• 16.01.2010, 17:00:15
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Berlakovich: Klimawandel ist Bedrohung, Klimaschutz ist Chance für die Landwirtschaft

Agrarminister aus aller Welt beraten in Berlin über Strategien gegen Klimawandel

Berlin (OTS) - Ein Monat nach der Weltklimakonferenz in Kopenhagen
haben heute, Samstag Nachmittag beim Berliner Agrarministergipfel
Agrarministerinnen und -minister aus Europa, Afrika, Amerika und
Asien über die Auswirkungen des Klimawandels und die Möglichkeiten
zur Minderung von Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft
diskutiert. Österreich wurde durch Landwirtschaftsminister Niki
Berlakovich vertreten.

"Die Landwirte sind einerseits von den negativen Folgen des
Klimawandels besonders betroffen, denn sie produzieren in und mit der
Natur, andrerseits leisten sie besonders durch die umweltgerechte
Bewirtschaftung der Felder, artgerechte Tierhaltung und die Erzeugung
von erneuerbarer Energie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. In
der Landwirtschaft sind wir bereits auf Kiotokurs. Ich sehe im
Klimawandel eine Bedrohung, im Klimaschutz aber eine große Chance,
insbesondere für die Landwirtschaft.", so Umweltminister Berlakovich.

Die Landwirtschaft ist unmittelbar leidtragend von den Folgen des
Klimawandels: Wüstenbildung, Wassermangel, Verlust genetischer
Ressourcen und die Zunahme extremer Wetterereignisse wie Dürren,
Sturm und Hochwasser führen zu hohen Ernteverlusten, bedrohen
weltweit Millionen Menschen in ihrer Existenz, insbesondere
Kleinbauern in Entwicklungsländern. Daher bleibt die nachhaltige
Produktion von Nahrungsmitteln zur Sicherung der Welternährung die
zentrale Aufgabe der Landwirtschaft. Wegen der Verknappung und
Verteuerung fossiler Energieressourcen sowie zur Schonung des Klimas
ist die Landwirtschaft gefordert, das Angebot an nachwachsenden
Rohstoffen weiter zu steigern.

Andrerseits leisten die Bäuerinnen und Bauern einen großen Beitrag
zum Klimaschutz, doch auch da gibt es noch Potential. Österreichs
Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich gibt die Produktion der
erforderlichen Energie im eigenen Land als Ziel aus. "Angesichts der
Öl- und Gaslieferungen aus immer instabileren Regionen ist ein Ende
der Energieabhängigkeit Österreichs und die Schaffung von "Green
Jobs" eine Notwendigkeit. Eine nachhaltige und langfristige
Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen, mit Arbeitsplätzen und
Wertschöpfung in der Landwirtschaft und der Umwelttechnologiebranche
ist die richtige Strategie Österreichs gegen den Klimawandel. Und das
ist eine große wirtschaftliche Chance für Bäuerinnen und Bauern. Der
Landwirt als Energiewirt ist zentraler Bestandteil meiner Vision vom
energieautarken Österreich." so Berlakovich anlässlich des heutigen
Berliner Agrarministergipfels.

Die in Berlin versammelten Agrarministerinnen und Agrarminister sind
sich ihrer Verantwortung zur Sicherung der Ernährung einer wachsenden
Weltbevölkerung bewusst und wollen einen Beitrag zur Minderung von
Treibhausgasemissionen leisten. Dem Klimawandel zu begegnen und den
nötigen Produktionsanstieg zu erreichen, gelingt nur im Rahmen einer
nachhaltigen Entwicklung und einem verantwortungsvollen Umgang mit
Ressourcen. "Die Ernährungssicherheit der wachsenden Weltbevölkerung
ist eine große Herausforderung," so Berlakovich. "Zur
Produktionssteigerung muss technischer Fortschritt in der Züchtung
und den Produktionsmethoden zweifellos erzielt werden, Einbußen durch
Krankheiten und Ernteverluste müssen mit geeigneten Methoden
vermindert werden. Eine nachhaltige und biologische Produktion hat
jedoch positiven Einfluss auf den Klimawandel, diese sind - vor allem
in einer kleinstrukturierten Landwirtschaft wie in Österreich - nicht
mit Einsatz von Gentechnik vereinbar. Die internationalen
Handelsregelungen müssen dem Rechnung tragen," fordert Berlakovich.

Österreich unterstützt insbesondere den von den Agrarministern
ausgesprochenen Auftrag an die Vertragsstaatenkonferenz
(Klimarahmenkonvention) zur Erarbeitung eines konkreten
Arbeitsprogramms für die Landwirtschaft mit Verpflichtungen für alle
Staaten bzw. entsprechenden Beiträgen zur Minderung von Emissionen,
einschließlich der Verminderung der Entwaldung. "Damit muss so
schnell wie möglich die Klimaeffizienz der Produktion verbessert und
die landwirtschaftliche Produktion an die geänderten Klimabedingungen
angepasst werden, so Berlakovich.

Rückfragehinweis:
Lebensministerium, Pressestelle
Tel.: (+43-1) 71100 DW 6703, DW 6823

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/41

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