- 13.01.2010, 10:30:37
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Siemens Österreich hat Wirtschaftskrise erfolgreich gemeistert
Umsatz im Vergleich zu 2008 gestiegen; Mit Konzentration auf Umweltportfolio und F&E für den Aufschwung gerüstet
Wien (OTS) - Die Siemens Aktiengesellschaft Österreich erzielte im
abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 (1.10.2008 - 30.9.2009) in Österreich
einen Umsatz von knapp drei Milliarden Euro (+6,3 Prozent gegenüber
dem Vergleichswert des Vorjahres). Der Auftragseingang ging um rund
ein Drittel auf rund 2,2 Milliarden Euro zurück. Verantwortlich dafür
sind die allgemeinen wirtschaftlichen Einflüsse sowie der
Sondereffekt "Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Mellach", der im
Geschäftsjahr 2008 für einen Auftragseingang von über 600 Millionen
Euro - einer der größten in der Geschichte von Siemens Österreich -
verantwortlich war.
"Wir blicken auf ein Geschäftsjahr zurück, das vor allem durch eine
gravierende Finanz- und Wirtschaftskrise gekennzeichnet war, wobei
das tatsächliche Ende dieser Krise noch nicht wirklich absehbar ist.
Siemens Österreich hat trotz dieser weltwirtschaftlichen Stürme und
trotz erheblicher struktureller Änderungsprozesse die
Herausforderungen gut gemeistert. Für die Zeit nach der Krise gilt
es, den Aufschwung bestmöglich zu nutzen. Mit der Konzentration auf
unser Umweltportfolio und F&E-Kompetenzzentren aus Österreich sind
wir in einer guten Ausgangsposition dafür", so Mag. Brigitte Ederer,
Vorsitzende des Vorstandes der Siemens AG Österreich.
Erhebliche Strukturveränderungen
Die Siemens AG Österreich hat auch im zurückliegenden Geschäftsjahr
erhebliche Strukturveränderungen vollzogen und erfolgreich
abgeschlossen. Die neue Konzernstruktur mit den Sektoren Industry,
Energy und Healthcare wurde finalisiert und implementiert. Die
verbleibenden Non-Group Activities konnten mit dem Management Buy Out
des Elektronikwerks Siegendorf, der Schaltschrankfertigung RCA Linz
und des Mechanikwerkes Wien an die Melecs Holding einer neuen und
zukunftsträchtigen Lösung zugeführt werden und damit ein längerer
Strukturbereinigungsprozess sinnvoll abgeschlossen werden.
Siemens setzt weiter auf den Ausbau seiner führenden Position bei
grünen Technologien. Mit innovativen Produkten und Lösungen wird ein
wichtiger Beitrag für eine intakte Umwelt geleistet. Das Angebot
umfasst Leistungen rund um Erzeugung, Übertragung und Nutzung von
Energie, Wasserreinigung und Luftreinhaltung. Die größten Beiträge
zur CO2-Einsparung liefern Gasturbinen, energieeffiziente
Beleuchtung, Erneuerung älterer Kraftwerke, Windkraftanlagen und
umweltfreundliche Züge. Der Umweltgedanke wird auch
unternehmensintern sehr ernst genommen. In der Siemens City, der
neuen Zentrale von Siemens Österreich in der Siemensstraße, die Mitte
2010 offiziell eröffnet wird, stehen beispielsweise ökologische
Bauweise und umweltschonende Gebäudetechnik im Vordergrund.
F&E-Kompetenzzentren für Österreich
Siemens Österreich nimmt innerhalb der weltweiten Siemens
Konzernforschung eine wichtige Rolle ein. Im April 2009 wurde die
neue Einheit Corporate Technology CEE (Central and Eastern Europe)
geschaffen, die mit ihren Kompetenzen einen wichtigen Beitrag zur
Technologiestrategie des Gesamtkonzerns leistet. Im letzten
Geschäftsjahr konnte die Siemens AG Österreich für fünf Gebiete der
Forschung und Entwicklung (F&E) Headquarterkompetenzen für 175
F&E-MitarbeiterInnen mit Gesamtinvestitionen von 20 Millionen Euro
pro Jahr nach Österreich holen. Im Bereich Gesundheitswesen wurde ein
Kompetenzzentrum für IT-Lösungen in der Radiologie für Europa, Afrika
und den Mittleren Osten gegründet. Das Kompetenzzentrum "Image and
Knowledge Management" (Bildbearbeitung, -archivierung und -verteilung
sowie Workflow-Unterstützung) verantwortet ein Geschäftsvolumen von
rund 80 Millionen Euro.
