MediaWatch/APA-OTS Medien-ATX Jahresbilanz 2009: AUA-Übernahme dominiert die Berichterstattung 2009

Innsbruck/Wien (OTS) - Die APA-Töchter APA-OTS und MediaWatch analysieren im Service "Medien-ATX" monatlich die Präsenz der ATX-Unternehmen in den führenden Wirtschaftstageszeitungen Deutschlands und der Schweiz. Die von MediaWatch erhobenen Daten zeigen, mit welchem Präsenzgrad und mit welchen Themen die heimischen ATX-Unternehmen in der internationalen Presse am stärksten vertreten sind.
Im Jahresranking 2009 verzeichnet die AUA (trotz Streichung aus dem ATX mit 21. September 2009) die stärkste mediale Präsenz. Rang zwei geht an die STRABAG, Platz drei an die OMV.

Der Präsenzleader im Jahr 2009 ist mit 398 Nennungen die Austrian Airlines. Das Jahr 2009 war für die Austrian Airlines von vielen Tiefs gekennzeichnet. Das Unternehmen fährt immense Verluste ein und muss als Konsequenz viele Stellen abbauen. Die Lösung scheint eine Übernahme durch die Lufthansa zu sein. Die wird jedoch von der EU-Kommission gebremst, die eine Wettbewerbsverzerrung vermutet. Nach langen Verhandlungen und Zugeständnissen scheint die Übernahme in letzter Minute zu scheitern, am Ende gibt es jedoch grünes Licht und die österreichische Airline fliegt nun unter den Flügeln der Lufthansa.

Mit 391 Nennungen positioniert sich die STRABAG auf Platz zwei. Die weltweite Finanzkrise führt zum Ausstieg Oleg Deripaskas bei der STRABAG, der jedoch - wenn die Frist zur Zahlung seiner Kredite verlängert wird - 2010 seine Anteile wieder zurückkaufen will. Musste die STRABAG 2008 bei erhöhter Bauleistung ein gesunkenes Betriebsergebnis hinnehmen, so profitiert sie von staatlichen Konjunkturpaketen und Geschäften in Polen und Deutschland, was zu einem starken Gewinnanstieg 2009 führt. DeTe Immobilien wird 2009 von der STRABAG übernommen, die Übernahme des Schweizer Baukonzerns Implenia scheitert

An der dritten Stelle im Ranking reiht sich die OMV mit 382 Nennungen ein. Als Teil des Nabucco-Konsortiums, das vom ehemaligen deutschen Außenminister Joschka Fischer beraten wird, konzentriert sich die Berichterstattung über die OMV auf die Planung und Fortschritte der Pipeline. Bei der OMV kommt es im Jahr 2009 aufgrund der fallenden Ölpreise und Raffineriemargen zu einem deutlichen Rückgang von Umsatz und Ebit. Weiters scheitert die Übernahme des türkischen Mineralölkonzerns Petrol Ofisi nach mehrmaligen Anläufen.

Das Top-Thema in der Themenanalyse aller ATX-Unternehmen ist mit 846 Aussagen Betriebswirtschaftliche Performance. Die Weltwirtschaftskrise macht den ATX-Unternehmen zusehends zu schaffen:
So steht die schwer defizitäre AUA vor der Pleite und hofft auf die Übernahme durch die Lufthansa, die die Fluggesellschaft wieder profitabel machen soll. Die Erste Bank beklagt Kreditausfälle in Osteuropa, die Aktie startet jedoch nach einem Absturz eine Aufholjagd. Das Osteuropa-Engagement setzt auch der Raiffeisen International zu, die einen Gewinnrückgang, einen Einbruch des Nettogewinns und weitere Kreditausfälle zu verzeichnen hat. Die OMV leidet unter den niedrigen Ölpreisen und Raffineriemargen, die zu Rückgängen von Umsatz und Ebit führen. Wienerberger fährt einen Rekordverlust ein, die Österreichische Post verzeichnet Kursverluste und das Betriebsergebnis von Zumtobel wird stark von der Krise beeinflusst. Auch für die Voestalpine ist das laufende Geschäftsjahr das wohl schwierigste seit Jahrzehnten - trotz einem überraschenden Gewinn im 2. Quartal. Besser ergeht es dem Verbund, der die Umsatz-und Ertragsgrößen halten und Dividenden auszahlen will. War das Betriebsergebnis der STRABAG 2008 noch gesunken, so profitiert das Unternehmen 2009 von staatlichen Konjunkturpaketen und Geschäften in Polen und Deutschland und verzeichnet einen starken Gewinnanstieg. Auch bwin will den Vorsteuergewinn verdoppeln, die bwin-Aktie legt um fünf Prozent zu.
Das zweitpräsenteste Thema 2009 ist Management Issues mit 674 Aussagen. Der Vorstandsvorsitzende der OMV, Wolfgang Ruttenstorfer wird von der Finanzmarktaufsicht des Insiderhandels verdächtigt. Der ehemalige Außenminister Joschka Fischer berät die Nabucco-Konsortiumsmitglieder RWE und OMV. Weiters setzt die OMV auf die Wachstumsregion Türkei und erweitert das Produkt-Portfolio im Mittleren Osten. Das massive Sparprogramm bei der AUA wird mit Stefan Lauer als neuem Aufsichtsratsvorsitzenden weitergeführt. Mit Georg Pölzl bekommt auch die Österreichische Post einen neuen Vorstandsvorsitzenden und Peter Krammer übernimmt die Aufgaben von Nematollah Farrokhnia im Vorstand der STRABAG. Wienerberger, mit neuem Vorstandschef Heimo Scheuch, plant nach einem Rekordverlust einen härteren Sparkurs und beschließt eine Kapitalerhöhung in der Höhe von 335 Millionen Euro. Auch die Erste Bank erwägt eine Kapitalerhöhung in der Höhe von einer Milliarde Euro. Die Voestalpine stellt einen Antrag auf Staatsgarantien und strafft die Konzernstruktur. Thomas Fahnemann, Vorstandschef bei RHI, versucht durch ein Sanierungsprogramm den Absturz des Unternehmens in die roten Zahlen zu verhindern.

An der dritten Stelle im Themenranking findet sich Mergers & Acquisitions mit 597 Aussagen. In diesen Themenbereich fällt die Übernahme der AUA, die insgesamt die Berichterstattung dominiert. Schlussendlich wird der AUA-Lufthansa-Deal von der EU genehmigt und seit September ist die Lufthansa nun die größte Fluggesellschaft Europas. Weitere Übernahmen tätigen bwin durch den Kauf von Gioco Digitale, Italiens größten Online-Poker-Anbieter, und die STRABAG mit dem Kauf von DeTe Immobilien. Beim österreichischen Baukonzern gibt es aber auch eine gescheiterte Übernahme zu verzeichnen, nämlich die des Schweizer Baukonzerns Implenia. Ebenso scheitert die Übernahme des türkischen Mineralölkonzerns Petrol Ofisi durch die OMV. Zu einem raschen Weiterverkauf der Constantia Privatbank kommt es durch die Eigner Bank Austria, Raiffeisen, Bawag und Volksbank. Der Verbund wiederum kauft dreizehn Wasserkraftwerke vom E.ON-Konzern und die Lybische Investment Authority will bis zu zehn Prozent der Wienerberger-Anteile kaufen.

MediaWatch analysiert im Auftrag von APA OTS die Präsenz der ATX-Unternehmen in der Berichterstattung internationaler Wirtschaftszeitungen. Der Medien-ATX wird jeden Monatsbeginn aktualisiert und ist über http://www.ots.at kostenlos abrufbar.

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