Raymond Pettibon erhält Oskar Kokoschka - Preis 2010

Wien (OTS) - Der US-amerikanische Künstler Raymond Pettibon wurde 1957 in Tucson, Arizona als Raymond Ginn geboren. Zunächst studierte er Wirtschaftswissenschaften und Mathematik, entschied sich dann aber für die künstlerische Arbeit. Er illustrierte Fanzines, über 100 selbst gemachte Heftchen im A5-Format, die inzwischen als Raritäten hoch gehandelt werden. Vertrieben wurden sie über die Plattenfirma seines Bruders Greg Ginn. Einem größeren Publikum wurde er durch die Gestaltung von Plattencovers für Punkbands wie Black Flag, Minutemen oder Sonic Youth bekannt.

Seine Arbeiten weisen motivisch wiederkehrende Merkmale, neu kontextualisiert und kombiniert, aus Religiosität, Sport oder Darstellungen von Jesus oder Stalin, auf. Auch sind Erhabenes (Jesus) und Banal-Alltägliches (Sportelemente) miteinander kombiniert.

Pettibon hatte Einzelausstellungen u.a. im Museum of Contemporary Art, Los Angeles, im Philadelphia Museum of Art und bei der Whitney-Biennale. In Österreich waren Arbeiten des Künstlers 2007 in der Kunsthalle Wien zu sehen.

2004 erhielt Pettibon den Whitney Biennial Bucksbaum Award und 2001 den Wolfgang-Hahn-Prize des Ludwig Museums in Köln. 2002 nahm er an der Documenta11 teil, bei der er durch eine den ganzen Raum einnehmende Collage zum 11. September 2001 Aufsehen erregte.

Der Künstler lebt und arbeitet im kalifornischen Hermosa Beach.

Raymond Pettibon wurde von der Jury bestehend aus Rektor Dr. Gerald Bast (Vorsitzender), Sektionschef Mag. Friedrich Faulhammer (BM für Bildung,Wissenschaft und Kultur/Sektion Universitäten und Fachhochschulen, vertreten durch Dr. MinR Peter Seitz) , em.o. Univ.-Prof. Arch. Mag. arch. Hans Hollein (Präsident des Österreichischen Kunstsenats), Direktor Prof. Edelbert Köb (Museum moderner Kunst Stiftung Ludwig), Univ.-Prof. Mag. Brigitte Kowanz (Verterin des Senates der Universität für angewandte Kunst Wien), Prof. Dr. Erwin Melchart (Vertreter der Kunstberichterstattung der Medien), Mag. Olga Okunev (BM für Unterricht, Kunst und Kultur/Sektion Kunstangelegenheiten), Prof. Dr. Stephan Schmidt-Wulffen (Rektor der Akademie der bildenden Künste Wien), Direktor Dr. Klaus Albrecht Schröder (Albertina, vertreten durch Dr. Monika Faber, Sammlungsleitung, Fotografie der Gegenwart), Univ.-Prof. Dr. Verena Krieger (Universität für angewandte Kunst Wien, Abteilung Kunstgeschichte, vertreten durch ao. Univ.-Prof. Dr. Daniela Hammer-Tugendhat), mit dem Oskar Kokoschka-Preis ausgezeichnet.

Mit dieser Entscheidung würdigt die Jury einen Künstler, der sich mit Zeichnung und Text auseinandersetzt und sie in den Mittelpunkt seiner Kunst stellt. Die Wahl fiel auf Raymond Pettibon, aufgrund dessen spartenübergreifender künstlerischer Arbeit, die ein ideologiekritischer roter Faden durchzieht und von Illustrationen von Plattencovers über die Herausgabe von Künstlerheften bis hin zu Comics reicht.

Die Übernahme von Verfahrensweisen aus der Populärkultur bei seinen oft großformatigen Zeichnungen und sein umfassendes Werk machen ihn zu einem der spannendsten zeitgenössischen Künstler, begründet der Vorsitzende der Jury, Gerald Bast, die Entscheidung.

Der 1980 im Todesjahr des 1886 in Pöchlarn geborenen Malers Oskar Kokoschka von der Bundesregierung gestiftete Preis wird alle zwei Jahre an eine/n bildenden Künstler/in in Anerkennung seines/ihres Schaffens verliehen. Es ist dies der wichtigste und mit Euro 20 000,-auch der höchstdotierte Preis für bildende Kunst in Österreich. Der erste Preis ging 1981 an Hans Hartung, seither wurde Mario Merz, Gerhard Richter, Siegfried Anzinger, Agnes Martin, Jannis Kounellis, John Baldessari, Maria Lassnig, Valie Export, Ilya Kabakov, Günter Brus, Martha Rosler und 2008 William Kentridge ausgezeichnet.

Die Verleihung des Oskar Kokoschka-Preises durch den/die Bundesminister/in für Wissenschaft und Forschung, findet am Montag, dem 1. März 2010 um 11 Uhr in der Universität für angewandte Kunst Wien, statt.

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