Siemens Österreich hat Wirtschaftskrise erfolgreich gemeistert

Umsatz im Vergleich zu 2008 gestiegen; Mit Konzentration auf Umweltportfolio und F&E für den Aufschwung gerüstet

Wien (OTS) - Die Siemens Aktiengesellschaft Österreich erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2009 (1.10.2008 - 30.9.2009) in Österreich einen Umsatz von knapp drei Milliarden Euro (+6,3 Prozent gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres). Der Auftragseingang ging um rund ein Drittel auf rund 2,2 Milliarden Euro zurück. Verantwortlich dafür sind die allgemeinen wirtschaftlichen Einflüsse sowie der Sondereffekt "Gas- und Dampfturbinenkraftwerk Mellach", der im Geschäftsjahr 2008 für einen Auftragseingang von über 600 Millionen Euro - einer der größten in der Geschichte von Siemens Österreich -verantwortlich war.

"Wir blicken auf ein Geschäftsjahr zurück, das vor allem durch eine gravierende Finanz- und Wirtschaftskrise gekennzeichnet war, wobei das tatsächliche Ende dieser Krise noch nicht wirklich absehbar ist. Siemens Österreich hat trotz dieser weltwirtschaftlichen Stürme und trotz erheblicher struktureller Änderungsprozesse die Herausforderungen gut gemeistert. Für die Zeit nach der Krise gilt es, den Aufschwung bestmöglich zu nutzen. Mit der Konzentration auf unser Umweltportfolio und F&E-Kompetenzzentren aus Österreich sind wir in einer guten Ausgangsposition dafür", so Mag. Brigitte Ederer, Vorsitzende des Vorstandes der Siemens AG Österreich.

Erhebliche Strukturveränderungen Die Siemens AG Österreich hat auch im zurückliegenden Geschäftsjahr erhebliche Strukturveränderungen vollzogen und erfolgreich abgeschlossen. Die neue Konzernstruktur mit den Sektoren Industry, Energy und Healthcare wurde finalisiert und implementiert. Die verbleibenden Non-Group Activities konnten mit dem Management Buy Out des Elektronikwerks Siegendorf, der Schaltschrankfertigung RCA Linz und des Mechanikwerkes Wien an die Melecs Holding einer neuen und zukunftsträchtigen Lösung zugeführt werden und damit ein längerer Strukturbereinigungsprozess sinnvoll abgeschlossen werden.

Siemens setzt weiter auf den Ausbau seiner führenden Position bei grünen Technologien. Mit innovativen Produkten und Lösungen wird ein wichtiger Beitrag für eine intakte Umwelt geleistet. Das Angebot umfasst Leistungen rund um Erzeugung, Übertragung und Nutzung von Energie, Wasserreinigung und Luftreinhaltung. Die größten Beiträge zur CO2-Einsparung liefern Gasturbinen, energieeffiziente Beleuchtung, Erneuerung älterer Kraftwerke, Windkraftanlagen und umweltfreundliche Züge. Der Umweltgedanke wird auch unternehmensintern sehr ernst genommen. In der Siemens City, der neuen Zentrale von Siemens Österreich in der Siemensstraße, die Mitte 2010 offiziell eröffnet wird, stehen beispielsweise ökologische Bauweise und umweltschonende Gebäudetechnik im Vordergrund.

F&E-Kompetenzzentren für Österreich Siemens Österreich nimmt innerhalb der weltweiten Siemens Konzernforschung eine wichtige Rolle ein. Im April 2009 wurde die neue Einheit Corporate Technology CEE (Central and Eastern Europe) geschaffen, die mit ihren Kompetenzen einen wichtigen Beitrag zur Technologiestrategie des Gesamtkonzerns leistet. Im letzten Geschäftsjahr konnte die Siemens AG Österreich für fünf Gebiete der Forschung und Entwicklung (F&E) Headquarterkompetenzen für 175 F&E-MitarbeiterInnen mit Gesamtinvestitionen von 20 Millionen Euro pro Jahr nach Österreich holen. Im Bereich Gesundheitswesen wurde ein Kompetenzzentrum für IT-Lösungen in der Radiologie für Europa, Afrika und den Mittleren Osten gegründet. Das Kompetenzzentrum "Image and Knowledge Management" (Bildbearbeitung, -archivierung und -verteilung sowie Workflow-Unterstützung) verantwortet ein Geschäftsvolumen von rund 80 Millionen Euro.

