- 15.12.2009, 14:10:43
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Neues Stadtviertel beim Hauptbahnhof Wien setzt hohe Umweltstandards
Wien Vorreiter in der umweltfreundlichen Mobilität ebenso wie im klimafreundlichen Wohnbau
Wien (OTS) - Klimaschutz und Umweltbewusstsein werden in Wien
"groß" geschrieben - auch im rund 59 ha großen Stadtviertel, das beim
neuen Hauptbahnhof Wien entstehen wird. Planungsstadtrat DI Rudi
Schicker unterstreicht den hohen Stellenwert einer umweltbewussten
und Klima schonenden Stadtentwicklung, die auch in den behördlichen
Grundlagen für das neue Stadtviertel am Hauptbahnhof festgeschrieben
sind: "Wien ist die lebenswerteste Stadt der Welt. Dafür ist nicht
zuletzt der verantwortungsvolle und schonende Umgang mit den
natürlichen Ressourcen verantwortlich. Auch bei der Planung des neuen
Stadtviertels beim künftigen Hauptbahnhof Wien wurde von Beginn an
großer Wert auf ökologische Aspekte, Energieeffizienz und generell
höchste Umweltstandards gelegt".
Der Vorwurf von Frau Langthaler, die Planer für den neuen
Hauptbahnhof achteten wohl auf schöne Architektur, würden aber
essenzielle Fragen wie zeitgemäße Energiestandards nicht
berücksichtigen, wird ebenso zurückgewiesen, wie jener von
Bundesminister Berlakovich, die Länder lehnten sich in Sachen
Klimaschutz zurück. Tatsache ist: Wien hat die Weichen in Sachen
Klimaschutz schon vor vielen Jahren in die richtige Richtung gestellt
und hat Dank des ambitionierten Klimaschutzprogramms die geringsten
Pro-Kopf-Emissionen österreichweit, nämlich 5,5 Tonnen, während der
österreichische Durchschnitt bei 11 Tonnen pro Kopf liegt. Die
Klimaschutzmaßnahmen umfassen alle Bereiche, natürlich auch den
Städtebau.
Konkret schreibt bereits die Umweltverträglichkeitsprüfung für den
Städtebau, eingereicht von der ÖBB-Immobilienmanagement GmbH, hohe
Energiestandards vor. Der Heizwärmebedarf wurde ebenso wie der
Kühlbedarf limitiert, um eine sparsame Energieverwendung sicher zu
stellen. Im Bereich des neuen Stationsgebäudes des Hauptbahnhofes
werden - entsprechend den aktuellen Planungen - für Heizen und Kühlen
über Geothermie, im Detail mittels Vertikal- und
Horizontalkollektoren mehr als 3 GWh/a gewonnen. Dieser Wert kann
sich sehen lassen. Im Vergleich dazu: am Hauptbahnhof Berlin werden
aus erneuerbaren Energiequellen 160.000 KWh/a gewonnen. Der restliche
Energiebedarf des Hauptbahnhofes Wien wird durch Fernwärme bzw.
Fernkälte abgedeckt.
Effiziente Energienutzung für neue ÖBB-Konzernzentrale
Auch beim Wettbewerb für die neue ÖBB-Konzernzentrale stand eine
effiziente Energienutzung im Vordergrund. Die Architekten Zechner &
Zechner entwarfen nicht nur ein schönes, sondern auch ein
nachhaltiges "schlankes Gebäude" mit niedrigem Primärenergiebedarf
und geringem Maß an Gebäudetechnik bei gleichzeitig gesundem und
behaglichem Raumklima. Dabei werden passive Systeme verwendet wie
z.B.: Nutzung der thermischen Speichermassen durch
Bauteilaktivierung, regelbarer außen liegender Sonnenschutz,
natürliche Lüftungsmöglichkeit und Wärmeabfuhr über automatische
Nachtlüftung. Die Heizung und Kühlung erfolgt in erster Linie durch
Luft-/ Wasserwärmepumpen. Eine Solare Kälteerzeugung unterstützt die
Kühlung der Bürogeschoße. Zur Abdeckung der Spitzenlasten werden
Fernwärme und Fernkälte verwendet. Bei der weiteren Planung werden
Ressourceninanspruchnahme und Abfallaufkommen sowie gebäudebezogene
Kosten im gesamten Lebenszyklus des Gebäudes berücksichtigt, um
ökologischen und ökonomischen Ansprüchen entsprechen zu können. Damit
schafft dieses Projekt nicht nur architektonisch und funktionell,
sondern auch wirtschaftlich betrachtet neue Qualitäten.
