Eberau-Polemik unvereinbar mit der Asyltradition Österreichs

UNHCR ruft zu mehr Sachlichkeit auf

Wien (OTS/UNHCR) - Das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR hat
die politisch Verantwortlichen in Österreich dazu aufgerufen, in der Diskussion um die Eröffnung einer Erstaufnahmeeinrichtung für Asylwerber in Eberau zu mehr Sachlichkeit zurückzukehren.

Die öffentliche Polemik der letzten Tage sei "unvereinbar" mit der Asyltradition Österreichs, erklärte heute der UNHCR-Vertreter für Österreich und Deutschland, Dr. Michael Lindenbauer. Die politische Auseinandersetzung werde auf dem Rücken von Menschen ausgetragen, die aus Furcht vor Verfolgung Zuflucht suchen.

"Asylsuchende sind in den allermeisten Fällen Opfer und keine Täter", betonte Lindenbauer. Das "Schwarze Peter Spiel" müsse endlich beendet werden. Die politischen Funktionsträger in Österreich seien stattdessen aufgefordert, sich in verantwortlicher Weise des Themas und der damit verbundenen wichtigen Aufgaben zu stellen.

Lindenbauer verwies darauf, dass eine Wurzel der öffentlichen Aufregung in der ungerechtfertigten Verknüpfung der Themen 'Kriminalität' und 'Asyl' liege. Dies untergrabe jeglichen Versuch, im gesamtgesellschaftlichen Konsens die angemessene Aufnahme und die erfolgreiche Integration schutzbedürftiger Menschen in Österreich voranzubringen. Dies habe sowohl für die Betroffenen als auch für das Land sehr negative Auswirkungen. "Es muss alles getan werden, um den Menschen ihre Ängste zu nehmen, nicht diese auch noch schüren".

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/5974

Rückfragen & Kontakt:

Gabrielle Sabourin, Tel.: (+43/1) 260 60-4048, ausvi@unhcr.org

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | UNH0001