Wehsely: Gesundheit ist wesentlicher Teil der Sozialpolitik!

Wiens Gesundheits- und Sozialstadträtin auf den Spuren von Julius Tandler

Wien (OTS/SPW) - "Es ist ganz besonders wichtig, dass Gesundheitspolitik nicht für sich alleine steht, sondern als wesentlicher Teil der Sozialpolitik begriffen wird. Damit die Gesellschaft ein Stück weit gleicher wird!", betonte Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely zum Auftakt der Diskussionsveranstaltung "Tandler 2010 - Gesundheit als Teil der Sozialpolitik" am Mittwochabend im Wiener SPÖ-Bildungszentrum. Im Gespräch mit Marcus Schober, dem Wiener SPÖ-Bildungssekretär, stellte sie aktuelle Entwicklungen in der Gesundheits- und Sozialpolitik dar und diskutierte mit zahlreichen Interessierten über zukünftige Vorhaben, wie das Krankenhaus Nord oder das Wiener Geriatriekonzept.****

Seit den Anfängen der Sozialdemokratie, seit Victor Adler und Julius Tandler, verstehen SozialdemokratInnen Gesundheitspolitik als Teil der Sozialpolitik. Dieses Verständnis sei "ursozialdemokratisch", so Wehsely: "Julius Tandler hat erkannt, dass soziale Verhältnisse der Grund für viele Krankheiten sein können. Armut macht krank - das gilt auch heute noch." So würden Statistiken zeigen, dass etwa MigrantInnen im Durchschnitt einen deutlich schlechteren Gesundheitsstand hätten, da sie oft sozial schwächer gestellt sind. "Sozialpolitik muss weiter gefasst werden. Und gerade der Zugang zum Gesundheitswesen für alle ist ein wichtiges Element unserer Sozialpolitik!", unterstrich Wehsely und fügte hinzu: "Die Sozialdemokratie will, dass es möglichst wenige Bereiche gibt, wo nicht alle Menschen Zugang haben! Dazu gehören eben Gesundheitsleistungen, aber zum Beispiel auch das Wiener Ferienspiel, das Opern-Filmfestival am Rathausplatz oder der Gratis-Kindergarten. Als SozialdemokratInnen müssen wir uns überlegen: Was können wir tun, damit möglichst viele Menschen, unabhängig von ihrem Einkommen, möglichst große Chancen haben?"

Ausblick: Spitalsreform und Wiener Geriatriekonzept "In Wien wollen wir Strukturen im Spitalsbereich schaffen, die betriebswirtschaftlich sinnvoll sind und gleichzeitig Arbeitsplätze sichern", so Wehsely im Hinblick auf die große Spitalsreform. "Mit dem Krankenhaus Nord wird einerseits Versorgungssicherheit für die Bevölkerung und werden andererseits bessere betriebswirtschaftliche Strukturen für Wiens Spitäler geschaffen." In diesem Zusammenhang wies Wehsely auch auf den kürzlich erschienenen Kontrollamtsbericht hin, der dem Projekt einen sehr guten Befund ausstellt. Auch im Bereich der Pflege wird es mit der Umsetzung des Wiener Geriatriekonzeptes wesentliche Neuerungen geben, so die Stadträtin: "Die Zahl der Pflegebedürftigen wird steigen, die informelle Pflege durch Verwandte hingegen zurück gehen. Daher hat die Stadt die Aufgabe für all jene, die Bedarf haben, die Pflegeformen zur Verfügung zu stellen, die sie brauchen. Das beginnt im ambulanten Bereich und geht über betreute Wohnformen bis hin zu den neuen Pflegewohnhäusern." Auf eine Publikums-Frage nach der zukünftigen Finanzierung des Gesundheitssystems antwortete Wehsely: "In Österreich ist Vermögen deutlich niedriger besteuert als in vielen anderen europäischen Ländern. Um eine gesellschaftspolitische Diskussion zum Thema Umverteilung werden wir daher in Zukunft nicht herumkommen."

Die Abschlussfrage von Marcus Schober bezog sich dann noch auf die nähere Zukunft, nämlich wo Wehsely die Sozialdemokratie bei der Wien-Wahl im Oktober sehe: "Ich sehe die Wiener SPÖ am 10.10. um diese Zeit bei einem rauschenden Fest, weil es uns gelungen ist, die stabilen Verhältnisse in dieser Stadt zu halten", zeigte sich Wehsely zuversichtlich. Nachsatz: "Ich würde sehr gerne die Gelegenheit haben, die geplanten Maßnahmen umzusetzen - ohne dabei ständig von einem Koalitionspartner gebremst zu werden!" (Schluss)lk

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