• 01.12.2009, 14:56:35
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31. Lehrgang der Wiener SPÖ-Parteischule: Geschichtlicher Ausbildungsteil abgeschlossen

Wien (OTS) - Die inhaltliche Auseinandersetzung im 31. Lehrgang
der Wiener SPÖ-Parteischule ist seit Mitte September 2009 voll im
Gang. Der erste große Themenblock rund um historische Fakten,
Zusammenhänge und Entwicklungen ist bereits abgeschlossen. Bereits am
ersten Abend hat sich eindrucksvoll gezeigt, dass die Beschäftigung
mit der eigenen Geschichte keinesfalls ein nostalgisches Verharren in
vergangenen Zeiten bedeutet. Seien es die Frage nach den eigenen
Grundwerten, die Beleuchtung der politischen Geschehnisse in den
letzten Jahrzehnten oder auch die jüngeren Wahlergebnisse - nahezu
jedes zeitgeschichtliche Thema führte zu intensiven Diskussionen über
die gesellschaftlichen Veränderungen bis in die Gegenwart und den
sich daraus für die Zukunft ergebenden Herausforderungen und
Perspektiven.****

Den Anfang machte dabei Albrecht Konecny, SP-Abgeordneter zum
Bundesrat, mit zwei Abenden zur Ideengeschichte. Im Rahmen der
Diskussion hat sich schnell gezeigt, dass sich die politischen
Visionen im Lauf der Zeit gewandelt haben, vieles erreicht wurde,
alte Probleme in neuer Form weiterhin bestehen und neue
Herausforderungen bereits im Entstehen begriffen sind. Trotz aller
Veränderungen hat die Sozialdemokratie aber stets versucht, Antworten
auf die Alltagssorgen der Menschen zu finden, ist auf ihre
tatsächlichen Lebensverhältnisse eingegangen.

Anschließend an die Ideengeschichte stand die Geschichte der
österreichischen Sozialdemokratie im Zentrum der Aufmerksamkeit,
präsentiert und moderiert von Dr. Michael Rosecker, Gemeinderat in
Wiener Neustadt. Der Schwerpunkt lag dabei einerseits auf der
Entstehung der sozialdemokratischen Arbeiterpartei (SDAPÖ) in einer
Zeit, in welcher der Kampf um das allgemeine, gleiche Wahlrecht und
der Kampf um menschenwürdige Arbeitsbedingungen noch zur Tagespolitik
gehörte. Andererseits wurde das Wirken der
sozialistischen/sozialdemokratischen Partei in der zweiten Republik
näher beleuchtet. Vom Wiederaufbau über die Regierungszeit bis zu den
Entwicklungen in den 1980er Jahren. Letztere zeigen auch eindeutig
die größte Aufgabe für die Zukunft in Anbetracht der immer komplexer
und differenzierter werdenden Gesellschaft. "Wir müssen einen Rahmen
schaffen um den Menschen die Pluralität erklären und ein gemeinsames
Leben ermöglichen zu können. Dieses gemeinsame Leben müssen wir als
Politik gestalten. Nur so können wir auch den Begriff Politik wieder
positiv besetzen", so Rosecker abschließend.

Vertieft wurde die Thematik mit einem Intensivseminar von Gemeinderat
Dr. Harald Troch das sich vor allem der Geschichte der
ArbeiterInnenbewegung widmete. Besonders eindrucksvoll: der Stummfilm
"Mr. Pim's Trip to Europe", ein 1930 im Auftrag der Wiener SDAPÖ
unter der Regie von Frank Ward Rossak produzierter "Wahlspot". Dem
damaligen Zeitgeist entsprechend stellt der Film anschaulich und mit
Liebe zum Detail die Vorzüge des Roten Wien dar und diesen im
Kontrast die ausbeuterische Vorgehensweise der Christlich-Sozialen
gegenüber.

Als Abschluss des geschichtlichen Blocks der Wiener Parteischule
standen zwei Exkursionen auf dem Programm. Eine widmete sich dem
Verein für Geschichte der ArbeiterInnenbewegung (VGA), die andere
stellte einen Besuch der Ausstellung im Dokumentationsarchiv des
Österreichischen Widerstandes (DÖW) dar. (Schluss)

Rückfragehinweis:
Mag. Marcus Schober
Bildungssekretär der SPÖ Wien
534 27-384
[email protected]
www.parteischule.at

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