Falter: Neue Enthüllungen in Kärntner Spendenaffäre

Einbürgerungswillige Russen wurden von Agentur des ehemaligen Haider-Sprechers betreut

Wien (OTS) -

Diese Meldung wurde korrigiert Neufassung in Meldung OTS0235 vom 19.01

Die Affäre um Schnelleinbürgerungen von Russen in
Kärnten bringt die Wiener Wochenzeitung Falter neue Enthüllungen. Wie der Falter berichtet, stehen fünf Russen, die die Kärntner Landesregierung im Sommer 2005 beim Ministerrat im Eilverfahren vergeblich einbürgern wollte, in geschäftlichem Kontakt zur Firma KW Communications des ehemaligen Haider-Pressesprechers Karl Heinz Petritz.

Petritz organisierte etwa die PR der russischen Investoren Elena Bleze und Azer Babaev, die in Kärnten eine Fabrik errichten. Die beiden Wahlkärntner spendeten auch an den Eishockeyverein VSV. Die Kärntner Landesregierung hatte sich beim Ministerrat massiv dafür eingesetzt, dass die Russen österreichische Pässe im Eilverfahren bekommen. Das Innenministerium lehnte jedoch ab.

Petritz steht auch in geschäftlichem Kontakt zu drei Russen, die sechs Millionen Euro in das "Tibethotel" investierten und für die Landeshauptmann Gerhard Dörfler sogar bei Bundeskanzler Faymann intervenierte, damit sie schnell eingebürgert werden. Die Russen setzten Petritz als Geschäftsführer des Tibet-Hotels ein. Das Land Kärnten griff den Investoren mit gigantischen Krediten, Haftungen und stillen Beteiligungen in der Höhe von 14 Millionen Euro unter die Arme. Einer der russischen Investoren wurde im Jahr 2008 als Spender des FK Austria Kärnten genannt.

Der FK Austria Kärnten, Vizepräsident ist Karl Heinz Petritz, stand schon 2005 im Visier der Korruptionsbehörde BIA. Das Büro für Interne Angelegenheiten vermutete, dass über den Verein Schmiergelder gewaschen worden sein könnten. Doch die Justiz stoppte die Ermittlungen. Wie der Jahresabschlussbericht des FK Austria Kärnten zeigt, explodierten die Ausgaben der Kärntner Kicker im Jahr 2008. Der "sonstige Materialaufwand" stieg in einem Jahr von 70.238 auf 817.207 Euro, die Ausgaben für Werbung steigerten sich von 43.020 auf 263.588 Euro. Die Unternehmensberatungsfirma headway tax & advisory warnte das Land in einem Prüfbericht vor den "auffallend" hohen Ausgaben.

Lobbyist Petritz arbeitete auch als PR-Berater für den FK Austria Kärnten. Er bestreitet im Gespräch mit dem Falter, dass über seine Agentur Schmiergelder oder gar Parteispenden weitergeleitet worden sein könnten. Diese Vermutungen seien "lächerlich und absurd". Seitens des FK Austria Kärnten wird betont, dass die gigantischen Werbeausgaben im Rahmen der Fußball EM angefallen seien.

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