Neues Stadtviertel beim Hauptbahnhof Wien setzt hohe Umweltstandards

Wien Vorreiter in der umweltfreundlichen Mobilität ebenso wie im klimafreundlichen Wohnbau

Wien (OTS) - Klimaschutz und Umweltbewusstsein werden in Wien "groß" geschrieben - auch im rund 59 ha großen Stadtviertel, das beim neuen Hauptbahnhof Wien entstehen wird. Planungsstadtrat DI Rudi Schicker unterstreicht den hohen Stellenwert einer umweltbewussten und Klima schonenden Stadtentwicklung, die auch in den behördlichen Grundlagen für das neue Stadtviertel am Hauptbahnhof festgeschrieben sind: "Wien ist die lebenswerteste Stadt der Welt. Dafür ist nicht zuletzt der verantwortungsvolle und schonende Umgang mit den natürlichen Ressourcen verantwortlich. Auch bei der Planung des neuen Stadtviertels beim künftigen Hauptbahnhof Wien wurde von Beginn an großer Wert auf ökologische Aspekte, Energieeffizienz und generell höchste Umweltstandards gelegt".

Der Vorwurf von Frau Langthaler, die Planer für den neuen Hauptbahnhof achteten wohl auf schöne Architektur, würden aber essenzielle Fragen wie zeitgemäße Energiestandards nicht berücksichtigen, wird ebenso zurückgewiesen, wie jener von Bundesminister Berlakovich, die Länder lehnten sich in Sachen Klimaschutz zurück. Tatsache ist: Wien hat die Weichen in Sachen Klimaschutz schon vor vielen Jahren in die richtige Richtung gestellt und hat Dank des ambitionierten Klimaschutzprogramms die geringsten Pro-Kopf-Emissionen österreichweit, nämlich 5,5 Tonnen, während der österreichische Durchschnitt bei 11 Tonnen pro Kopf liegt. Die Klimaschutzmaßnahmen umfassen alle Bereiche, natürlich auch den Städtebau.

Konkret schreibt bereits die Umweltverträglichkeitsprüfung für den Städtebau, eingereicht von der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH, hohe Energiestandards vor. Der Heizwärmebedarf wurde ebenso wie der Kühlbedarf limitiert, um eine sparsame Energieverwendung sicher zu stellen. Im Bereich des neuen Stationsgebäudes des Hauptbahnhofes werden - entsprechend den aktuellen Planungen - für Heizen und Kühlen über Geothermie, im Detail mittels Vertikal- und Horizontalkollektoren mehr als 3 GWh/a gewonnen. Dieser Wert kann sich sehen lassen. Im Vergleich dazu: am Hauptbahnhof Berlin werden aus erneuerbaren Energiequellen 160.000 KWh/a gewonnen. Der restliche Energiebedarf des Hauptbahnhofes Wien wird durch Fernwärme bzw. Fernkälte abgedeckt.

Effiziente Energienutzung für neue ÖBB-Konzernzentrale

Auch beim Wettbewerb für die neue ÖBB-Konzernzentrale stand eine effiziente Energienutzung im Vordergrund. Die Architekten Zechner & Zechner entwarfen nicht nur ein schönes, sondern auch ein nachhaltiges "schlankes Gebäude" mit niedrigem Primärenergiebedarf und geringem Maß an Gebäudetechnik bei gleichzeitig gesundem und behaglichem Raumklima. Dabei werden passive Systeme verwendet wie z.B.: Nutzung der thermischen Speichermassen durch Bauteilaktivierung, regelbarer außen liegender Sonnenschutz, natürliche Lüftungsmöglichkeit und Wärmeabfuhr über automatische Nachtlüftung. Die Heizung und Kühlung erfolgt in erster Linie durch Luft-/ Wasserwärmepumpen. Eine Solare Kälteerzeugung unterstützt die Kühlung der Bürogeschoße. Zur Abdeckung der Spitzenlasten werden Fernwärme und Fernkälte verwendet. Bei der weiteren Planung werden Ressourceninanspruchnahme und Abfallaufkommen sowie gebäudebezogene Kosten im gesamten Lebenszyklus des Gebäudes berücksichtigt, um ökologischen und ökonomischen Ansprüchen entsprechen zu können. Damit schafft dieses Projekt nicht nur architektonisch und funktionell, sondern auch wirtschaftlich betrachtet neue Qualitäten.

Dichtes Öffi- und Radwege-Netz sowie kurze Wege fördern klimafreundliche Mobilität

Das Stadtviertel, das beim neuen Hauptbahnhof entstehen wird, profitiert von seiner zentralen Lage und der ausgezeichneten Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz: es ist im Norden an die U-Bahn-Linie U1, die Schnellbahn sowie die Straßenbahnlinien O und 18 sowie die Busse 13A und 69A angebunden. Die Linie D wird vom Wiedner Gürtel / Schweizergarten quer durch das neue Stadtviertel bis zur Straßenbahnlinie 6 bei der Gudrunstraße fahren. Im Süden wird das neue Stadtviertel auch an die U-Bahn-Linie U2 angebunden, die vom Karlsplatz über die Aspanggründe und das Arsenal bis ins Hauptbahnhof-Viertel fahren wird. Ein dichtes Rad- und Fußwegenetz ergänzt das attraktive Angebot der Umweltverbund-Verkehre. Über 1000 witterungsgeschützte Fahrradabstellplätze werden das Radfahren rund um den Bahnhof noch attraktiver machen. Damit werden beste Voraussetzungen für eine umweltfreundliche Mobilität geboten. "Bereits heute sind mehr Wienerinnen und Wiener mit den öffentlichen Verkehrsmitteln als mit dem Auto unterwegs. Im neuen Stadtviertel beim Hauptbahnhof wird sich das Verhältnis noch weiter zugunsten des öffentlichen, Fußgänger- und Radverkehrs verschieben", ist Stadtrat DI Rudi Schicker überzeugt.

Wien führend im ökologischen und Klima schonenden Wohnbau

Im Wiener Wohnbau sind Häuser im Niedrigenergie- oder Passivhausstandard schon lange selbstverständlich. Die Stadt Wien nimmt in diesem Bereich seit Jahren eine federführende Rolle ein. Der Niedrigenergiestandard ist im geförderten Wohnbau in Wien bereits seit 11 Jahren verpflichtend. Bereits heute gibt es in Wien zudem die höchste Dichte an Passivhausbauten im mehrgeschossigen Wohnbau weltweit. Darüber hinaus wird derzeit die größte Passivhaussiedlung Europas mit vorerst 740 Wohneinheiten im 3. Wiener Gemeindebezirk errichtet.

Selbstverständlich gelten diese hohen Standards auch für den geförderten Wohnbau im neuen Stadtviertel des Hauptbahnhofes. Auch dort wird ökologisch und Klima schonend gebaut: So erfüllen alle Wohnprojekte im ersten Realisierungsabschnitt Sonnwendviertel mit rund 1.160 Wohneinheiten einen verbesserten Niedrigenergiestandard. Der überwiegende Großteil entspricht dem Niedrigstenergie- bzw. Passivhausstandard. Schluss (Lay)

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