• 04.12.2009, 12:02:57
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Wlodkowski zum Weltklimagipfel: Dem Beispiel der Bauern folgen

Landwirtschaft hat EU-weit Emissionen um 20% gesenkt

Wien (OTS) - "Die Emissionen aus der Landwirtschaft sind seit 1990
EU-weit um 20% zurückgegangen. Nun müssen auch andere Bereiche wie
der Verkehr dem Beispiel der Bauern folgen, damit wir unsere
Klimaziele bis 2020 tatsächlich erreichen. Die Land- und Forstwirte
sind jedenfalls bereit und in der Lage, mit erneuerbarer Energie zur
zusätzlichen Treibhausgas-Reduktion beizutragen. Meint man es mit dem
Klimaschutz tatsächlich ernst, dürfen nicht länger einzelne
Befindlichkeiten das Wirksamwerden des Ökostromgesetzes verzögern.
Denn die 'grüne Energie' ist eine große Chance für Europa: Sie
ersetzt schädliche Klimagase, erspart Milliarden Euro, die sonst für
fossile Energie ins Ausland abfließen würden, sichert Aufträge für
Forschung und Anlagenbau, steigert die heimische Wertschöpfung und
gibt auch der Landwirtschaft neue Perspektiven", dies erklärte heute
Gerhard Wlodkowski, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich,
im Vorfeld der Weltklimakonferenz in Kopenhagen.

Wirtschaftskrise keine Ausrede

Die Staatengemeinschaft muss sich in Kopenhagen auf ein
Weltklimaabkommen einigen. Die Verpflichtungen des Kyoto-Abkommens
laufen nämlich 2012 aus und sind zu verlängern. Die EU hat bereits
eine Reduktion des Ausstoßes von CO2 und anderer Treibhausgase bis
2020 beschlossen, andere Industrie- und Schwellenländer wie die USA,
Japan beziehungsweise Indien oder China sollten verbindlich in die
Reduktionsziele für klimaschädliche Treibhausgase eingebunden werden.
Gleichzeitig gilt es, in den Entwicklungsländern Fehlentwicklungen zu
vermeiden.

"Das Argument, dass wegen der Krise kein Geld für Klimaschutz da
sei, ist schlichtweg falsch, denn ohne Maßnahmen zur Eindämmung der
Emissionen klimaschädlicher Gase wird es um ein Vielfaches teurer.
Klimaschutz mit erneuerbarer Energie bringt mehr als er kostet,
reduziert die Öl- und Gasabhängigkeit und bekämpft so aktiv die
Krise", stellte Wlodkowski fest. Anstelle der Zukäufe von
Zertifikaten in Drittstaaten durch die Finanzierung von
Treibhausgas-reduzierenden Projekten in jenen Ländern sollten diese
Mittel besser im Inland für Klimaschutzmaßnahmen verwendet werden.

Agrarwirtschaft klima-positiv

"Die Land- und Forstwirtschaft ist der einzige Sektor der
Volkswirtschaft, der über die Pflanzen und den Boden wesentlich mehr
Klimagase bindet als er erzeugt. Denn Pflanzen brauchen zum Wachstum
CO2 und erzeugen dabei Sauerstoff. Selbst die als Klimasünder viel
gescholtene Kuh bilanziert positiv. Denn sie lebt nicht von fossilen,
sondern von nachwachsenden Rohstoffen, wie Gras, Mais oder Getreide,
und diese Pflanzen binden deutlich mehr CO2 als die Kuh an
Verdauungsgasen erzeugt", betonte Wlodkowski.

Agrarpolitik kann steuern

"Die EU-Agrarpolitik kann wirksam eingreifen, wenn es um die
Bewältigung des Klimawandels geht, dafür wurde in einem ersten
Schritt bereits beim sogenannten 'Health Check' Vorsorge getroffen.
Nun gilt es, für die Zeit nach 2013 eine starke Gemeinsame
Agrarpolitik zu erhalten, um sicherzustellen, dass die modernsten
wissenschaftlichen Erkenntnisse in Sachen klimafreundlicher
Produktion in die bäuerliche Praxis einfließen können und
gleichzeitig das Tor in Richtung 'grüner Energie' weiter aufgestoßen
wird", so Wlodkowski.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Tel.: +43/1/53441-8520, 8523
mailto:[email protected]
www.lk-oe.at

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