Aufstand der Jungen: Podiumsdiskussion "Zukunft der Allgemeinmedizin"

Graz (OTS) - Es war nicht zum ersten Mal, dass über die Ausbildungsmisere in der österreichischen Allgemeinmedizin diskutiert wurde. Aber noch niemals geschah dies auf Initiative der zukünftigen Generation von Ärzten: Junge Allgemeinmedizin Österreich (JAMÖ), Austrian Medical Students' Association (AMSA) und ÖH der MedUni Graz. Unterstützung kam vom Präsident der Weltgesellschaft für Allgemeinmedizin (WONCA) Professor Chris van Weel und Janko Kersnik, Professor für Allgemeinmedizin in Slowenien. Dieser schüttelte ungläubig den Kopf wenn sie hören, dass man in Österreich Allgemeinmediziner werden kann ohne jemals in einer allgemeinmedizinischer Praxis mitgearbeitet zu haben. Auch Professor Josef Smolle, Rektor der Medizinischen Universität Graz, wünscht sich eine umgehende Verbesserung der nachuniversitären Ausbildung.

Jungarzt Florian Stigler bringt es auf den Punkt: "Unser Problem ist, dass die Ausbildung nach der Uni eigentlich aufhört. Ich habe das Gefühl, dass die wenigsten Turnusärzte ihre Arbeit als Ausbildung zum Allgemeinmediziner bezeichnen würden."

JAMÖ Vertreterin Julia Baumgartner stellt fest: "Österreich ist eines der letzten Länder ohne verpflichtende Lehrpraxis. Überall in Europa wird diese vom Staat mitfinanziert. Auch allgemeinmedizinischen Lehre und Forschung muss ausgebaut werden."

"Dreiviertel der Erstkontakte finden im primären Bereich statt, hier getroffene Entscheidungen bewirken 70% der Gesamtkosten!" bekräftigte Helmut Salzer. Die Zeichen stehen auf Sturm. Politik, Ärztekammer und Sozialversicherung müssen endlich aufwachen um die Wende zu schaffen.

"Wenn wir Jungen in vier Wochen ohne viel Ressourcen etwas schaffen, wie kann es sein, dass jene mit Macht und Mitteln diese untragbare Situation noch nicht ändern konnten?" fragte sich Adrian Moser.

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