• 09.12.2009, 17:16:55
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Eßl: Bergbauern wollen auch in Zukunft Nahrung und Landschaft erzeugen

Konferenz in Alpach startete Diskussion über Zukunft der Berggebietspolitik

Wien (OTS) - "Unsere Bergbauern wollen in Zukunft nicht nur
Landschaft, sondern weiterhin hervorragende Lebensmittel erzeugen,
und die Politik muss dafür die Rahmenbedingungen garantieren. Derzeit
findet eine intensive Diskussion über die EU-Agrarpolitik nach 2013
statt, an der wir uns aktiv beteiligen werden, damit unsere
Berglandwirtschaft auch in der nächsten Finanzplanungsperiode von
2014 bis 2020 abgesichert ist. Produktionsfunktion und
Multifunktionalität der Landwirtschaft im Berggebiet sind als die
wesentlichen gesellschaftlichen Leistungen der Bergbauernfamilien
untrennbar miteinander verbunden. Daher haben auch die grundlegenden
Instrumente der 1. Säule der EU-Agrarpolitik, wie Interventionen oder
Exporthilfen, weiterhin eine fundamentale Bedeutung", stellt Franz
Eßl, Obmann der ARGE Bergbauernfragen der Landwirtschaftskammer
Österreich und Präsident der LK Salzburg, fest.

Höhere Produktionskosten abgelten

"Die Produktionsfunktion der Berglandwirtschaft steht im
Spannungsfeld zwischen liberalisierten Agrarmärkten und den in den
Bergregionen höheren Produktionskosten. Eine erfolgreiche
Positionierung der Berglandwirtschaft mit ihren Erzeugnissen verlangt
spezifische Strategien, einschließlich einer klareren Kennzeichnung",
so Eßl weiter.

"Die österreichische Bergbauernpolitik liegt im europäischen
Spitzenfeld und zeichnet sich vor allem mit den spezifischen
Instrumenten Ausgleichszulage und Umweltprogramm aus. Ein zentrales
Element einer künftigen Politik für die Bergebiete wird daher der
Ausgleich der beständigen naturbedingten Benachteiligungen bleiben.
Daher ist der Ausbau der finanziellen Substanz (derzeit EUR 276 Mio.)
dringend notwendig. Wir begrüßen in diesem Zusammenhang auch die
Ankündigung der EU-Agrarkommissarin, dass die Obergrenzen der
Zahlungen angehoben werden sollten. Darüber hinaus muss auf EU-Ebene
der legistische Rahmen ausgebaut werden, damit mehr
Gestaltungsspielraum für die funktionsgerechte Differenzierung der
Ausgleichszulage, vor allem in der Unterscheidung zwischen
Betriebstypen mit einer Präferenz für die Viehwirtschaft (Rinder),
möglich wird", ergänzt Eßl.

EU-Budget: Keine Renationalisierung

"Wenn derzeit über das zukünftige EU-Budget diskutiert wird, gilt
es zu vermeiden, dass jene die Oberhand erhalten, die sich für eine
Renationalisierung der europäischen Agrarpolitik beziehungsweise der
Finanzierung aussprechen. Die Vergangenheit hat ganz klar gezeigt,
dass nur eine gemeinsame Politik trotz größter Herausforderungen -
wie etwa der EU-Erweiterung - kalkulierbare Rahmenbedingungen mit
sich gebracht hat. Das erleichterte die längerfristige Ausrichtung
der landwirtschaftlichen Betriebe. Umso mehr ist es an der Zeit, dass
mit dem neuen EU-Haushalt eine nachhaltige Positionierung der
Gemeinsamen Agrarpolitik als Gemeinschaftsaufgabe erfolgt. Eine
Renationalisierung würde einen fundamentalen Rückschritt bedeuten,
ohne über nationale Instrumente einen Ausgleich herbeiführen zu
können", warnt Eßl.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Dr. Josef Siffert
Tel.: +43/1/53441-8521
mailto: j.siffert@lk-oe.at
www.lk-oe.at

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