- 18.12.2009, 10:00:35
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APA-OTS Politikportalanalyse: Faymann meist genannter Politiker 2009
Jahresbilanz 2009
Innsbruck/Wien (OTS) - MediaWatch erstellt im Auftrag von APA-OTS
ein Jahresranking der meist genannten Politikerinnen und Politiker
2009 in den österreichischen Tageszeitungen (Untersuchungszeitraum 1.
Jänner bis 15. Dezember 2009). Bundeskanzler Werner Faymann
positioniert sich an erster Stelle des Top-30 Politikerrankings und
ist damit der meist genannte Politiker des Jahres. Vizekanzler Josef
Pröll folgt auf Rang zwei, an dritter Stelle liegt Bundesministerin
Claudia Schmied. Im Parteienranking dominiert erneut die ÖVP, den
zweiten Rang nimmt die SPÖ ein, gefolgt von der FPÖ.
Bundeskanzler Werner Faymann setzt sich mit 24.154 Nennungen an
die Spitze des Rankings der meist genannten Politikerinnen und
Politiker 2009. Im Vorjahr war Faymann noch auf dem dritten Rang zu
finden. Mit einem kleinen Respektabstand hinter Faymann positioniert
sich sein Gegenpart in der Großen Koalition: Vizekanzler Josef Pröll
liegt mit 22.207 Nennungen an zweiter Stelle (2008: Rang fünf).
Mediale Schwerpunkte der beiden Regierungspartner waren dieses Jahr
neben Maßnahmen gegen die Wirtschafts- und Finanzkrise
(Konjunkturprogramme, Bankenhilfspakete), Budget sowie Steuerreformen
(inklusive Umverteilungsdebatte), die Diskussionen um mögliche
EU-Kommissions- und Bundespräsidentschaftskandidaten, die Landtags-
und EU-Wahlen sowie der AUA-Verkauf, das
Krankenkassensanierungspaket, die Causa Bundesfinanzierungsagentur
und Bildungsthemen.
Mit deutlichem Abstand hinter dem Spitzenduo platziert sich die
erste Frau im Ranking: Claudia Schmied, Bundesministerin für
Unterricht, Kunst und Kultur liegt mit 12.396 Nennungen auf Rang drei
und kann sich im Vergleich zum Vorjahr um 16 Plätze verbessern. In
den Medien präsent war Schmied 2009 insbesondere mit dem Disput um
die Lehrer-Arbeitszeit, die Schulreform sowie die Diskussion über
islamische Religionslehrer und den Migrantenanteil an Schulen.
An der vierten Stelle im Ranking positioniert sich der erster
Oppositionspolitiker: Kärntens Landeshauptmann Gerhard Dörfler vom
BZÖ. 2008 noch auf Rang 20, erreicht Dörfler in diesem Jahr mit
10.117 Nennungen eine deutliche Steigerung. Mediale Höhepunkte waren
neben dem Erdrutschsieg bei der Landtagswahl im Februar auch die
Ortstafelfrage und die Schieflage der Hypo Alpe Adria Bank.
Wie schon im Jahr 2008 behauptet sich FPÖ-Obmann Heinz-Christian
Strache mit 8.922 Nennungen auf Rang sechs des Rankings (Top-Themen:
Verhältnis FPÖ-BZÖ, Diskussion um die Landtagswahlen in Wien, EU- und
Landtagswahlkämpfe).
Für die Grünen ist Eva Glawischnig-Piesczek in ihrem ersten Jahr
als Parteiobfrau mit 3.315 Nennungen auf Rang 28 vertreten
(Top-Themen: Parteivorsitz, Diskussion um grüne EU-Spitzenkandidaten,
Reaktionen auf die diversen Wahlen, Debatte um den 3.
Nationalratspräsidenten Martin Graf). Neben Glawischnig sind noch
fünf weitere Frauen in den Top-30 vertreten (entspricht einer Quote
von 20 Prozent). Bestplatzierte Politikerin ist Ministerin Claudia
Schmied auf Rang drei.
Bester Neueinsteiger der Wertung ist der ehemalige
Landeshauptmannstellvertreter Erich Haider auf Rang 13 (5.077
Nennungen). Der oberösterreichische SPÖ-Chef zog die Konsequenzen aus
der Niederlage bei den Landtagswahlen und trat im Oktober zurück.
Die ÖVP stellt auch in diesem Jahr mit zwölf Politikerinnen und
Politikern die stärkste Partei im Ranking. Die SPÖ folgt mit zehn,
die FPÖ mit zwei Akteuren. Das BZÖ und die Grünen sind mit je einem
Vertreter bzw. einer Vertreterin präsent. Weiters finden sich im
Ranking Bundespräsident Heinz Fischer (Rang fünf, 9.038 Nennungen),
die parteifreie Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (Rang 16,
4.667 Nennungen), Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl (Rang
26, 3.448 Nennungen) und EU-Parlamentarier Hans-Peter Martin von der
Liste Dr. Martin (Rang 29, 3.177).
