- 20.01.2010, 10:16:00
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FSG vida-Klausur: Haberzettl unterstreicht soziale Bedeutung des öffentlichen Verkehrs
Ärmere Menschen sind mehr auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen - Absage an ÖBB-Privatisierung
Linz (OTS) - (FSG vida) - "Gerade in Zeiten einer
Wirtschaftskrise und der daraus folgenden steigende Arbeitslosigkeit
sind noch mehr Menschen auf gut erreichbare, funktionierende und
leistbare öffentliche Verkehrsmittel angewiesen", betonte der
Vorsitzende der Fraktion sozialdemokratischer GewerkschafterInnen in
der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft vida (FSG vida),
Wilhelm Haberzettl, am Dienstag Abend im Rahmen der
Eröffnungsveranstaltung der viertägigen FSG vida-Klausurtagung in
Linz. "Das reichste Zehntel der Bevölkerung gibt für Mobilität mehr
Geld aus, als dem ärmsten Zehntel insgesamt an Einkommen zur
Verfügung steht", veranschaulichte Haberzettl die soziale Bedeutung
des öffentlichen Verkehrs im Rahme der Daseinsvorsorge. ++++
"Gerade ärmere Menschen benötigen deshalb ein gutes und
flächendeckendes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln", so
Haberzett weiter. Laut einer Erhebung des Verkehrsclub Österreich
(VCÖ) aus dem Jahr 2009 würden die Ausgaben und somit auch der
Nutzungsgrad des Autofahrens überproportional mit dem Einkommen
steigen. Menschen mit niedrigem Einkommen würden hingegen einen
überdurchschnittlich hohen Anteil ihrer Haushaltsausgaben für
öffentliche Verkehrsmittel ausgeben.
Insbesondere die vom Bund bestellten gemeinwirtschaftlichen
Leistungen, die die ÖBB zu erfüllen haben, seien in ihrer umwelt-,
verkehrs- und sozialpolitischen Bedeutung hervorzuheben: "Aktuell
werden vom Bund 532 Millionen Euro für gestützte Pendlertarife und
Vorteilskarten für SeniorInnen, StudentInnen, Familien und Menschen
mit besonderen Bedürfnissen aufgewendet", erörterte Haberzettl.
Mit den weiteren 105 Millionen Euro an Förderungen für spezielle
Güterverkehre auf der Bahn wie etwa für die umweltfreundliche
Rollende Landstraße (Rola) machen die gemeinwirtschaftlichen
Leistungen insgesamt einen Betrag von 637 Millionen Euro aus. Dazu
kämen noch rund 400 Millionen Euro an Leistungen des Bundes für die
Familien aus dem Familienlastenausgleichsfonds (FLAF), die in die
Schüler- und Lehrlingsfreifahrt fließen, so der FSG vida-Vorsitzende.
Für ein Unternehmen wie die ÖBB, das derart wichtige
gemeinwirtschaftliche Aufgaben zu erfüllen habe, seien Privatisierung
und Börsegang jedenfalls keine sinnvolle Option für die Zukunft.
"Unter guten Konjunkturbedingungen wirft der Güterverkehr auf der
Schiene auch gute Gewinne ab. Durch eine Privatisierung des
Güterverkehrs würden aber die Kosten für die gemeinwirtschaftlichen
Leistungen und die Infrastruktur und somit auch für die öffentliche
Hand steigen. Zudem wäre dann auch die Wettbewerbsfähigkeit des
ÖBB-Konzerns gefährdet ", erteilte Haberzettl einer Privatisierung
auch nur von Teilen des ÖBB-Konzerns eine Absage.
Rückfragehinweis:
FSG vida
Hansjörg Miethling
Mobil: 0664/61 45 733
Internet: www.fsgvida.at
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/88
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