Trotz der Wirtschaftskrise nimmt Siemens Österreich weiterhin seine
gesellschaftliche Verantwortung als größter industrieller
Lehrlingsausbildner wahr. Seit längerem bildet Siemens Österreich
auch junge Menschen mit besonderen Bedürfnissen aus, wobei der
Schwerpunkt bei der integrativen Ausbildung von Jugendlichen mit
verminderten Hörvermögen liegt. 610 technische und kaufmännische
Lehrlinge, davon 26 mit besonderen Bedürfnissen, werden momentan bei
Siemens ausgebildet.
Wesentliche Projekte und Aufträge im Geschäftsjahr 2009
Die Wiener Linien haben ein Konsortium unter Führung von Siemens
Österreich mit der Lieferung von weiteren 20 U-Bahn-Zügen vom Typ
V-Wagen beauftragt. Die Bestellung hat ein Gesamtvolumen von 191
Millionen Euro, davon entfallen auf Siemens Österreich inklusive dem
Anteil von Elin EBG Traction 153 Millionen Euro. Der V-Wagen zeichnet
sich durch besonders hohe Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit
aus. Die Fahrzeuge können mehr als ein Drittel der beim Bremsen
anfallenden Bremsenergie ins Netz zurückspeisen und die
Recyclingfähigkeit der Fahrzeuge liegt bei bis zu 90 Prozent.
Gefertigt werden die 20 sechsteiligen U-Bahn-Garnituren im
Siemens-Werk in Wien-Simmering. Die Auslieferung ist ab 2012 bis 2017
geplant. Mit 1. Oktober 2009 wurde das Siemens-Werk Wien-Simmering
zum World Headquarter für Metros und Reisezüge. Im Zuge einer
Neustrukturierung wurden alle Mobility-Aktivitäten in Österreich
gebündelt und die Kapazitäten in den Werken Wien und Graz der Siemens
AG Österreich ausgeweitet.
Siemens Österreich ist Mitglied der Elektromobilitätsplattform
Austrian Mobile Power, in der die wesentlichen österreichischen
Technologieunternehmen zusammenarbeiten, um die Basis für eine rasche
Umsetzung der Elektromobilität in Österreich zu schaffen. Die
Plattform umfasst Spitzenrepräsentanten aus den Bereichen
Fahrzeugentwicklung, Systementwicklung und Infrastruktur. Bis 2020
sollen 50 Millionen Euro für die Einführung der Elektromobilität in
Österreich investiert werden. Die Mittel werden eingesetzt, um die
Markteinführung von serienreifen Elektrofahrzeugen zu fördern,
ausreichende Ladeinfrastruktur für Strom aus erneuerbaren Energien
bereit zu stellen sowie kundenorientierte Mobilitäts-Dienstleistungen
zu entwickeln. Siemens Österreich engagiert sich im Projekt Austrian
Mobile Power in folgenden Bereichen: Ladestationen (Definition der
Anforderungen sowie Auslegung und Entwicklung der
Lade-Infrastruktur), Systemarchitektur - Schnittstellen
(Anforderungen und Konzepterstellung für Pilotregion) und Smart Grid
(Anforderungen, Netztechnische Szenarien, Abrechnungsmodell,
Systemintegration und -optimierung).
