- 28.12.2009, 10:17:47
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Katholischer Familienverband legt Forderungsprogramm vor
Wien (OTS) - Präsident Steindl: Fünf Forderungen zur Sicherung der
Zukunft der Familien - Grundforderung ist die jährliche Valorisierung
der Familienleistungen
Ein familienpolitisches Fünf-Punkte-Programm hat der Präsident des
Katholischen Familienverbandes, Prof. Clemens Steindl, am Sonntag
anlässlich des kirchlichen "Festes der Heiligen Familie" in einem
"Kathpress"-Gespräch präsentiert. Er erinnerte daran, dass das
Fest zwar erst 1920 verbindlich eingeführt wurde, es hebe aber den
besonderen Stellenwert der Familie hervor, die "wichtigste soziale
Einheit und Grundelement der Gesellschaft" sei. Ein "Land ohne Kinder
ist ein Land ohne Zukunft" betonte Steindl. Ziel einer nachhaltigen
und zukunftsorientierten Familienpolitik müsse es sein, "Freude an
und mit Kindern sowie Freude an und mit der Familie zu verbreiten".
Der Katholische Familienverband, die größte Familienorganisation
Österreichs, habe für das Jahr 2010 fünf elementare
familienpolitische Forderungen formuliert, die bei einem
vorweihnachtlichen Gespräch auch an Familien-Staatssekretärin
Christine Marek übergeben wurden. Eine Grundforderung ist die
Valorisierung der Familienleistungen. Steindl: "Familienbeihilfe,
Kinderbetreuungsgeld, Kinderabsetzbetrag, Pflegegeld und andere
Familienleistungen werden nicht regelmäßig erhöht und verlieren durch
die Inflation ständig an Wert". Die Pensionen würden dem
Verbraucherpreisindex angepasst, eine vergleichbare Regelung müsse es
in Zukunft auch für die Familienleistungen geben.
Der KFÖ verlangt weiters, eine "Familienverträglichkeitsprüfung"
einzuführen. Alle Gesetze und administrative Maßnahmen seien auf ihre
Familientauglichkeit zu prüfen. Steindl: "Die Alterspyramide kehrt
sich um. Es gibt immer weniger Kinder und immer mehr ältere Menschen.
Es besteht die Gefahr, dass die Interessen der Familien auf der
Strecke bleiben".
Auch die vor 35 Jahren versprochenen "flankierenden Maßnahmen"
zzur Fristenregelung müssten endlich implementiert werden. Steindl:
"Der Katholische Familienverband setzt sich für den umfassenden
Schutz des menschlichen Lebens von der Empfängnis bis zum Tod ein.
Daher die Forderung nach Verwirklichung der 'flankierenden
Maßnahmen': Staatlicher Hilfsfonds für Schwangere in Notlagen, eine
mindestens dreitägige Überlegungsfrist zwischen ärztlicher Beratung
und Abtreibung und bundesweite begleitende Motivforschung und
Statistik".
Punkt 4 im Fünf-Punkte-Programm des Katholischen Familienverbands
betrifft die Abschaffung der Zuverdienstgrenze beim
Kinderbetreuungsgeld (KBG). Hier müsse vor allem in Erinnerung
gerufen werden, dass es sich dabei um eine Abgeltung der
Betreuungsleistung und nicht um einen Ersatz für einen
Verdienstentgang handelt. Steindl: "Ob dieses Geld als
Abgeltung für die eigene Betreuung gesehen wird oder damit
Fremdbetreuung zugekauft wird, müssen die Eltern selbst entscheiden
dürfen. Die Zuverdienstgrenze schränkt die Wahlfreiheit ein, ist für
den Laien schwer zu durchschauen und muss daher abgeschafft werden".
Schließlich müsse die Finanzierung des
Familienlasten-Ausgleichsfonds (FLAF) langfristig gesichert werden.
Der Fonds sei ein wesentliches Instrument der Umverteilung. Im
Unterschied zu Sozialleistungen, die einen Ausgleich zwischen Arm und
Reich darstellen, seien Familienleistungen ein Ausgleich zwischen
denen, die Kinder großziehen, und denen, die keine Kinder versorgen
müssen. In diesem Jahr beläuft sich das Minus des FLAF auf 2,9
Milliarden Euro, bis 2013 steigen die Schulden auf 5,66 Milliarden
Euro an. Steindl: "Daher fordert der KFÖ einen Prozentpunkt der
Umsatzsteuer und das Heranziehen von Kapitalerträgen, um eine
langfristige Finanzierung des FLAF sicher zu stellen".
(ende)
Rückfragehinweis:
Kathpress, Tel. 512.52.83, E-Mail: [email protected]
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