- 02.12.2009, 14:07:26
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Medizinuniversität Linz: Minister Hahn bleibt Antwort zu drohendem Ärztemangel schuldig
Frais: "Experten bestätigen, dass Österreich jährlich 800 Ärzte zu wenig ausbildet"
Linz (OTS) - "Wissenschaftsminister Hahn verkennt die Realität,
wenn er glaubt, dass Oberösterreich mit dem Projekt der Medizin-Uni
Linz als Bittsteller beim Bund auftritt. In Wirklichkeit helfen wir
ihm damit, seinen Job zu machen!", bringt es SP-Klubobmann Dr. Karl
Frais auf den Punkt. Wie in der Expertenstudie für die Errichtung der
Medizin-Universität Linz errechnet wurde, besteht ein künftiger
jährlicher AbsolventInnenbedarf von 1600 Ärztinnen und Ärzten in
Österreich. Tatsächlich stehen aber nur etwa 1400 Studienplätze zur
Verfügung, wovon 25% für ausländische Studierende reserviert sind.
"Unter Berücksichtigung der Drop-Out-Quote von 20 Prozent bleiben nur
etwa 800 AbsolventInnen für Österreich über - der tatsächliche Bedarf
ist aber doppelt so hoch. Das alles sind Fakten, auf die Hahn, der
geistig offenbar schon in Brüssel weilt, jede Antwort schuldig
bleibt", betont Frais.
Mit dem Nachfolger von Wissenschaftsminister Hahn werden daher
intensive Verhandlungen zu führen sein, um die richtigen Antworten
auf den bevorstehenden Ärztemangel zu finden. "Der Versorgungsmangel
ist ein Faktum, das sich aus der bevorstehenden Pensionierungswelle
in der Ärzteschaft und aus der medizinischen sowie demographischen
Entwicklung ergibt. Tatsache ist auch, dass die Vorlaufzeit, bis aus
einem Studienanfänger ein fertig ausgebildeter Arzt wird, zwischen 9
und 12 Jahren beträgt. Deshalb müssen wir rasch handeln. Es ist
fahrlässig von Hahn, dass er dieses Problem einfach wegschiebt", so
Frais.
"Die Medizin-Universität in Linz ist aus unserer Sicht die beste
Lösung für den bevorstehenden Ärztemangel, denn es ist kaum denkbar,
dass die bestehenden 3 Standorte Wien, Innsbruck und Graz die
erforderlichen 800 zusätzlichen AbsolventInnen pro Jahr ausbilden
können. Warum der Standort Linz so gut dafür geeignet ist, das ist in
der gestern vorgestellten Studie detailliert ausgeführt - und diese
Studie hätte sich Hahn besser vorher genau angesehen, anstatt gleich
von vornherein mit einem sachlich unbegründeten Nein zu reagieren",
kritisiert der SP-Klubchef.
Rückfragehinweis:
SPÖ-Landtagsklub
Mag. Andreas Ortner
Tel.: 0732/7720-11313
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