Für 32 Jahre aufopfernde Pflege: AUVA Pflegepreis NÖ 2009 an Josefine Praschl aus St. Veit an der Gölsen

Wien (OTS) - Anfang Mai 1977 traf das Schicksal die niederösterreichische Familie Praschl aus St. Veit an der Gölsen mit großer Härte. Wolfgang, der älteste Sohn und Lehrling im 1. Lehrjahr, kollidierte mit seinem Moped während der Mittagspause mit einem Auto. Die schweren Kopfverletzungen lähmen Arme und Beine, stören die Bewegungskoordination des Körpers und die Sprachfähigkeit. Eine Bewegung ist nur mit Hilfe und im Rollstuhl möglich. Da ihr Mann als Lkw-Fahrer viel unterwegs war und bereits vor 18 Jahren verstorben ist, lag die ganze Verantwortung für ihre vier Söhne bei Josefine Praschl. Trotz der enormen Belastung, die auch bei ihr zu gesundheitlichen Problemen geführt hat, konnte sich die 67-Jährige ihren Lebensmut und ihren Humor erhalten - auch Dank der liebevollen Unterstützung durch ihre Söhne und Schwiegertöchter.

Als Dank und Anerkennung für diese entbehrungsreichen 32 Pflegejahre überreichten Soziallandesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner und Mag. Friederike Lackenbauer, Direktorin der AUVA Landesstelle Wien, Josefine Praschl am Dienstag, dem 19. Jänner 2010, um 16 Uhr den AUVA Pflegepreis 2009 für Niederösterreich. Den Sachpreis - ein Urlaub in einem Seminarhotel, gestiftet vom Präsidenten der AK NÖ -übergab Hon. Prof. (FH) Dr. Bernhard Rupp, MBA, Gesundheitswesen und ArbeitnehmerInnenschutz AK NÖ. Weiters gratulierten WK NÖ Direktor Dr. Franz Wiedersich, AK NÖ Direktor-Stellvertreter Alfred Kermer, Dr. Gerald Bachinger, Pflege- und Patientenanwalt Niederösterreich, Bürgermeister Johann Gastegger, und Vize-Bürgermeister Helmut Fischer, St. Veit/Gölsen, und Familienmitglieder.

Die 32 Pflegejahre sind nicht spurlos an Josefine Praschl vorüber gegangen. Die häufige Absenz und der frühe Tod ihres Mannes boten nicht viel Unterstützung bei Wolfgangs Pflege, der Erziehung ihrer drei jüngeren Söhne, der Sorge um Haus und Garten. Welche Leistung Josefine Praschl erbracht hat, ist erst zu ermessen, wenn man den liebevollen Umgang der Familie untereinander, die erfolgreichen Karrieren der Kinder und das gepflegte Haus mit dem schönen Garten sieht. Soziale Dienste hat sie bisher noch nicht in Anspruch genommen. Auch die sozialen Kontakte haben gelitten. Eine Leistung, die an den körperlichen und Kraftreserven gezehrt haben. Eine wichtige Unterstützung bieten der jüngste Sohn Helmut mit seiner Frau Natascha, die im 1. Stock des Hauses wohnen. Freude bringt die eineinhalbjährige Enkeltochter Katharina.

Josefine Praschl wurde am 29. September 1942 in Hochstraß geboren. Sie beendete ihre Schneiderlehre und arbeitet zu Beginn ihrer Ehe als Haushaltshilfe. Die junge Familie ließ sich in St. Veit an der Gölsen nieder.

Josefine Praschl versucht sich bei Ausflügen, Wanderungen und gelegentlichen Urlauben mit einem Freund zu erholen und die Krafttanks aufzuladen. Der letzte Urlaub ist allerdings schon rund drei Jahre her. Wichtig sind Frau Praschl auch ehrliche Aussprachen und Gespräche in der Familie, mit dem Freund und Betreuern.

Mit zunehmendem Alter wächst der Pflegeaufwand. Wolfgang Praschl benötigt ständige Hilfe und ist selbst von seiner Familie nur schwer zu verstehen. Der 49-Jährige ist ruhig und freundlich, sieht viel fern und beobachtet die Vögel im Garten.

Wolfgang Praschl war nach der Erstversorgung mehrmals im auf Schädel-/Hirn-Verletzungen spezialisierten AUVA Rehabilitationszentrum Meidling und bei ambulanten Therapien. Er erhält Pflegegeld der zweithöchsten Stufe 6, sowie Unfallrente, Invaliditäts- und Waisenpension. Die AUVA hat bislang mit der behindertengerechten Adaptierung von WC und Bad und den notwendigen Hilfsmitteln (Rollstühle, Plattformtreppenlift, Krankenbett, etc.), sowie Zuschüssen zum Autokauf geholfen.

Die AUVA Landesstelle Wien finden Sie im Internet unter www.auva.at/wien.

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