Trotz der Wirtschaftskrise nimmt Siemens Österreich weiterhin seine gesellschaftliche Verantwortung als größter industrieller Lehrlingsausbildner wahr. Seit längerem bildet Siemens Österreich auch junge Menschen mit besonderen Bedürfnissen aus, wobei der Schwerpunkt bei der integrativen Ausbildung von Jugendlichen mit verminderten Hörvermögen liegt. 610 technische und kaufmännische Lehrlinge, davon 26 mit besonderen Bedürfnissen, werden momentan bei Siemens ausgebildet.

Wesentliche Projekte und Aufträge im Geschäftsjahr 2009 Die Wiener Linien haben ein Konsortium unter Führung von Siemens Österreich mit der Lieferung von weiteren 20 U-Bahn-Zügen vom Typ V-Wagen beauftragt. Die Bestellung hat ein Gesamtvolumen von 191 Millionen Euro, davon entfallen auf Siemens Österreich inklusive dem Anteil von Elin EBG Traction 153 Millionen Euro. Der V-Wagen zeichnet sich durch besonders hohe Energieeffizienz und Umweltfreundlichkeit aus. Die Fahrzeuge können mehr als ein Drittel der beim Bremsen anfallenden Bremsenergie ins Netz zurückspeisen und die Recyclingfähigkeit der Fahrzeuge liegt bei bis zu 90 Prozent. Gefertigt werden die 20 sechsteiligen U-Bahn-Garnituren im Siemens-Werk in Wien-Simmering. Die Auslieferung ist ab 2012 bis 2017 geplant. Mit 1. Oktober 2009 wurde das Siemens-Werk Wien-Simmering zum World Headquarter für Metros und Reisezüge. Im Zuge einer Neustrukturierung wurden alle Mobility-Aktivitäten in Österreich gebündelt und die Kapazitäten in den Werken Wien und Graz der Siemens AG Österreich ausgeweitet.

Siemens Österreich ist Mitglied der Elektromobilitätsplattform Austrian Mobile Power, in der die wesentlichen österreichischen Technologieunternehmen zusammenarbeiten, um die Basis für eine rasche Umsetzung der Elektromobilität in Österreich zu schaffen. Die Plattform umfasst Spitzenrepräsentanten aus den Bereichen Fahrzeugentwicklung, Systementwicklung und Infrastruktur. Bis 2020 sollen 50 Millionen Euro für die Einführung der Elektromobilität in Österreich investiert werden. Die Mittel werden eingesetzt, um die Markteinführung von serienreifen Elektrofahrzeugen zu fördern, ausreichende Ladeinfrastruktur für Strom aus erneuerbaren Energien bereit zu stellen sowie kundenorientierte Mobilitäts-Dienstleistungen zu entwickeln. Siemens Österreich engagiert sich im Projekt Austrian Mobile Power in folgenden Bereichen: Ladestationen (Definition der Anforderungen sowie Auslegung und Entwicklung der Lade-Infrastruktur), Systemarchitektur - Schnittstellen (Anforderungen und Konzepterstellung für Pilotregion) und Smart Grid (Anforderungen, Netztechnische Szenarien, Abrechnungsmodell, Systemintegration und -optimierung).

