- 11.12.2009, 15:29:49
- /
- OTS0269 OTW0269
Eine Woche Klimakonferenz - GLOBAL 2000 zieht erste Bilanz: Verhandlung stocken, Österreich bremst!
UmweltschützerInnen fordern von EU und Industriestaaten 40 Prozent Emissionsreduktion bis 2020
Wien/Kopenhagen (OTS) - Seit einer Woche finden in Kopenhagen
Verhandlungen über die wichtigen Fragen zum Schutz des Weltklimas
statt. Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 sieht im bisherigen
Verlauf wenig Grund für Optimismus. "Wie auf einem Basar wird von den
Delegationen um die Zukunft unseres Planeten geschachert. Die Fragen
der Finanzierung der Klimaschutzmaßnahmen und des Waldschutzes sind
ungeklärt. Wir hinken derzeit leider den ökologischen Notwendigkeiten
hinterher. Detailfragen führen zu Blockaden", kommentiert Manuel
Graf, Klimasprecher von GLOBAL 2000 den Stand der Verhandlung. Auch
Österreich spielt hier in den Augen der UmweltschützerInnen eine
unrühmliche Rolle. Mit einer Blockade der Verhandlung über die
Anrechnung von Waldemissionen, begibt sich die heimische Delegation
auf die Seite der Klimaschutz-Bremser. "Österreich will sich seine
sinkende Biomasse und die damit geringere CO2-Speicherfähigkeit der
heimischen Wälder nicht anrechnen lassen. Was national vielleicht
noch verständlich ist, droht hier einen wichtigen Teil des globalen
Klimaabkommens zu torpedieren", so Graf.
Für die Verhandlungsblockade verantwortlich sind vor allem die
reichen Industrieländer. "Wir werden unserer historischen
Verantwortung als Verursacher des Klimawandels nicht gerecht. Wenn
nicht Bewegung in die Position der Industrienationen kommt, werden
wir das zwei Grad-Ziel nicht erreichen können", warnt Graf. Bei den
Emissionszielen liegen die derzeitigen Verhandlungsangebote weit
hinter der wissenschaftlich notwendigen Reduktion von 40 Prozent bis
2020 gegenüber dem Basisjahr 1990.
Auch bei der Finanzierung gibt es keine Zugeständnisse für die
mittel- und langfristige finanzielle Unterstützung der
Entwicklungsländer bei deren Klimaschutz-Anstrengungen. Bei den
bisher genannten Zahlen ist es unklar, ob sie frisches Geld
darstellen oder evtl. mit Entwicklungshilfe-Geldern verrechnet
werden. "Die Industriestaaten haben offensichtlich noch nicht
begriffen, dass sie sich nicht bei einer internationalen
Handelskonferenz befinden, sondern gemeinsam Lösungen gegen den
drohenden Klimawandel finden müssen. Hier geht es nicht um 'gibst du
mir, geb ich dir'-, sondern um Klimaschutz mit klaren
Zuständigkeiten", so Graf abschließend.
Rückfragehinweis:
GLOBAL 2000
Jens Karg
Tel.: +43 699 1 42000 20
mailto:[email protected]
www.global2000.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GLL






