E-Wirtschaft: Flexibler Versorgungsmix gibt Österreich Sicherheit

Historische Chance für erneuerbare Energien nicht verpassen

Wien (OTS) - "Österreich darf die historische Chance zum Ausbau
der erneuerbaren Energien im Gefolge der Kopenhagener Konferenz nicht ungenutzt verstreichen lassen, braucht aber weiterhin einen flexiblen Versorgungsmix bei Strom", erklärte die Generalsekretärin des Verbands der Elektrizitätsunternehmen Österreichs, Barbara Schmidt in einer Stellungnahme zur aktuellen Energiediskussion. Wenn man jetzt im Zuge der Energiestrategie keine konkreten Maßnahmen setze, seien selbst die bereits fixierten Ziele für Klimaschutz und die Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien auf 34 Prozent nur schwer zu verwirklichen. Schmidt: "Die E-Wirtschaft ist bereit zu handeln, doch wir brauchen ein umfassendes und realistisches Konzept, das alle Sektoren einbezieht."

Aus Sicht der E-Wirtschaft können in Österreich bis 2020 aus erneuerbaren Potenzialen zusätzlich jährlich 14,3 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt werden. Davon entfallen rund 50 Prozent auf den Ausbau der Wasserkraft und die Ertüchtigung bestehender Anlagen. 30 Prozent des Potenzials können aus der Errichtung neuer Windkraftanlagen mobilisiert werden und etwa 20 Prozent im Bereich der Biomasseverstromung. Nur geringe Chancen sieht Schmidt wegen der hohen Kosten und anderer Hemmnisse vorerst bei Photovoltaik und Geothermie. "Die Einsparung einer Tonne CO2 mit Photovoltaik kostet derzeit 1300 Euro gegenüber 60 bis hundert Euro bei Windkraft. Wichtigste nachhaltige Ressource ist die Wasserkraft, wo wir sieben Milliarden Kilowattstunden bis 2020 zusätzlich pro Jahr erzeugen können, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und auch die Netze entsprechend ausgebaut werden", erklärte Schmidt. Damit könnte Österreich bis 2020 die Importabhängigkeit bei Strom abbauen.

E-Wirtschaft hat bereits maßgebliche Klimaschutz-Beiträge geleistet

Zur Sicherung der Versorgung wird Österreich weiterhin noch über Jahrzehnte auf die hocheffizienten thermischen Anlagen angewiesen sein. Schmidt: "Die E-Wirtschaft leistet hier seit vielen Jahren Beiträge zur Erhöhung der Energie-Effizienz und zur Reduktion von Schadstoff- und CO2-Emissionen." Obwohl der Stromverbrauch in Österreich im Zeitraum 1990 bis 2008 um 35 Prozent gestiegen ist, konnten die absoluten Emissionen durch die Erhöhung der Energie-Effizienz in den Kraftwerken um mehr als zehn Prozent seit 1990 praktisch gleich gehalten werden. Durch die laufende Modernisierung der konventionellen Kraftwerke in Österreich wurden in diesem Zeitraum somit rund drei Millionen Tonnen CO2 eingespart. Schmidt: "Das ist gleich viel wie der Masterplan Wasserkraft bis 2020 bringen kann und die thermischen Anlagen sind gleichzeitig der Garant für die Versorgungssicherheit, während beispielsweise Frankreich aktuell gerade mitten in einer Kältewelle Probleme hat." Der flexible Erzeugungsmix dürfe bei aller Euphorie für nachhaltige Potenziale nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden.

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