- 07.12.2009, 10:39:33
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Berlakovich: EU-Agrarpolitik muss auch in Zukunft Landwirtschaft im Berggebiet sichern
Bergebiete-Konferenz in Alpbach - EU Kommissarin Fischer Boel präsentiert Konzept

Wien (OTS) - Hochrangige Vertreter der Alpenländer sammeln bei der
Berggebiete-Konferenz im tirolerischen Alpbach auf Einladung von
Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich gemeinsam mit
Landwirtschafts-Kommissarin Mariann Fischer Boel konkrete Ideen und
Entwicklungsmöglichkeiten für die Berggebiete und entwickeln
Perspektiven für die Absicherung der Landwirtschaft im Berggebiet.
"Dabei ist es mir wichtig, unsere Interessen, speziell die der
Bergbauern in die schon laufende Diskussion über die Zukunft der
Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013 einzubringen," so
Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich anlässlich der Veranstaltung
zur Zukunft der Berggebiete, die vom 6. bis 7. Dezember 2009 im
Kongresszentrum Alpbach/Tirol stattfindet.
Knapp drei Viertel der österreichischen landwirtschaftlichen
Betriebe befinden sich im Berg- bzw. im benachteiligten Gebiet. Daher
braucht es auch in Zukunft besonders für die Berggebiete finanzielle
Unterstützung. Schon jetzt gibt es einen Förderschwerpunkt für Berg-
und benachteiligtes Gebiet, denn diese Betriebe erbringen neben der
landwirtschaftlichen Produktion mit ihrer Arbeit vielfältige
Leistungen, wie etwa für den Tourismus und Naherholung, die
Offenhaltung der Kulturlandschaft und im Schutz vor Naturgefahren.
Für Bergbauernprogramm steht ein Topf von insgesamt 276 Millionen
Euro jährlich zur Verfügung, außerdem werden die Leistungen dieser
Landwirte auch durch andere Zahlungen, etwa dem Umweltprogramm oder
der Investitionsförderung abgegolten.
Um diese Unterstützung auch in Zukunft gewährleisten zu können,
ist eine gemeinsame Anstrengung notwendig. "Deshalb habe ich
gemeinsam mit Kommissarin Fischer Boel die Initiative ergriffen und
hochrangige Vertreter aus den Alpenländern von 6. bis 7. Dezember
2009 nach Tirol eingeladen", so Berlakovich.
Konkreter Anlass und Mittelpunkt dieser Konferenz ist die
Vorstellung des Konzepts "New Insights into Mountain Farming" der
Europäischen Kommission. Dieses Papier soll mit einer umfassenden
Darstellung der Situation der Berglandwirtschaft einen Rahmen und
Ansatzpunkt für konkrete Schritte in Richtung einer nachhaltigen
land- und forstwirtschaftlichen Nutzung der Bergregionen insbesondere
nach 2013 liefern.
"Betriebe in benachteiligten und Berg-Regionen sollen weiterhin
spezielle Unterstützungen erhalten, denn wir wollen unsere
flächendeckende bäuerliche und naturnahe Landwirtschaft über das Jahr
2013 hinaus erhalten", so Berlakovich. "Daher müssen wir weiterhin
sicherstellen, dass einerseits geographische Benachteiligungen und
Umweltleistungen ausgeglichen werden, andererseits aber spürbar die
wirtschaftliche Kraft unserer bäuerlichen Betriebe im Besonderen
sowie den ländlichen Raum insgesamt stärkt. Viele wollen auf die
EU-Agrargelder zugreifen, daher werde ich mich dafür einsetzen, dass
die Bergbauern dabei nicht zu kurz kommen."
Neben dem Ausbau von Ausgleichszulage und Agrarumweltmaßnahmen für
das Berggebiet ist eine verbesserte Investitionsförderung notwendig,
erklärt LH-Stv. Anton Steixner: "Der Kauf von notwendigen
Spezialmaschinen für unsere Steilhänge ist sehr oft mit höheren
Kosten verbunden. Aber auch Baumaßnahmen sind aufgrund der Lage und
des Klimas teurer als in Gunstlagen. Und das bei oft mangelhafter
Infrastruktur. Die Bewirtschaftung der Bergbetriebe muss auch für
Nachfolgegenerationen zumutbar sein. Diese Rahmenbedingungen ist uns
Brüssel schuldig."
"Es braucht immer und immer wieder intensive Überzeugungsarbeit
für die landwirtschaftliche Situation der Berggebiete.
Produktionsnachteile müssen ausgeglichen werden. Es geht hier nicht
um Wettbewerbsverzerrung, sondern um Leistungsabgeltung. Vergleicht
man Betriebe in Gunstlagen, so ist das Einkommen im Berggebiet um
über 40 % niedriger, bei ungleich höheren Produktionskosten. Ein
fairer Wettbewerb ist hier nicht möglich, also müssen die
existentiellen Rahmenbedingungen geschaffen werden", so LK-Präsident
Hechenberger besorgt.
Österreich hat bereits im Oktober gemeinsam mit zehn anderen
EU-Mitgliedsstaaten auf Initiative von Landwirtschaftsminister Niki
Berlakovich die "Wiener Grundsätze" einer gemeinsamen Agrarpolitik
formuliert und dabei unverrückbare Pflöcke eingeschlagen: Das
Bekenntnis zu einer gemeinsamen im Gegensatz zu einer
renationalisierten Agrarpolitik, die Forderung von stabilen
Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für die Bauern, ein
Bekenntnis zu beiden Säulen der GAP, den Direktzahlungen und den
Zahlungen für Mehrleistungen und Innovationen und Investitionen.
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