Ludwig Adamovich gesteht im NEWS-Interview Fehler ein.

Der Vorsitzende der Kampusch-Kommission legt trotzdem nach: "Entführer Priklopil dürfte ein Auftragstäter gewesen sein."

Wien (OTS) - In der morgen erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins NEWS gesteht der Vorsitzende der Evaluierungskommission zur Causa Kampusch, Ludwig Adamovich, erstmals eigene Fehler in seiner Arbeit ein. Adamovich gibt zu, dass er einige seiner Aussagen zum Fall "als Jurist so nicht hätte sagen dürfen". Im Besonderen meint Adamovich dabei jenes Interview in dem er die Vermutung geäußert hatte, Natascha Kampusch wäre es in der Zeit ihrer Gefangenschaft "womöglich allemal besser gegangen, als in der Zeit davor".
Adamovich ist für diese Aussage am 24.12.2009 nach einer Klage von Kampuschs Mutter Brigitta Sirny zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro, die Hälfte davon bedingt, verurteilt worden. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Adamovich dazu in NEWS: "Ich habe mir mit dieser Formulierung meine eigene Grube gegraben." Der Top-Jurist meint aber auch, dass "ein Feldzug" gegen seine Person geführt werde, Adamovich bleibt im übrigen bei seiner Überzeugung, dass der Entführer Wolfgang Priklopil Mittäter gehabt hätte. Neben anderen Details schließt dies Adamovich aus der Tatsache, dass Nataschas Verlies zum Zeitpunkt der Entführung überhaupt noch nicht fertig gebaut gewesen sei. Zitat: "Einer oder mehrere Mittäter könnten jetzt noch frei herumlaufen."

Zudem berichtet Adamovich über einen angeblichen Ausflug des Entführers und seiner Gefangenen zum Ötscher, wo sogar Wirtsleute und Gäste die beiden identifiziert haben wollen. Und er schließt im NEWS-Interview mit der Überzeugung, dass es noch weitere Anklagen im Fall geben werde. Die Namen der Betroffenen könne er allerdings jetzt noch nicht nennen.

Zur "Beziehung" zwischen Täter und Opfer sagt Adamovich: "Es hat sich in Kampuschs Gefangenschaft trotz aller Widrigkeiten eine positive und fast liebevolle Beziehung zwischen ihr und Priklopil entwickelt."

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