Das Verbrauchsdatenerfassungs- und Verteilnetzautomatisierungssystem AMIS von Siemens läuft in Oberösterreich, Kärnten und Salzburg im Testbetrieb. Am weitesten fortgeschritten ist die digitale Zählertechnologie in Oberösterreich. Die Energie AG hat seit 2007 10.000 Haushalte mit AMIS-Zählern ausgerüstet. Ab Anfang 2010 sollen weitere 50.000 Einheiten dazukommen. Bis 2011 sollen schon über 100.000 Geräte bei den Kunden eingebaut sein. Wesentlicher Bestandteil des AMIS-Systems sind intelligente Stromzähler. AMIS wurde von Grund auf in Österreich entwickelt und wird bei Siemens Österreich kontinuierlich verbessert. Bei Siemens Österreich ist außerdem das Headquarter für den AMIS-Vertrieb mit weltweiter Geschäftsverantwortung angesiedelt. Mit AMIS konnten bisher sechs Projekte gewonnen werden. Insgesamt gibt es in Europa 19 Pilotprojekte. Intelligente Stromzähler sind ein wesentlicher Bestandteil von intelligenten Stromnetzen der Zukunft. Unter der Führung von Siemens Österreich erarbeitet die Nationale Technologieplattform Smart Grids Austria eine Roadmap für ein zukünftig intelligentes Stromnetz sowie für eine energie- und kosteneffiziente Energieversorgung. Im Frühjahr 2010 erfolgt die Präsentation der Smart Grids-Roadmap.

Siemens Österreich wird für die ÖBB die Leittechnik in drei Betriebsführungszentralen (BFZ) errichten. In Innsbruck wurde bereits die erste BFZ Österreichs zur Steuerung von 400 Weichen und 500 Signalen zwischen dem Brenner und Brixlegg eröffnet. Weitere Projekte sind in Villach und Wien geplant. In Wien wird die größte BFZ Österreichs entstehen. Von Wien werden im Endausbau 145 Stellwerke mit über 3.300 Weichen gesteuert, das sind mehr als ein Drittel des gesamten Hauptnetzes der ÖBB. Bei den Betriebsführungszentralen sowie den elektronischen Stellwerken kann Siemens erneut seine Technologieführerschaft bei der Leittechnik unter Beweis stellen. Der Rahmenvertrag mit der ÖBB erstreckt sich über eine Laufzeit von 10 Jahren und hat einen Auftragswert von 250 Millionen Euro.

Durch die energietechnische Modernisierung der Wiener Hallen- bzw. Sommerbäder Döbling, Brigittenau, Jörgerbad und Theresienbad mit modernster Technik von Siemens können knapp 1,3 Millionen Euro jährlich für Energie und Wasser eingespart werden. Die Umwelt freut sich über eine CO2-Reduktion von 1411 Tonnen pro Jahr. Beim Energieeinspar-Contracting-Modell von Siemens finanziert sich das Projekt über die, durch die Modernisierung erreichten, Einsparungen. Siemens wurde in Österreich bereits mit der Durchführung von Energiesparmaßnahmen an insgesamt über 160 Schulen, Kindergärten, Bürogebäude der Zentralstelle, Forschungseinrichtungen, Bundesgärten und Bädern beauftragt.

In rund zweijähriger Bauzeit wurde durch das Kompetenzzentrum für fossile Kraftwerke von Siemens Österreich das Gas- und Dampfturbinenkraftwerk in Timelkam fertig gestellt. Das Herzstück dieses neuen 405 Megawatt-Kraftwerks mit einem Auftragswert von etwa 150 Millionen Euro - bestehend aus der Gas- und der Dampfturbine, dem Generator und dem Abhitzekessel - wurde von Siemens geliefert. Die neue Anlage mit modernster Kraftwerkstechnologie von Siemens erzeugt Strom für 700.000 Haushalte und Wärme für das regionale Fernwärmenetz - außerdem ersetzt sie ein altes Kohlekraftwerk. Für den Kraftwerksstandort Timelkam bedeutet das eine siebenfach höhere Stromproduktion und 65 Prozent weniger CO2-Emissionen.

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Harald Stockbauer
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