WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Jungunternehmer sind Frischluft für die Wirtschaft - Alexis Johann

Aber vor allem braucht unsere Wirtschaft mutige Gründer

Wien (OTS) - Wir haben jeden Fehler gemacht, den man in einem eigenständigen Unternehmen machen kann. Nach zehn Jahren Wirtschaftsjournalismus hatte ich keine Ahnung, wie ein Magazin tatsächlich funktioniert", gibt Gabriele Fischer, Gründerin und Chefredakteurin des Wirtschaftstitels "Brand Eins", das im Jahr seines zehnten Jubiläums monatlich bereits 95.000 Exemplare verkauft, offen zu. Trotz aller Probleme habe sie nie an ihrem Projekt gezweifelt. Mit ihrer Gründung veränderte sie sogar ein bisschen den gesamten Magazinmarkt. Fischer bewegte also die Wirtschaft so wie Larry Page und Sergey Brin, die mit Google den Werbemarkt veränderten, wie Ryanair-Gründer Michael O'Leary, der die Reisebranche umkrempelte und so wie Howard Schultz mit Starbucks, der einer Tasse Kaffee weltweit einen neuen Wert und einen Premium-Preis verpasste.

Auch in Österreich haben Jungunternehmer der Wirtschaft immer wieder jene Frischluft verpasst, die ihr das Atmen ermöglicht. 2009 gründeten mehr als 27.000 Österreicher eine Firma und vielleicht hatten sie Page und Brin, vielleicht aber auch Hannes Jagerhofer vor Augen, der der Großveranstaltung den Zopf abschnitt oder Niki Lauda, der AUA und Lufthansa zeigte, wie Board-Service funktioniert oder Dietrich Matteschitz, der Coca-Cola lehrte, was Jugend-Marketing ist. Seltener haben Jungunternehmer das Scheitern im Kopf, den Fall des Notebook-Herstellers Gericom oder die revolutionäre Erfindung jener Linzer Design-Studenten, die eine wasserdichte Hülle für Mp3-Player erfanden, aber an der Praxis scheiterten.

Gründe, um sich selbstständig zu machen, gibt es viele. Da gibt es Menschen, die so wie Brand-Eins-Gründerin Fischer das Gefühl haben, einen Tick schlauer zu sein, als ihre bisherigen Arbeitgeber. Andere gehen in die Selbstständigkeit, um mit ihrer Ex-Firma im Rücken jene Effizienz zu erzielen, die im großen Konstrukt unmöglich war. Nur in ganz seltenen Fällen ist es die zündende Idee, die Menschen dazu treibt, beinahe alles auf die eine Karte zu setzen.

Die Firmengründungen sind nun zum zweiten Mal in Folge leicht zurückgegangen. Angesichts einer Wirtschaftskrise wird uns das nicht alarmieren, doch wir können gegensteuern. Jungunternehmer brauchen den Mut etablierter Unternehmen, die ihnen Aufträge geben, den Mut der Banken zu attraktiven Krediten und Gesetze, die die Bürokratie auf ein erträgliches Minimum reduzieren. Gründer brauchen Hilfe, aber vor allem braucht die Wirtschaft Gründer.

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