Stöger: Qualität durch Solidarität im Gesundheitswesen

Solidarische Krankenversicherung als kollektives Schutzsystem

Wien (OTS/SK) - "Ein Gesundheitssystem mit einer Qualität, wie wir sie kennen, ist nur so stark, weil es ein solidarisches System ist", sagte Gesundheitsminister Alois Stöger am Dienstagabend bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Solidarisch aus der Krise - Rezepte für eine gesunde Wirtschaft und Gesellschaft". Das System sei solidarisch in Finanzierung und Verteilung und "Solidarität rechnet sich", betonte Stöger. Österreich sei das einzige Land Europas, das auch in der Krise zusätzliche Steuermittel in die solidarische Krankenversicherung investiert hat. ****

Internationale Studien zeigen, dass das Gesundheitswesen dort, wo ein solidarisches System vorherrscht, von besserer Qualität und auch kostengünstiger ist. In Österreich werden 10,3 Prozent des BIP für das Gesundheitswesen aufgewendet. "Damit ist Österreich unter den Top fünf weltweit, was den Zugang der Bevölkerung zu Gesundheitsversorgung betrifft", so Stöger. In den USA hingegen werden 17 Prozent des BIP für das Gesundheitswesen aufgewendet, aber 50 Millionen Menschen haben dennoch keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung, weitere 100 Millionen einen zu geringen. "Solidarität rechnet sich, denn ein Individuum hat keine Chance, das Gesundheitswesen zu steuern und zu gestalten", betonte der Gesundheitsminister.

Krankenversicherung ist kollektives Schutzsystem

Als Beispiel für Solidarität nannte Stöger einen Fall aus seiner Zeit als Obmann der OÖGKK. Unter den zehn teuersten Patienten befand sich ein zweijähriges Mädchen, das Gesundheitsleistungen um 100.000 Euro pro Jahr benötigte. "Welchen Beruf und welches Einkommen hätten seine Eltern haben müssen, um diesen Betrag oder auch nur Selbstbehalte zu bezahlen?", gab Stöger zu bedenken. "Schutz und Sicherheit für Individuen gibt es nur in solidarischen Systemen. Die solidarische Krankenversicherung ist ein solches kollektives Schutzsystem", sagte der Gesundheitsminister. 80 Prozent der Ausgaben im Gesundheitswesen entfallen auf 20 Prozent der Menschen. Ein bis zwei Prozent der Versicherten, vor allem behinderte und schwerst kranke Menschen, nehmen ein Viertel der Leistungen in Anspruch.

Die Diskussion fand im Rahmen einer Buchpräsentation der GPA statt. Präsentiert wurden "Kooperation statt Konkurrenz. 10 Schritte aus der Krise" von Christian Felber (Attac) und "Zukunft Gesundheit. So retten wir unser soziales System" von Martin Rümmele, Gesundheitsjournalist. Gesundheitsminister Stöger, die Psychoanalytikerin und Juristin Rotraud A. Perner sowie die Autoren beteiligten sich an der Diskussion. (Schluss) bj

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