- 06.01.2010, 11:00:52
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Ludwig Adamovich gesteht im NEWS-Interview Fehler ein.
Der Vorsitzende der Kampusch-Kommission legt trotzdem nach: "Entführer Priklopil dürfte ein Auftragstäter gewesen sein."
Wien (OTS) - In der morgen erscheinenden Ausgabe des
Nachrichtenmagazins NEWS gesteht der Vorsitzende der
Evaluierungskommission zur Causa Kampusch, Ludwig Adamovich, erstmals
eigene Fehler in seiner Arbeit ein. Adamovich gibt zu, dass er einige
seiner Aussagen zum Fall "als Jurist so nicht hätte sagen dürfen". Im
Besonderen meint Adamovich dabei jenes Interview in dem er die
Vermutung geäußert hatte, Natascha Kampusch wäre es in der Zeit ihrer
Gefangenschaft "womöglich allemal besser gegangen, als in der Zeit
davor".
Adamovich ist für diese Aussage am 24.12.2009 nach einer Klage von
Kampuschs Mutter Brigitta Sirny zu einer Geldstrafe von 10.000 Euro,
die Hälfte davon bedingt, verurteilt worden. Das Urteil ist nicht
rechtskräftig.
Adamovich dazu in NEWS: "Ich habe mir mit dieser Formulierung
meine eigene Grube gegraben." Der Top-Jurist meint aber auch, dass
"ein Feldzug" gegen seine Person geführt werde, Adamovich bleibt im
übrigen bei seiner Überzeugung, dass der Entführer Wolfgang Priklopil
Mittäter gehabt hätte. Neben anderen Details schließt dies Adamovich
aus der Tatsache, dass Nataschas Verlies zum Zeitpunkt der Entführung
überhaupt noch nicht fertig gebaut gewesen sei. Zitat: "Einer oder
mehrere Mittäter könnten jetzt noch frei herumlaufen."
Zudem berichtet Adamovich über einen angeblichen Ausflug des
Entführers und seiner Gefangenen zum Ötscher, wo sogar Wirtsleute und
Gäste die beiden identifiziert haben wollen. Und er schließt im
NEWS-Interview mit der Überzeugung, dass es noch weitere Anklagen im
Fall geben werde. Die Namen der Betroffenen könne er allerdings jetzt
noch nicht nennen.
Zur "Beziehung" zwischen Täter und Opfer sagt Adamovich: "Es hat
sich in Kampuschs Gefangenschaft trotz aller Widrigkeiten eine
positive und fast liebevolle Beziehung zwischen ihr und Priklopil
entwickelt."
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