WKÖ: Bologna-Prozess kommt in Gang

Landertshammer: "Verzagte Bachelor haben schon verloren, bevor sie berufstätig werden"

Wien (OTS/PWK940) - "Auch wenn Mythen in der Hochschulpolitik
nichts zu suchen haben, werden sie anschei-nend doch immer wieder gern belebt", meint Michael Landertshammer, Leiter der Abteilung Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, zu den aktuellen AK-Umfrage-Ergebnissen zur Bedeutung des Bachelor-Abschlusses. "Selbstverständlich wird sich die neue Studienarchitektur über kur oder lang durchsetzen, auch dann, wenn sich verzagte Studierende gemeinsam mit ebenso verzagten Hochschullehrern vor der Arbeitswelt in Wirtschaft und Verwaltung fürchten und sich nach der Eliteuniversität eines Alexander von Humboldt zurücksehnen".

Immer mehr "Bachelor und Master" finden, so Landertshammer, ihren Platz in den österreichischen Unternehmen. Das belegt auch eine Umfrage der FH Wien-Studiengänge der Wirtschaftskammer Wien unter österreichischen Personalverantwortlichen. Die Umfrage wurde im Juli 2008 erstmals durchgeführt und im September 2009 wiederholt. Für 2010 planen die befragten Unternehmen einen Zuwachs an Master-Mitarbeiter von 13 Prozent, einen Zuwachs an Bachelor-Absolventen ebenfalls um 13 Prozent. Die Zahl derer, die 2009 keine Bachelor- oder Master-Absolventen eingestellt haben, ist im Vergleich zum Jahr davor bei drastisch gesunken - bei Master um 44 Prozent, bei Bachelor um 39 Prozent.

Weiters zeigt sich, dass den Bachelor-Absolventen im Vergleich zu 2008 vermehrt hohe soziale Kompetenz, hohe Problemlösungsfähigkeit, Praxisorientierung, hohe Fachkompetenz und Karriereorientierung von den Unternehmen zugeschrieben wird. Die Tendenz zeigt, dass Bachelors eher als Projektleiter denn als Führungskräfte eingesetzt werden. Die Master-Absolventen werden vermehrt als karriereorientiert, theoretisch fundiert, flexibel, jung und praxisorientiert eingestuft. Bei den Einstiegsgehältern sehen mehr als die Hälfte der Befragten das Einstiegsgehalt eines Bachelors wieder zwischen 25.000 und 30.000 Euro.

Seit dem Jahr 2007 ist die Wirtschaftskammer Österreich, heuer mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums, an Universitäten und Fachhochschulen mit Informationsveranstaltungen unterwegs, um die neuen Studienabschlüsse sowohl bei Studierenden als auch bei Betrieben bekannt zu machen und Zuversicht und Vertrauen in die neuen Grade zu wecken. Trotzdem bleibe noch viel zu tun, befürchtet Landertshammer: "Anscheinend ist die Angst ein schlechter Ratgeber, gerade dann, wenn es um die Ängste der angehenden Bachelors vor dem Arbeitsmarkt geht". Nur allzu oft läge die eigentliche Ursache dieser Angst aber nicht in der neuen Studienstruktur, sondern in einer verfehlten Studienwahl. "Daher decken sich manche AK-Forderungen durchaus auch mit unseren hochschulpolitischen Anregungen, wie etwa jene nach einer Intensivierung der Studienberatung für den Berufseinstieg oder auch nach verstärkter Abstimmung von Studium und Berufserfordernissen sowie nach vermehrten berufsbegleitenden Masterstudien," stellt Landertshammer abschließend fest. (ES)

Rückfragen & Kontakt:

Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Bildungspolitik
Dr. Michael Landertshammer
Tel.: (+43) 0590 900-3573, F:(+43) 0590 900-261
bp@wko.at
http://wko.at/bp

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PWK0008