• 09.12.2009, 11:25:39
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Lärm am Arbeitsplatz: AK und "Hörstadt" fordern politische Gegenmaßnahmen

Linz (OTS) - Vier von fünf Beschäftigten mit Geräuschquellen am
Arbeitsplatz fühlen sich dadurch belastet, 17 Prozent sogar "stark"
oder "sehr stark". Das ist ein zentrales Ergebnis einer
repräsentativen Befragung österreichischer Arbeitnehmer/-innen im
Rahmen des Arbeitsgesundheitsmonitors der AK OÖ. Die AK und Hörstadt
fordern massive Anstrengungen zur Verbesserung des Lärmschutzes.

Fast zwei Drittel aller Arbeitnehmer/-innen sind mit Lärm und
Geräuschquellen am Arbeitsplatz konfrontiert. 27 Prozent der
Arbeitnehmer/-innen werden mehr als die Hälfte der Zeit von einer
Lärmquelle gestört, sieben Prozent die ganze Zeit über.

Trotz dieser erheblichen Belastungen gaben nur 18 Prozent der
Betroffenen an, dass es in ihrem Unternehmen Maßnahmen zur
Lärmreduzierung gibt. Obwohl der Handel zu den Branchen mit
überdurchschnittlich häufiger Dauerbeschallung gehört, gibt es dort
bei weitem am wenigsten Gegenmaßnahmen (in nur drei Prozent der
Betriebe).

"Mehr Lärmschutz in den Betrieben, insbesondere durch technische
und organisatorische Schutzmaßnahmen, ist daher unbedingt notwen-
dig. Und die geltenden gesetzlichen Bestimmungen zur Lärmprävention
müssen stärker kontrolliert werden", forderte AK-Präsident
Dr. Johann Kalliauer heute in einer Pressekonferenz.

Lärmbelastung und ihre gesundheitlichen Folgen sind längst nicht
mehr nur ein Problem in Fabriken und Maschinenhallen. Auch
Arbeitnehmer/-innen im Handel sind besonders häufig ständigen
Beschallungen ausgesetzt. "Gerade in den Handelsbetrieben wird aber
am wenigsten gegen die Lärmbelastung getan", kritisiert der
AK-Präsident und verlangt verstärkte Anstrengungen der
Handelsunternehmen, ihre Angestellten vor Lärm und Zwangsbeschallung
zu schützen.

"Die Integration akustischer Agenden in den
Arbeitsgesundheitsmonitor ist ein weiterer Schritt, unsere akustische
Umwelt zu einem politischen Thema zu machen" sagte Peter Androsch,
Leiter des Projektes "Hörstadt" im Rahmen des Kulturhauptstadtjahres
Linz09. "Um akustische Verbesserungen zu erreichen, bedarf es
zusätzlich zur Lärmmessung qualitativer Methoden", forderte Androsch.
Denn leise Dauerbelastungen, abrupte Lautstärkenunterschiede oder das
Fehlen von Ruheräumen könnten ebenso krank machen wie Dauerlärm.

Als Erfolg wertete Androsch, dass die Stadt Linz mit der Linzer
Charta am 22. Jänner 2009 das erste akustische
Stadtentwicklungsprogramm Europas beschlossen und die neue
oberösterreichische Landesregierung sich selbst verpflichtet habe,
"Lärmberieselung" zu thematisieren.

Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Dr. Walter Sturm
Tel.: (0732) 6906-2192
mailto:walter.sturm@akooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

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