- 13.01.2010, 12:29:25
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AK zur Klimabilanz 2008: Versäumnisse der vergangenen Jahre belasten die Zukunft
Kyotoziel kann nur erreicht werden, wenn jetzt rasch sinnvolle Klima-Maßnahmen gesetzt werden
Wien (OTS) - "Die heute vom Landwirtschaftsminister vorgelegte
Klimabilanz für das Jahr 2008 legt die drastischen Versäumnisse der
vergangenen Jahre in der Klimapolitik offen", sagt Christoph
Streissler, Klimaexperte der AK. "Mit der bisherigen
Klimaschutzpolitik kann das Kyoto-Ziel nicht erreicht werden." 2008
wurden in Österreich um 6,9 Millionen Tonnen mehr Treibhausgase
emittiert, als es dem Kyoto-Ziel entspricht. Um das Kyoto-Ziel zu
erreichen, muss daher im Klimaschutz in den verbleibenden Jahren bis
2012 noch mehr getan werden. "Das kann nur funktionieren, wenn in
Österreich jetzt rasch ein massives Investitionsprogramm gestartet
wird, das eine deutliche Steigerung der Energieeffizienz bewirkt,
etwa durch Inves-titionen in die thermische Sanierung. Gleichzeitig
setzt ein solches Programm einen kräftigen Beschäftigungsimpuls - in
Zeiten dramatischer Arbeitslosigkeit ein ganz wichtiger Effekt," so
Christoph Streissler. Das wäre sinnvoller als die jetzt beim Ökostrom
vorgesehene überdimensionierte Förderung ineffizienter Biogasanlagen.
"Die Klimabilanz 2008 ist ein Alarmsignal. Die Bundesregierung muss
jetzt rasch handeln."
Die Klimabilanz zeigt deutlich, dass im Verkehr dringender
Handlungsbedarf besteht: Seit 1990 sind dort die Emissionen um 61
Prozent gestiegen. Effizienter Energieeinsatz im Verkehr bedeutet,
den Transport von Personen und Gütern auf der Schiene massiv
auszubauen, unter anderem durch Verbesserungen des Öffentlichen
Personen-Nahverkehrs. Auch im Bereich der Raumwärme bestehen enorme
Potenziale: Die Wärmedämmung von Gebäuden muss endlich rasch
vorangetrieben werden, und die bisher verlorene Abwärme von
Industrie- und Energieanlagen muss für die Fernwärmeversorgung
eingesetzt werden. In beiden Bereichen ist ein Investitionsschub
notwendig, die bisherigen Mittel reichen für die erforderlichen
Effekte bei weitem nicht aus.
Im Bereich der Umweltförderung des Bundes warten eine Unzahl von
Energieeffizienz-Projekten auf Förderungen, doch entgegen dem
Regierungsprogramm gibt es für diese sehr kostengünstigen Maßnahmen
nicht mehr Geld als früher. Hier fordert die AK - gemeinsam mit den
anderen Sozialpartnern - eine Erhöhung der Mittel, die jährlich in
die Umweltförderung fließen. Auch dies würde einen spürbaren Beitrag
zur Beschäftigung und zur österreichischen Wertschöpfung leisten. In
Österreich wurden im Jahr 2008 um 6,9 Millionen Tonnen mehr
Treibhausgase emittiert, als es dem Kyoto-Ziel entspricht - sogar
unter Berücksichtigung der Zukäufe von Emissionsreduktionen aus dem
Ausland. Im Jahr 2009 wird die Bilanz - trotz Emissionsrückgängen auf
Grund der Wirtschaftskrise - nicht wesentlich besser ausfallen. Um
diese Zielverfehlung zu kompensieren, müssen in den Jahren 2010 bis
2012 noch zusätzlich mindestens 4 Millionen Tonnen pro Jahr
eingespart werden. Nur rasches, effektives Handeln und ein massiver
Investitionsschub können dies bewirken.
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Ute Bösinger
Tel.: (+43-1) 501 65-2779
mailto:ute.boesinger@akwien.at
wien.arbeiterkammer.at
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