- 18.12.2009, 12:46:25
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Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Wien (SWV): Kreditklemme für KMU weiterhin dramatisch
SWV-Strobl: Brigitte Jank schlecht informiert über Situation der Selbstständigen
Wien (OTS) - In der heutigen Kronenzeitung steht zu lesen, dass
auf Drängen der Wirtschaftskammer die Regeln für die Kreditvergabe
("Basel II") entschärft würden. WK Wien-Präsidentin Brigitte Jank
wird zitiert: "Ab 2010 wird die prozyklische Wirkung von Basel II
durch die Ausweitung des Betrachtungszeitraums auf fünf bis sieben
Jahre deutlich gemildert. Bei der Kreditvergabe an Unternehmen
verliert das Krisenjahr 2009 an Gewicht, Banken müssen weniger
Eigenkapital unterlegen, die Kreditkosten sinken". Dazu SWV
Wien-Präsident Fritz Strobl: "Leider muss ich wieder einmal
feststellen, dass die ÖVP-Wirtschaftsbund regierte Kammer und
Präsidentin Jank schlecht informiert sind, wenn sie über das Thema
Finanzierungen sprechen".
Die Banken wenden seit Jahren die Basel II-Kriterien nicht nur für
Kredite ab einer Höhe von einer Million Euro an - so wie es
eigentlich gesetzlich vorgesehen ist - sondern auch für
Kleinstkredite. "Die Kreditklemme ist DAS Thema bei den
Selbstständigen. Durch unsere Betriebsbesuche - wir besuchen täglich
bis zu 150 Unternehmen - im Rahmen der Aktion "Service auf Rädern für
Wiener Unternehmen" hören wir permanent, dass Selbstständige keine
Kredite bekommen, wenn sie nicht Sicherheiten im Ausmaß des
gewünschten Kreditvolumens vorweisen können", berichtet Strobl aus
der Praxis der Wiener KMU und Einpersonenunternehmen.
Dass es eine Kreditklemme für Selbstständige gibt, ist jedoch kein
unbekanntes Thema: "Wir stellen seit Jahren Anträge an das
Wirtschaftsparlament mit der Aufforderung, dass die Wirtschaftskammer
Druck auf die Banken ausüben solle, damit die Selbstständigen endlich
wieder Geld zum Wirtschaften bekommen. Die Mehrheitsfraktion - der
ÖVP-Wirtschaftsbund - hat das jedoch immer abgelehnt. Jetzt ist es 5
vor 12 und die Situation für die Selbstständigen hat sich durch die
internationale Wirtschaftskrise dramatisch verschärft. Präsidentin
Jank hat offensichtlich etwas missverstanden: Heute geht es nicht
mehr darum, dass Selbstständige zu günstigen Krediten kommen, sondern
es geht darum, dass sie überhaupt noch Kredite erhalten! Wenn wir
wollen, dass die Klein- und Mittelbetriebe weiterhin die größten
Arbeitgeber und Ausbildner in unserem Land bleiben sollen, muss
endlich was passieren", so Strobl.
Der SWV hat die Aktion www.recht-auf-geld.at ins Leben gerufen und
fordert eine Milliarde für KMU. Strobl: "Die Hälfte davon soll für
Kredite und die andere Hälfte für Haftungen zur Verfügung stehen".
Letztere stünden Kleinunternehmen derzeit nicht zur Verfügung, seien
aber besonders wichtig, weil die Banken oft unmöglich zu erbringende
Sicherheiten verlangten. Außerdem solle das Mindestvolumen eines
ERP-Kredits von 10.000 auf 1.000 Euro herabgesetzt werden. "Es macht
wenig Sinn ausschließlich den Betrachtungszeitraum von fünf auf
sieben Jahre zu erhöhen. Die Betriebe brauchen Cash und das schnell,
unbürokratisch und sicher. Dafür müsste sich die Wirtschaftskammer
einsetzen. Wir sagen: Wenn sich die Banken drücken, muss die Kammer
Druck machen. Mit einer ÖVP-Mehrheit in der Wirtschaftskammer Wien
geht das offensichtlich nicht. Mit einer sozialdemokratischen
Mehrheit schon!", schloss Strobl.
Rückfragehinweis:
Mag. Marion Enzi Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Mariahilfer Straße 32/1, 1070 Wien Tel.: +43(1)5224766-12, Fax: +43(1)5262352 Mobil: +43(0)664-8304337 [email protected] www.wirtschaftsverband.at ZVR: 922857015 bzw. 421018716
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