• 12.01.2010, 14:51:46
  • /
  • OTS0188 OTW0188

Nuntius betont "christlich-humanistische Tradition" Österreichs

Erzbischof Zurbriggen zieht bei Neujahrsempfang für das Diplomatische Corps in der Wiener Hofburg Bilanz zum Jahr 2009

Wien, 12.01.2010 (KAP) Die "tiefe Verwurzelung" Österreichs in einer
"gediegenen christlich-humanistischen Tradition" hat der
Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Peter Stephan
Zurbriggen, in seiner Funktion als Doyen des Diplomatischen Corps
betont. Dieser Verwurzelung sei es zu verdanken, dass die Politik in
Österreich "nicht nur wirtschaftliche und energiepolitische Ziele
verfolgt, sondern ebenso auf sehr hohe Menschenrechts- und
Sozialstandards Wert legt und den Schutz von Minderheiten im Blick
behält", sagte der Nuntius beim traditionellen Neujahrsempfang für
das Diplomatische Corps bei Bundespräsident Heinz Fischer am
Dienstag in der Wiener Hofburg.

In drei Schlaglichtern ließ Erzbischof Zurbriggen das vergangene
Jahr Revue passieren: Er unterstrich noch einmal die Enttäuschung,
die auch in Österreich nach den mageren Ergebnissen des Kopenhagener
Weltklimagipfels herrschte. In diesem Zusammenhang erinnerte
Zurbriggen an die Botschaft Papst Benedikts XVI. zum
Weltfriedenstag, in der dieser eindringlich eine "aufrichtige,
Generationen übergreifende Solidarität" gerade auch in der
Klimafrage anmahnte.

Ein weiteres Schlaglicht warf der Erzbischof auf den
österreichischen Vorsitz im UN-Sicherheitsrat im November des
Vorjahres sowie auf die zweijährige Mitarbeit Österreichs als
nicht-ständiges Mitglied im Sicherheitsrat. In dieser Zeit habe
Österreich gerade im Blick auf den Schutz der Zivilbevölkerung bei
UN-Einsätzen einiges bewegen können und "ganz zu Recht angemahnt,
dass Verletzungen der humanitären Bestimmungen und der
Menschenrechte bei bewaffneten Konflikten international geahndet
werden müssen", so Zurbriggen. Insgesamt sei sehr zu wünschen, dass
das Völkerrecht in diesen Bereichen eine größere Wirksamkeit erlange.

Zuletzt hob der Nuntius die starke Verankerung Österreichs in der
Europäischen Union hervor. Gerade Österreich habe in den letzten
Jahren die Chance nutzen können, "stärker in die Mitte des geeinten
Europas zu rücken und im Geiste seiner geschichtlichen Berufung
einen mittel- und osteuropäischen Raum des Friedens, der Sicherheit
und des Wohlstandes aktiv mitzugestalten".

Bundespräsident Heinz Fischer betonte in seiner Ansprache vor dem
Diplomatischen Corps, dass sich Österreich "traditionell allen
internationalen Bemühungen um eine friedliche und gerechte
Weltordnung verpflichtet" fühle. Zugleich lobte er die
Zusammenarbeit zwischen Bundespräsident, Kanzler und Außenminister
als "ausgezeichnet". Auch die Beziehungen zu den Nachbarstaaten
entwickelten sich "sehr zufriedenstellend", unterstrich der
Bundespräsident.

Fischer legte in seiner Bilanz zum vergangenen Jahr ähnliche
Schwerpunkte wie Nuntius Zurbriggen. So hob er das Engagement
Österreichs im UN-Sicherheitsrat als "Herausforderung, aber
gleichzeitig auch als eine große Chance" hervor. Die vom
Sicherheitsrat im September 2009 angenommene Resolution 1887
betreffend Nonproliferation und nukleare Abrüstung sei ein
"richtungweisendes Dokument für alle Bemühungen, sich weiter mit
Nachdruck für die Vision einer Welt ohne Atomwaffen einzusetzen -
einem traditionellen Kernanliegen unserer Außenpolitik", sagte der
Bundespräsident.

Kritisch äußerte sich Fischer zur österreichischen
Entwicklungszusammenarbeits-Politik: "Wo wir in Österreich noch mehr
Überzeugungsarbeit leisten müssen, das ist der Bereich der
internationalen Entwicklungszusammenarbeit und die verstärkte
Wahrnehmung der Millennium-Ziele der Vereinten Nationen".

Zur Klimakonferenz in Kopenhagen meinte Fischer: "Die Ergebnisse der
Beratungen in Kopenhagen sind bedauerlicherweise deutlich hinter den
Erwartungen zurückgeblieben. Vor allem, weil es nicht gelungen ist
verbindliche Maßnahmen zu vereinbaren." Weitere Schritte seien
unverzichtbar.

Positiv fiel auch Fischers Bilanz zur österreichischen Balkanpolitik
aus: "Auch 2010 wird Österreich die Staaten am Westbalkan nach
besten Kräften auf ihrem Weg in Richtung EU unterstützen, da deren
Annäherung und späterer Beitritt zur EU eine wesentliche Komponente
für Frieden, Sicherheit und Wohlstand in ganz Europa darstellen", so
der Bundespräsident.

O-Töne vom Empfang für das Diplomatische Corps können in Kürze unter
www.katholisch.at/o-toene abgerufen werden.

(ende)
nnnn

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/510

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | KAT

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel