• 18.12.2009, 10:25:19
  • /
  • OTS0064 OTW0064

GLOBAL 2000: Industrienationen können sich nicht auf China herausreden!

Studie belegt: Industriestaaten tragen indirekte Verantwortung für 30 Prozent des chinesischen Emissionszuwachs

Kopenhagen/Wien (OTS) - In der Schlussphase der Klimaverhandlungen
in Kopenhagen fordern Industriestaaten von China und Indien
weitgehende verbindliche Emissionsbeschränkungen. Die
Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 wertet dies als einen Versuch,
die Schuld für die stockenden Verhandlungen auf dieses Länder
abzuwälzen. "Die Industriestaaten bauen bereits jetzt eine
Argumentationslinie für einen ungenügenden Abschluss der
Verhandlungen auf. Doch Ausreden werden uns nicht helfen, die
notwendigen Klimaschutzmaßnahmen zu treffen. Der Versuch von der
eigenen Verantwortung und den völlig ungenügenden Vorschlägen
abzulenken, wird es uns nicht ermöglichen, den Temperaturanstieg auf
unserem Planeten unter zwei Grad zu halten", so Manuel Graf,
Klimasprecher von GLOBAL 2000.

In der Verhandlungsposition der Industriestaaten wird nicht
berücksichtigt, dass in einer globalisierten Wirtschaft die
Industriestaaten mehr und mehr treibhausgasintensive Produktion in
andere Länder ausgelagert haben, nicht zuletzt nach China. Damit wird
auch der Ausstoß von Treibhausgasen ausgelagert und verschwindet aus
der Bilanz von EU-Staaten wie Österreich. Ein Computer `made in
China', der in Österreich verwendet wird, belastet die Chinesische
Klimabilanz . Soja, das an Österreichs Rinder verfüttert wird,
belastet nicht die österreichische sondern die brasilianische
Klima-Bilanz. Die Berechnungen der Pro-Kopf-Emissionen in den
Industriestaaten sind somit nicht zutreffend, solange deren Importe
außen vor bleiben. Die durch Österreich verursachten Emissionen sind
um etwa 30 Prozent höher, als es in den offiziellen Statistiken
dokumentiert wird. Das geht aus einer OECD-Studie hervor, die auf der
Basis von Input-Output Modellen zeigt, dass die CO2-Emissionen der
OECD Staaten, berechnet nach dem Konsum im Jahr 2000, insgesamt um
61,1 Prozent höher waren, als die auf herkömmliche Weise ermittelten
Emissionen. Umgekehrt belegt eine 2009 erschienen Studie der
Universität Cambridge dass rund 30 Prozent des Anstiegs der
chinesischen Treibhausgasemissionen durch westlichen Konsum mit
verantwortet wird, während das Bevölkerungswachstum in China gerade
nur ein Prozent ausmacht.

Die Industriestaaten sind für rund 80 Prozent der historischen
Treibhausgasemissionen verantwortlich. Die UmweltschützerInnen
fordern deshalb, dass diese Länder als Erste und weitgehend handeln
müssen. Österreichs Pro-Kopf-Emission sind immer noch doppelt so hoch
wie die von China, mindestens sieben Mal höher als die von Indien und
fast 10 Mal so hoch wie die der Sub-Sahara Afrikas. Noch viel größer
sind die Unterschiede laut Berechnungen von GLOBAL 2000 bei der
Betrachtung des Pro-Kopf-Einkommens.

Es ist wissenschaftlich belegt, dass die Industrieländer ihre
Emissionen um mindestens 40 Prozent bis 2020 reduzieren müssen, um
eine realistische Chance zu haben, die Erderwärmung unter zwei Grad
zu halten. Zusätzlich müssen die Industriestaaten die
Entwicklungsländer finanziell und technologisch bei deren
Klimaschutzmaßnahmen unterstützen. "Es ist unerhört, den am stärksten
betroffenen Entwicklungsländern Verzögerung und Ambitionslosigkeit
vorzuwerfen, wenn man selbst als Verursacher nicht annähernd den
eigenen historischen Verpflichtung gerecht werden will. Ländern, die
massiv vom Klimawandel bedroht sind, können keinen faulen Kompromiss
akzeptieren. Sie pochen zu Recht auch wirksamen Klimaschutz der
Industriestaaten", so Graf.

Das GLOBAL 2000-Hintergrundpapier finden Sie unter:
www.KlimaChina.global2000.at

Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Jens Karg
Tel.: +43 699 1 42000 20
mailto:[email protected]
www.global2000.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GLL

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel