verbessert werden, es muss auch breit und
auf mehreren Ebenen Ernährungsbildung erfolgen", betont Stöger. Es
bedürfe sowohl neuer gesetzlicher Regelungen wie der
trans-Fettsäuren-Verordnung, "vieles ist aber nicht durch Gesetze
veränderbar, sondern nur durch gemeinsame Anstrengungen und
verbindliche Vereinbarungen."

Dass Verbesserungen notwendig sind, zeigte zuletzt der
Österreichische Ernährungsbericht: Generell wird hierzulande zu fett
und zu salzig gegessen. "Bei der derzeitigen Lebensmittelauswahl
nehmen vor allem Kinder und Jugendliche zuviel Fett und Zucker zu
sich", sagt Elmadfa: "Bei den Männern ist die Cholesterin-Aufnahme zu
hoch." Die Herausforderung bestehe darin, Über- und Fehlernährung im
Allgemeinen, aber auch Mangelernährung bei besonderen Zielgruppen wie
alten oder chronisch kranken Menschen vorzubeugen. "Gerade bei
Nährstoffen wie Folsäure, Calcium und Vitamin D entspricht die Zufuhr
nicht den Empfehlungen", betont Elmadfa.

Welchen Einfluss Ernährung auf die Entwicklung bestimmter Krankheiten
hat, lässt sich am Beispiel von Obst und Gemüse zeigen: Schätzungen
der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge sind in Europa
Krebserkrankungen des Verdauungstrakts, ischämische Herzerkrankungen
und Schlaganfälle zu einem wesentlichen Prozentsatz auf den zu
geringen Obst- und Gemüseverzehr zurückzuführen. "Auf der anderen
Seite kann eine zusätzliche Portion Obst und Gemüse pro Tag das
Risiko für koronare Herzerkrankungen um vier Prozent und das Risiko
für Schlaganfall um fünf Prozent senken", so Kiefer.

Geänderte Verhältnisse ändern Verhalten

"Der Nationalen Aktionsplan Ernährung soll langfristig zu mehr
Gesundheit und Lebensqualität in der österreichischen Bevölkerung
führen" sagt Gesundheitsminister Alois Stöger. Neben der Förderung
eines gesunden Ernährungsverhaltens sind Strukturen, die ein besseres
Ernährungs- und Gesundheitsverhalten ermöglichen, entscheidend. "Der
Nationale Aktionsplan Ernährung konzentriert sich daher auf vier
umfassende Aktionsfelder, in denen entsprechende Maßnahmen notwendig
sind", erklärt Kiefer: "Dabei handelt es sich um die Stärkung des
Bereichs Ernährung im Gesundheitswesen und im öffentlichen Bereich,
um die Durchführung integrierter Maßnahmen zur Gesundheitsförderung
und Prävention von ernährungs- und lebensstilassoziierten
Erkrankungen, um den Ausbau der Datenbasis für eine evidenzbasierte
Vorgehensweise und Qualitätskontrolle sowie um die Förderung von
Netzwerken auf lokaler, regionaler, nationaler und internationaler
Ebene." Wesentlich sei eine evidenzbasierte und
zielgruppenorientierte Vorgehensweise.

Beispiele für Maßnahmen zur Prävention ernährungsassoziierter
Erkrankungen sind das kürzlich vorgestellte Projekt "Richtig essen
von Anfang an", dessen Ziel leicht und transparent zugängliche
Ernährungs-Information für Schwangere und Stillende ist, oder ein
Gütezeichen für "Baby Friendly Hospitals". Die Vereinheitlichung
österreichischer Beikostempfehlungen oder lebensmittelbasierte
Ernährungsempfehlungen könnten wiederum wertvolle Impulse auf dem
Gebiet der Ernährungsbildung liefern.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Gesundheit, Radetzkystraße 2, 1030 Wien
Thomas Geiblinger, Pressesprecher
Tel.: +43/1/71100-4505 , Fax: +43/1/71100-14304
mailto:[email protected]
http://www.bmg.gv.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/52

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