Das Verbrauchsdatenerfassungs- und Verteilnetzautomatisierungssystem
AMIS von Siemens läuft in Oberösterreich, Kärnten und Salzburg im
Testbetrieb. Am weitesten fortgeschritten ist die digitale
Zählertechnologie in Oberösterreich. Die Energie AG hat seit 2007
10.000 Haushalte mit AMIS-Zählern ausgerüstet. Ab Anfang 2010 sollen
weitere 50.000 Einheiten dazukommen. Bis 2011 sollen schon über
100.000 Geräte bei den Kunden eingebaut sein. Wesentlicher
Bestandteil des AMIS-Systems sind intelligente Stromzähler. AMIS
wurde von Grund auf in Österreich entwickelt und wird bei Siemens
Österreich kontinuierlich verbessert. Bei Siemens Österreich ist
außerdem das Headquarter für den AMIS-Vertrieb mit weltweiter
Geschäftsverantwortung angesiedelt. Mit AMIS konnten bisher sechs
Projekte gewonnen werden. Insgesamt gibt es in Europa 19
Pilotprojekte. Intelligente Stromzähler sind ein wesentlicher
Bestandteil von intelligenten Stromnetzen der Zukunft. Unter der
Führung von Siemens Österreich erarbeitet die Nationale
Technologieplattform Smart Grids Austria eine Roadmap für ein
zukünftig intelligentes Stromnetz sowie für eine energie- und
kosteneffiziente Energieversorgung. Im Frühjahr 2010 erfolgt die
Präsentation der Smart Grids-Roadmap.
Siemens Österreich wird für die ÖBB die Leittechnik in drei
Betriebsführungszentralen (BFZ) errichten. In Innsbruck wurde bereits
die erste BFZ Österreichs zur Steuerung von 400 Weichen und 500
Signalen zwischen dem Brenner und Brixlegg eröffnet. Weitere Projekte
sind in Villach und Wien geplant. In Wien wird die größte BFZ
Österreichs entstehen. Von Wien werden im Endausbau 145 Stellwerke
mit über 3.300 Weichen gesteuert, das sind mehr als ein Drittel des
gesamten Hauptnetzes der ÖBB. Bei den Betriebsführungszentralen sowie
den elektronischen Stellwerken kann Siemens erneut seine
Technologieführerschaft bei der Leittechnik unter Beweis stellen. Der
Rahmenvertrag mit der ÖBB erstreckt sich über eine Laufzeit von 10
Jahren und hat einen Auftragswert von 250 Millionen Euro.
Durch die energietechnische Modernisierung der Wiener Hallen- bzw.
Sommerbäder Döbling, Brigittenau, Jörgerbad und Theresienbad mit
modernster Technik von Siemens können knapp 1,3 Millionen Euro
jährlich für Energie und Wasser eingespart werden. Die Umwelt freut
sich über eine CO2-Reduktion von 1411 Tonnen pro Jahr. Beim
Energieeinspar-Contracting-Modell von Siemens finanziert sich das
Projekt über die, durch die Modernisierung erreichten, Einsparungen.
Siemens wurde in Österreich bereits mit der Durchführung von
Energiesparmaßnahmen an insgesamt über 160 Schulen, Kindergärten,
Bürogebäude der Zentralstelle, Forschungseinrichtungen, Bundesgärten
und Bädern beauftragt.
In rund zweijähriger Bauzeit wurde durch das Kompetenzzentrum für
fossile Kraftwerke von Siemens Österreich das Gas- und
Dampfturbinenkraftwerk in Timelkam fertig gestellt. Das Herzstück
dieses neuen 405 Megawatt-Kraftwerks mit einem Auftragswert von etwa
150 Millionen Euro - bestehend aus der Gas- und der Dampfturbine, dem
Generator und dem Abhitzekessel - wurde von Siemens geliefert. Die
neue Anlage mit modernster Kraftwerkstechnologie von Siemens erzeugt
Strom für 700.000 Haushalte und Wärme für das regionale Fernwärmenetz
- außerdem ersetzt sie ein altes Kohlekraftwerk. Für den
Kraftwerksstandort Timelkam bedeutet das eine siebenfach höhere
Stromproduktion und 65 Prozent weniger CO2-Emissionen.
Rückfragehinweis:
Harald Stockbauer
Konzernpressesprecher
Siemens AG Österreich
Tel.: 051707 26006
E-Mail: harald.stockbauer@siemens.com
Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/190
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