• 18.12.2009, 10:20:56
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  • OTS0061 OTW0061

Kopenhagen-Konferenz "niederschmetternd und beschämend"

Scharfe Kritik des KOO-Vorsitzenden, Bischof Ludwig Schwarz - Linzer Bischof wendet sich gemeinsam mit vier anderen europäischen Bischöfen an die Regierungschefs der EU

Kopenhagen-Wien, 18.12.2009 (KAP) Das bisherige Ergebnis der
Klima-Weltkonferenz in Kopenhagen ist "niederschmetternd, beschämend
und eine weitere verpasste Chance": Der Vorsitzende der
"Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für
internationale Entwicklung und Mission" (KOO), Diözesanbischof
Ludwig Schwarz, befürchtet dramatische Konsequenzen für die
Entwicklungsländer und fordert einen "dringend notwendigen" Wandel
der Klimapolitik aller Staaten. Gemeinsam mit anderen europäischen
Bischöfen appelliert Schwarz an die Regierungschefs der EU, in
dieser kritischen Phase der Klimaverhandlungen ihre moralische
Verantwortung wahrzunehmen.

"Es ist höchste Zeit, dass alle Staaten einen angemessenen Beitrag
zur Überwindung des weltweiten Klimawandels leisten", sagte Bischof
Schwarz am Freitag im Gespräch mit "Kathpress". Schwarz: "Diese
Konferenz bietet die Gelegenheit, das Ruder herumzureißen und
globale Gerechtigkeit zu schaffen. Die Politik ist dabei, diese
reale Chance auf Kosten der Menschen und der Schöpfung zu
verspielen". "Schwache" Bekenntnisse zur Reduktion der
Treibhausgasemissionen der industrialisierten Länder sowie
"untragbar schwache" Finanzierungsvorschläge für Anpassungs- und
Reduktionsmaßnahmen in Entwicklungsländern hätten die Vorarbeiten
für die Abschlusstexte der UN-Klimakonferenz bestimmt.

In ihrem gemeinsamen Brief fordern insgesamt fünf europäische
Bischöfe (Ludwig Schwarz/Linz, Werner Thissen/Hamburg, John
Rawsthorne/Hallam, Aloys Jousten/Lüttich, John Kirby/Clonfert)die
Regierungschefs der Europäischen Union auf, in dieser kritischen
Phase der Klimaverhandlungen ihre moralische Verantwortung
wahrzunehmen. Die Position der Europäischen Union ermögliche eine
Reduktion der Treibhausgasemissionen um 30 Prozent bis 2020. Die EU
müsse diesen Schritt unverzüglich und auch im Alleingang setzen;
zugleich sei die Union aber auch gefordert, Finanzmittel für
Maßnahmen zur Überwindung der Auswirkungen des Klimawandels in den
Ländern des "Südens" bereitzustellen.

(ende)
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