Die Top-3 der Jahresrankings 2003 bis 2009 im Überblick
2009: Werner Faymann, Josef Pröll, Claudia Schmied
2008: Alfred Gusenbauer, Jörg Haider, Werner Faymann
2007: Alfred Gusenbauer, Wilhelm Molterer, Jörg Haider
2006: Wolfgang Schüssel, Alfred Gusenbauer, Jörg Haider
2005: Jörg Haider, Wolfgang Schüssel, Hubert Gorbach
2004: Jörg Haider, Wolfgang Schüssel, Karl-Heinz Grasser
2003: Jörg Haider, Wolfgang Schüssel, Karl-Heinz Grasser
Kommentar und Analyse zum Politiker-Jahresranking 2009
MediaWatch-Geschäftsführer Hannes Vorhofer
"Politische Inhalte werden in modernen Demokratien vor allem über
die Medien an die Bevölkerung vermittelt. Die Medienpräsenz von
Politikerinnen und Politikern bildet dabei die Grundlage für die
öffentliche Wahrnehmung, das mediale Image-Building und letztendlich
den Wahlerfolg. Die reine Präsenz hat zwar eine beschränkte
Aussagekraft, ist allerdings die Grundlage der öffentlichen Debatte:
Wer nicht vorkommt, kann auch nicht wahrgenommen werden. Deshalb
untersucht das MediaWatch-Institut in Kooperation mit APA-OTS die
mediale Präsenz österreichischer Politikerinnen und Politiker in den
heimischen Tageszeitungen", erläutert MediaWatch-Geschäftsführer Mag.
Hannes Vorhofer die Bedeutung und Rolle der Medien in der politischen
Kommunikation und analysiert das MediaWatch-Politiker-Jahresranking
2009:
"Die Politikberichterstattung in Österreich liegt hinsichtlich der
Personalisierung und Elitenzentrierung weiter im internationalen
Trend. Besondere Aufmerksamkeit erhielten Werner Faymann und Josef
Pröll, die 12 Prozent bzw. 11 Prozent aller Nennungen der Top-30
Politiker auf ihre Person vereinen können. Außerdem zeigt sich, dass
insgesamt die Spitzen der Parteien und Institutionen im Fokus der
Berichterstattung stehen. So finden sich im Ranking fast
ausschließlich Parteichefs, Minister, Landesspitzen und
Top-Funktionäre von Interessensvertretungen. In der täglichen
Informationsflut kämpfen die Parteien um die größte mögliche
Aufmerksamkeit des Wählerpublikums, und das gelingt am besten durch
eine gezielte, starke Medienpräsenz der jeweiligen
Spitzenpolitikerinnen und -politiker. Durch ihre Spitzenakteure
werden die Parteien in der Medienöffentlichkeit personifiziert und
somit leichter greifbar.
Noch stärker als im vergangenen Jahr dominieren im Ranking 2009
die beiden Regierungsparteien SPÖ und ÖVP. Sie stellen 22 der 30
Top-Politikerinnen und -politiker (73 Prozent). Außerdem haben über
zwei Drittel der in der Wertung vertretenden Akteure eine
Regierungsfunktion auf Bundes- oder Landesebene. Hier spiegelt sich
die allgemeine Tendenz der Medien wider, politischen
Entscheidungsträgerinnen und -trägern mehr Aufmerksamkeit zu
schenken: Amtsinhaber und Regierungen haben - zumindest was die
Präsenz betrifft - grundsätzlich einen "Medien-Bonus". Allerdings ist
mediale Präsenz nicht nur eine Bringschuld der Medien, sondern vor
allem eine Bringschuld der politischen Akteure. Wer nichts zu sagen
hat, was Neuigkeits- und Nachrichtenwert hat, der darf auch nicht
erwarten, medial präsent zu sein - egal ob Regierungs- oder
Oppositionsmitglied."
About MediaWatch:
Die MediaWatch Institut für Medienanalysen GmbH steht zu 100
Prozent im Eigentum der APA - Austria Presse Agentur und gehört zu
den führenden Spezialisten für quantitative und qualitative
Medienresonanz-Analysen. MediaWatch erstellt für PR-Professionals aus
Wirtschaft und Politik maßgeschneiderte Analysen zur Erfolgs- und
Effizienzkontrolle von Public Relations und medialem Image-Building.
Die Analysen basieren auf der Inhaltsanalyse als anerkannte Methode
der empirischen Sozialforschung.
MediaWatch analysiert im Auftrag von APA-OTS die Präsenz
österreichischer Politikerinnen und -politiker in der
Berichterstattung der heimischen Tageszeitungen. Ein wöchentlich
aktualisiertes Ranking ist über den OTS-Politik-Channel
http://www.ots.at/politik kostenlos abrufbar.
Rückfragehinweis:
MediaWatch Institut für Medienanalysen GmbH Hannes Vorhofer Geschäftsführer Tel.: +43 512 588 959-0 E-Mail: [email protected] http://www.apa-mediawatch.at APA - Austria Presse Agentur Barbara Rauchwarter Unternehmenssprecherin Leiterin Marketing & Kommunikation Tel.: +43/1/360 60-5700 E-Mail: [email protected] http://www.apa.at
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