• 09.12.2009, 11:32:07
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NEWS veröffentlicht vollständigen Prüfbericht zu Finanzskandal in Fohnsdorf

Bericht der Gemeindebehörde ab 12 Uhr auf www.news.at online

Wien (OTS) - Das Nachrichtenmagazin NEWS veröffentlicht in seiner
am Donnerstag erscheinenden Ausgabe die brisantesten Auszüge aus dem
bisher unveröffentlichten Bericht der Fachabteilung 7A des Amtes der
Steiermärkischen Landesregierung über die Überprüfung der Gebarung
der Gemeinde Fohnsdorf. Der vollständige Prüfbericht wird heute um
Punkt 12 Uhr auf www.news.at zum Download bereitgestellt.

In dem 127 Seiten starken Dokument stellen die Prüfer dem
Bürgermeister der Gemeinde Fohnsdorf, Johann Straner (SPÖ), ein
vernichtendes Zeugnis aus.

Im Zentrum des Fohnsdorfer Finanzdebakels steht dabei die Therme
Fohnsdorf, deren Geschäftsführer Straner bis vor wenigen Tagen war.
Seit der Eröffnung der Therme im Dezember 2007 hat diese ein Ergebnis
der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von minus 2.657.287,49 Euro
erwirtschaftet.

Bereits Ende September 2009 hat der zuständige Wirtschaftsprüfer
mitgeteilt, dass er seinen Bestätigungsvermerk für die Therme
"einschränken" werde. Zitat aus dem Prüfbericht: "Sollte die Therme
Fohnsdorf GmbH nicht umgehend frisches Kapital zugeschossen bekommen,
wäre eine Anmeldung einer Insolvenz (...) unumgänglich."

Der aktuelle Bedarf an frischem Kapital betrage derzeit zwei
Millionen Euro, zudem müsse jährlich eine weitere Million für den
laufenden Betrieb zugeschossen werden.

Laut Prüfbericht haftet die Gemeinde unter Berücksichtigung der
ausgelagerten Unternehmen bereits für mehr als 29 Millionen Euro.
Darüber hinaus hat Fohnsdorf noch mehr als fünf Millionen Euro an
Zuschüssen getätigt, die im Fall einer Insolvenz der Therme wertlos
wären.

Zitat: "Der Schaden für die Gemeinde Fohnsdorf wäre so
weitreichend, dass die Bonität und Liquidität der Gemeinde dadurch
ernsthaft gefährdet wäre."

Die Prüfer stoßen sich jedoch nicht nur am Thermen-Debakel. Auch
die "Art der Verrechnung" und die "Darstellung des Kassenbestandes"
der Gemeinde widerspräche "jeglichen Buchhaltungsvorschriften und
einschlägigen Bestimmungen". Die Aktenablage wird als "chaotisch" und
"unvollständig" beschrieben.

Zudem habe die Gemeinde auf eine Reihe von Einnahmen verzichtet,
die sie hätte einnehmen müssen. Besonders aufklärungswürdig scheinen
auch Vorgänge rund um Entschädigungszahlungen für Abbruchhäuser und
um den parteinahen "Verein Arbeiterheim".

Für Landeshauptmann Franz Voves (SPÖ), der eine Prüfung durch den
unabhängigen Rechnungshof des Bundes strikt ablehnt, droht Fohnsdorf
damit zum Damoklesschwert im beginnenden Landtagswahlkampf zu werden.

Rückfragehinweis:
Kurt Kuch
NEWS-Chefreporter
Tel.: (01) 213 12 DW 1143

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