- 27.11.2009, 13:45:54
- /
- OTS0230 OTW0230
WKÖ: Bologna-Prozess kommt in Gang
Landertshammer: "Verzagte Bachelor haben schon verloren, bevor sie berufstätig werden"
Wien (OTS/PWK940) - "Auch wenn Mythen in der Hochschulpolitik
nichts zu suchen haben, werden sie anschei-nend doch immer wieder
gern belebt", meint Michael Landertshammer, Leiter der Abteilung
Bildungspolitik in der Wirtschaftskammer Österreich, zu den aktuellen
AK-Umfrage-Ergebnissen zur Bedeutung des Bachelor-Abschlusses.
"Selbstverständlich wird sich die neue Studienarchitektur über kur
oder lang durchsetzen, auch dann, wenn sich verzagte Studierende
gemeinsam mit ebenso verzagten Hochschullehrern vor der Arbeitswelt
in Wirtschaft und Verwaltung fürchten und sich nach der
Eliteuniversität eines Alexander von Humboldt zurücksehnen".
Immer mehr "Bachelor und Master" finden, so Landertshammer, ihren
Platz in den österreichischen Unternehmen. Das belegt auch eine
Umfrage der FH Wien-Studiengänge der Wirtschaftskammer Wien unter
österreichischen Personalverantwortlichen. Die Umfrage wurde im Juli
2008 erstmals durchgeführt und im September 2009 wiederholt. Für 2010
planen die befragten Unternehmen einen Zuwachs an Master-Mitarbeiter
von 13 Prozent, einen Zuwachs an Bachelor-Absolventen ebenfalls um 13
Prozent. Die Zahl derer, die 2009 keine Bachelor- oder
Master-Absolventen eingestellt haben, ist im Vergleich zum Jahr davor
bei drastisch gesunken - bei Master um 44 Prozent, bei Bachelor um 39
Prozent.
Weiters zeigt sich, dass den Bachelor-Absolventen im Vergleich zu
2008 vermehrt hohe soziale Kompetenz, hohe Problemlösungsfähigkeit,
Praxisorientierung, hohe Fachkompetenz und Karriereorientierung von
den Unternehmen zugeschrieben wird. Die Tendenz zeigt, dass Bachelors
eher als Projektleiter denn als Führungskräfte eingesetzt werden. Die
Master-Absolventen werden vermehrt als karriereorientiert,
theoretisch fundiert, flexibel, jung und praxisorientiert eingestuft.
Bei den Einstiegsgehältern sehen mehr als die Hälfte der Befragten
das Einstiegsgehalt eines Bachelors wieder zwischen 25.000 und 30.000
Euro.
Seit dem Jahr 2007 ist die Wirtschaftskammer Österreich, heuer mit
Unterstützung des Wissenschaftsministeriums, an Universitäten und
Fachhochschulen mit Informationsveranstaltungen unterwegs, um die
neuen Studienabschlüsse sowohl bei Studierenden als auch bei
Betrieben bekannt zu machen und Zuversicht und Vertrauen in die neuen
Grade zu wecken. Trotzdem bleibe noch viel zu tun, befürchtet
Landertshammer: "Anscheinend ist die Angst ein schlechter Ratgeber,
gerade dann, wenn es um die Ängste der angehenden Bachelors vor dem
Arbeitsmarkt geht". Nur allzu oft läge die eigentliche Ursache dieser
Angst aber nicht in der neuen Studienstruktur, sondern in einer
verfehlten Studienwahl. "Daher decken sich manche AK-Forderungen
durchaus auch mit unseren hochschulpolitischen Anregungen, wie etwa
jene nach einer Intensivierung der Studienberatung für den
Berufseinstieg oder auch nach verstärkter Abstimmung von Studium und
Berufserfordernissen sowie nach vermehrten berufsbegleitenden
Masterstudien," stellt Landertshammer abschließend fest. (ES)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Bildungspolitik
Dr. Michael Landertshammer
Tel.: (+43) 0590 900-3573, F:(+43) 0590 900-261
mailto:bp@wko.at
http://wko.at/bp
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PWK