- 27.01.2010, 09:02:41
- /
- OTS0037 OTW0037
Stöger: Qualität durch Solidarität im Gesundheitswesen
Solidarische Krankenversicherung als kollektives Schutzsystem
Wien (OTS/SK) - "Ein Gesundheitssystem mit einer Qualität, wie wir
sie kennen, ist nur so stark, weil es ein solidarisches System ist",
sagte Gesundheitsminister Alois Stöger am Dienstagabend bei einer
Podiumsdiskussion zum Thema "Solidarisch aus der Krise - Rezepte für
eine gesunde Wirtschaft und Gesellschaft". Das System sei solidarisch
in Finanzierung und Verteilung und "Solidarität rechnet sich",
betonte Stöger. Österreich sei das einzige Land Europas, das auch in
der Krise zusätzliche Steuermittel in die solidarische
Krankenversicherung investiert hat. ****
Internationale Studien zeigen, dass das Gesundheitswesen dort, wo
ein solidarisches System vorherrscht, von besserer Qualität und auch
kostengünstiger ist. In Österreich werden 10,3 Prozent des BIP für
das Gesundheitswesen aufgewendet. "Damit ist Österreich unter den Top
fünf weltweit, was den Zugang der Bevölkerung zu
Gesundheitsversorgung betrifft", so Stöger. In den USA hingegen
werden 17 Prozent des BIP für das Gesundheitswesen aufgewendet, aber
50 Millionen Menschen haben dennoch keinen Zugang zur
Gesundheitsversorgung, weitere 100 Millionen einen zu geringen.
"Solidarität rechnet sich, denn ein Individuum hat keine Chance, das
Gesundheitswesen zu steuern und zu gestalten", betonte der
Gesundheitsminister.
Krankenversicherung ist kollektives Schutzsystem
Als Beispiel für Solidarität nannte Stöger einen Fall aus seiner
Zeit als Obmann der OÖGKK. Unter den zehn teuersten Patienten befand
sich ein zweijähriges Mädchen, das Gesundheitsleistungen um 100.000
Euro pro Jahr benötigte. "Welchen Beruf und welches Einkommen hätten
seine Eltern haben müssen, um diesen Betrag oder auch nur
Selbstbehalte zu bezahlen?", gab Stöger zu bedenken. "Schutz und
Sicherheit für Individuen gibt es nur in solidarischen Systemen. Die
solidarische Krankenversicherung ist ein solches kollektives
Schutzsystem", sagte der Gesundheitsminister. 80 Prozent der Ausgaben
im Gesundheitswesen entfallen auf 20 Prozent der Menschen. Ein bis
zwei Prozent der Versicherten, vor allem behinderte und schwerst
kranke Menschen, nehmen ein Viertel der Leistungen in Anspruch.
Die Diskussion fand im Rahmen einer Buchpräsentation der GPA
statt. Präsentiert wurden "Kooperation statt Konkurrenz. 10 Schritte
aus der Krise" von Christian Felber (Attac) und "Zukunft Gesundheit.
So retten wir unser soziales System" von Martin Rümmele,
Gesundheitsjournalist. Gesundheitsminister Stöger, die
Psychoanalytikerin und Juristin Rotraud A. Perner sowie die Autoren
beteiligten sich an der Diskussion. (Schluss) bj
Rückfragehinweis:
SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/impressum
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/195
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NSK






