Warnung vor Schnuppertagen: Wer schlecht bezahlten Job will, muss zuerst gratis arbeiten

...und bekommt den Job dann erst recht nicht

Wien (OTS/AKNÖ) - Den BeraterInnen der Niederösterreichischen Arbeiterkammer sind zahlreiche Verstöße gegen das Arbeitsrecht am verkaufsoffenen 8. Dezember berichtet worden. Ein Textildiskonter verlangte von Job-Suchenden, dass sie am Feiertag einen Schnuppertag absolvieren müssten. AKNÖ-Sozialrechtsexperte Josef Fraunbaum: "Mir berichteten die AnruferInnen ganz entsetzt, dass sich der Schnuppertag als voller Arbeitstag ohne Bezahlung entpuppte."

Die AKNÖ-ExpertInnen informieren aus diesem aktuellen Anlass, dass allgemein bei Schnupperangeboten von zukünftigen Arbeitgebern Vorsicht geboten ist. Ein Schnuppertag begründet kein Arbeitsverhältnis, es gibt daher auch keine Verpflichtung mitanzupacken.

"In eine Firma hinein schnuppern heißt, sich alles ansehen zu können, die KollegInnen kennenzulernen, sich mit dem zukünftigen Arbeitsplatz anzufreunden. Der erste Arbeitstag kommt früh genug - und ab dann gilt kollektivvertragliche Entlohnung gegen Arbeitsleistung", so Josef Fraunbaum. Im Übrigen hat der "Schnuppertag von 9.00 bis 17.30 Uhr" nicht einmal zu einem konkreten Dienstverhältnis geführt. Man hat in einem vorliegenden Fall der Arbeitslosen einfach mitgeteilt, man müsse es sich noch überlegen und hat sich dann nicht mehr gemeldet. "Es ist nicht zu fassen, dass die Not von Arbeitsuchenden ausgenützt wird, um an gewissen Tagen sogar gratis Personal zu bekommen. Unsere Experten werden sich jeden Fall genau ansehen und wenn nötig auch den Weg zum Gericht nicht scheuen", ist AK-Präsident Haneder empört.

Die AKNÖ befürchtet, dass auch im Nach-Weihnachtsgeschäft die schwarzen Schafe unter den Handelsunternehmen Arbeitsuchende zu Gratis-Schnuppertagen überreden werden.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/496

Rückfragen & Kontakt:

AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
Christoph Baumgarten
01/58883 - 1254

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKN0001