Dichtes Öffi- und Radwege-Netz sowie kurze Wege fördern
klimafreundliche Mobilität
Das Stadtviertel, das beim neuen Hauptbahnhof entstehen wird,
profitiert von seiner zentralen Lage und der ausgezeichneten
Anbindung an das öffentliche Verkehrsnetz: es ist im Norden an die
U-Bahn-Linie U1, die Schnellbahn sowie die Straßenbahnlinien O und 18
sowie die Busse 13A und 69A angebunden. Die Linie D wird vom Wiedner
Gürtel / Schweizergarten quer durch das neue Stadtviertel bis zur
Straßenbahnlinie 6 bei der Gudrunstraße fahren. Im Süden wird das
neue Stadtviertel auch an die U-Bahn-Linie U2 angebunden, die vom
Karlsplatz über die Aspanggründe und das Arsenal bis ins
Hauptbahnhof-Viertel fahren wird. Ein dichtes Rad- und Fußwegenetz
ergänzt das attraktive Angebot der Umweltverbund-Verkehre. Über 1000
witterungsgeschützte Fahrradabstellplätze werden das Radfahren rund
um den Bahnhof noch attraktiver machen. Damit werden beste
Voraussetzungen für eine umweltfreundliche Mobilität geboten.
"Bereits heute sind mehr Wienerinnen und Wiener mit den öffentlichen
Verkehrsmitteln als mit dem Auto unterwegs. Im neuen Stadtviertel
beim Hauptbahnhof wird sich das Verhältnis noch weiter zugunsten des
öffentlichen, Fußgänger- und Radverkehrs verschieben", ist Stadtrat
DI Rudi Schicker überzeugt.
Wien führend im ökologischen und Klima schonenden Wohnbau
Im Wiener Wohnbau sind Häuser im Niedrigenergie- oder
Passivhausstandard schon lange selbstverständlich. Die Stadt Wien
nimmt in diesem Bereich seit Jahren eine federführende Rolle ein. Der
Niedrigenergiestandard ist im geförderten Wohnbau in Wien bereits
seit 11 Jahren verpflichtend. Bereits heute gibt es in Wien zudem
die höchste Dichte an Passivhausbauten im mehrgeschossigen Wohnbau
weltweit. Darüber hinaus wird derzeit die größte Passivhaussiedlung
Europas mit vorerst 740 Wohneinheiten im 3. Wiener Gemeindebezirk
errichtet.
Selbstverständlich gelten diese hohen Standards auch für den
geförderten Wohnbau im neuen Stadtviertel des Hauptbahnhofes. Auch
dort wird ökologisch und Klima schonend gebaut: So erfüllen alle
Wohnprojekte im ersten Realisierungsabschnitt Sonnwendviertel mit
rund 1.160 Wohneinheiten einen verbesserten Niedrigenergiestandard.
Der überwiegende Großteil entspricht dem Niedrigstenergie- bzw.
Passivhausstandard. Schluss (Lay)
Für den Inhalt verantwortlich: DI Vera Layr
Rückfragehinweis:
PID-Rathauskorrespondenz
DI Vera Layr, Mediensprecherin StR. DI Rudolf Schicker
Tel.: +43 1 4000-81420
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