• 09.12.2009, 15:56:18
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Kopenhagen: Waldmusterland Österreich müsste zahlen

Untaugliche Berechnungsmethode zum Wald als Kohlenstoffsenke

Wien (OTS) - Derzeit wird beim Weltklimagipfel in Kopenhagen
intensiv verhandelt, wie man den weltweiten Ausstoß an Treibhausgasen
- Hauptverursacher dafür sind Verkehr und die Industrie - eindämmen
und so den Klimawandel bremsen könnte. Einer der Ansätze dafür ist,
Wälder als Kohlenstoffsenke heranzuziehen, weil sowohl im Holz als
auch im Waldboden das klimaschädliche Gas Kohlendioxyd (CO2)
gespeichert wird.

Auf Basis des bisherigen Klimaabkommens von Kyoto können sich
Staaten die zusätzliche Speicherung von CO2 im Wald als "Senke"
anrechnen lassen. Das funktioniert aber mit der vorgeschlagenen
Berechnungsmethode vor allem in jenen Staaten, die eine sehr geringe
Forstausstattung haben und daher Wälder neu auspflanzen, oder in
solchen, die ihre Forste kaum bewirtschaften. "Das alles trifft auf
die waldreichen Länder Österreich, Finnland und Schweden nicht zu.
Diese Staaten mit einer jahrzehntelang bewährten und nachhaltigen
Forstwirtschaft laufen vielmehr Gefahr, bei verpflichtender Anwendung
der diesbezüglichen Bestimmung des Kyoto-Protokolls, wie es derzeit
in Kopenhagen diskutiert wird, sogar hohe Strafen zahlen zu müssen,
für die dann der Steuerzahler aufkommen müsste", warnt der Präsident
der Landwirtschaftskammer Österreich, Gerhard Wlodkowski.

Kopenhagen: Ungerechtfertigte Angriffe auf Österreich werden
zurückgewiesen

"Unser Land müsste bei Anwendung der strittigen Berechnungsmethode
nach ersten Hochrechnungen sogar Strafe in Höhe eines
Milliardenbetrages zahlen. Dies, obwohl aufgrund der hohen
Waldausstattung die absolute CO2-Speicherung im Wald bei uns weit
höher ist, als in anderen Ländern. Bundesminister Nikolaus
Berlakovich hat daher völlig Recht, in Kopenhagen einer
verpflichtenden Anwendung des Artikels 3.4 nicht zuzustimmen und so
die Geldbörsel der Steuerzahler massiv zu schonen", unterstützt
Wlodkowski die ablehnende Haltung Österreichs.

Österreich, Finnland und Schweden gehören gemeinsam mit Lettland
zu den einzigen Mitgliedsstaaten der EU, die bereits jetzt die
Zielsetzung für 2020 mit 20% erneuerbarer Energie nicht nur erreicht,
sondern bereits überschritten haben. In allen Ländern spielt bei der
Zielerreichung eine ausgereifte und nachhaltige Forstwirtschaft die
wichtigste Rolle. "Wenn in Europa ernsthaft beide Ziele - mehr
erneuerbare Energie und weniger Treibhausgase - erreicht werden
sollen, müssen in Kopenhagen unsere Bedenken bezüglich der
ungeeigneten Berechnungsmethode ernst genommen werden", hält
Wlodkowski ausdrücklich fest.

Tropenwald-Vernichtung nicht mit Forstwirtschaft in Österreich
vergleichen

"Die Umweltorganisationen sollen das Problem der
Tropenwald-Vernichtung nicht mit der nachhaltigen Forstwirtschaft in
Österreich, Finnland oder Schweden verwechseln. Die Vernichtung der
Regenwälder ist in den betroffenen Tropenländern zu lösen.
Untaugliche Berechnungsmethoden, die eine nachhaltige Bewirtschaftung
der Forste in Europa bestrafen, sind jedenfalls das falsche Signal
für Kopenhagen", weist der LK-Präsident die ungerechtfertigten
Angriffe zurück.

"Wir müssen uns beim Klimaschutz auf die wichtigen Kernpunkte
konzentrieren. Einerseits gilt es, fossile CO2-Quellen aus Kohle,
Erdöl und Erdgas zurückzudrängen und durch CO2-neutrale Energieträger
wie Holz zu ersetzen sowie den Energieeinsatz insgesamt effizienter
zu gestalten. Andererseits könnte ein wesentlicher Beitrag zum
Klimaschutz vor allem auch durch eine verstärkte Holznutzung und
-verwendung für Bauen und Wohnen erreicht werden, da in einem
Kubikmeter Holz 950 Kilogramm CO2 gespeichert werden. Diese Tatsache
scheinen gewisse Umweltschützer noch nicht verinnerlicht zu haben",
verweist Wlodkowski auf einen wichtigen Ansatz zur Lösung der
Klimamisere.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Tel.: +43/1/53441-8520, 8523
mailto:presse@lk-oe.at
www.lk-oe.at

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