Berlakovich: Klimawandel ist Bedrohung, Klimaschutz ist Chance für die Landwirtschaft

Agrarminister aus aller Welt beraten in Berlin über Strategien gegen Klimawandel

Berlin (OTS) - Ein Monat nach der Weltklimakonferenz in Kopenhagen haben heute, Samstag Nachmittag beim Berliner Agrarministergipfel Agrarministerinnen und -minister aus Europa, Afrika, Amerika und Asien über die Auswirkungen des Klimawandels und die Möglichkeiten zur Minderung von Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft diskutiert. Österreich wurde durch Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich vertreten.

"Die Landwirte sind einerseits von den negativen Folgen des Klimawandels besonders betroffen, denn sie produzieren in und mit der Natur, andrerseits leisten sie besonders durch die umweltgerechte Bewirtschaftung der Felder, artgerechte Tierhaltung und die Erzeugung von erneuerbarer Energie einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. In der Landwirtschaft sind wir bereits auf Kiotokurs. Ich sehe im Klimawandel eine Bedrohung, im Klimaschutz aber eine große Chance, insbesondere für die Landwirtschaft.", so Umweltminister Berlakovich.

Die Landwirtschaft ist unmittelbar leidtragend von den Folgen des Klimawandels: Wüstenbildung, Wassermangel, Verlust genetischer Ressourcen und die Zunahme extremer Wetterereignisse wie Dürren, Sturm und Hochwasser führen zu hohen Ernteverlusten, bedrohen weltweit Millionen Menschen in ihrer Existenz, insbesondere Kleinbauern in Entwicklungsländern. Daher bleibt die nachhaltige Produktion von Nahrungsmitteln zur Sicherung der Welternährung die zentrale Aufgabe der Landwirtschaft. Wegen der Verknappung und Verteuerung fossiler Energieressourcen sowie zur Schonung des Klimas ist die Landwirtschaft gefordert, das Angebot an nachwachsenden Rohstoffen weiter zu steigern.

Andrerseits leisten die Bäuerinnen und Bauern einen großen Beitrag zum Klimaschutz, doch auch da gibt es noch Potential. Österreichs Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich gibt die Produktion der erforderlichen Energie im eigenen Land als Ziel aus. "Angesichts der Öl- und Gaslieferungen aus immer instabileren Regionen ist ein Ende der Energieabhängigkeit Österreichs und die Schaffung von "Green Jobs" eine Notwendigkeit. Eine nachhaltige und langfristige Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen, mit Arbeitsplätzen und Wertschöpfung in der Landwirtschaft und der Umwelttechnologiebranche ist die richtige Strategie Österreichs gegen den Klimawandel. Und das ist eine große wirtschaftliche Chance für Bäuerinnen und Bauern. Der Landwirt als Energiewirt ist zentraler Bestandteil meiner Vision vom energieautarken Österreich." so Berlakovich anlässlich des heutigen Berliner Agrarministergipfels.

Die in Berlin versammelten Agrarministerinnen und Agrarminister sind sich ihrer Verantwortung zur Sicherung der Ernährung einer wachsenden Weltbevölkerung bewusst und wollen einen Beitrag zur Minderung von Treibhausgasemissionen leisten. Dem Klimawandel zu begegnen und den nötigen Produktionsanstieg zu erreichen, gelingt nur im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung und einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen. "Die Ernährungssicherheit der wachsenden Weltbevölkerung ist eine große Herausforderung," so Berlakovich. "Zur Produktionssteigerung muss technischer Fortschritt in der Züchtung und den Produktionsmethoden zweifellos erzielt werden, Einbußen durch Krankheiten und Ernteverluste müssen mit geeigneten Methoden vermindert werden. Eine nachhaltige und biologische Produktion hat jedoch positiven Einfluss auf den Klimawandel, diese sind - vor allem in einer kleinstrukturierten Landwirtschaft wie in Österreich - nicht mit Einsatz von Gentechnik vereinbar. Die internationalen Handelsregelungen müssen dem Rechnung tragen," fordert Berlakovich.

Österreich unterstützt insbesondere den von den Agrarministern ausgesprochenen Auftrag an die Vertragsstaatenkonferenz (Klimarahmenkonvention) zur Erarbeitung eines konkreten Arbeitsprogramms für die Landwirtschaft mit Verpflichtungen für alle Staaten bzw. entsprechenden Beiträgen zur Minderung von Emissionen, einschließlich der Verminderung der Entwaldung. "Damit muss so schnell wie möglich die Klimaeffizienz der Produktion verbessert und die landwirtschaftliche Produktion an die geänderten Klimabedingungen angepasst werden, so Berlakovich.

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