Kardinal-Innitzer-Preis 2009 geht an Gerald Stourzh

Der Wiener Historiker erhält die Auszeichnung für sein Lebenswerk - Kardinal Schönborn überreicht die Auszeichnung am 5. Dezember

Wien, 27.11.2009 (KAP) Der Wiener Historiker em. Prof. Gerald Stourzh wird mit dem großen Kardinal-Innitzer-Preis 2009 ausgezeichnet. Kardinal Christoph Schönborn überreicht die Auszeichnung, die alljährlich ein Lebenswerk mit herausragenden wissenschaftlichen Leitungen würdigt, bei einem Festakt am 5. Dezember im Wiener Erzbischöflichen Palais. Laudator ist der Geschäftsführer des Kardinal-Innitzer-Studienfonds, Herbert Matis.

Mit Würdigungspreisen werden im Bereich Geisteswissenschaft der Wiener Professor für Ökonometrie, Operations Research und Systemtheorie an der TU Wien, Manfred Deistler, im Bereich Naturwissenschaft die Innsbrucker Professorin für medizinische Physik, Monika Ritsch-Marte, und im Bereich Publizistik der ORF-Wissenschaftsjournalist Franz Simbürger bedacht. Neun junge Wissenschaftler erhalten Förderungspreise.

Gerald Stourzh ist 80; bis zu seiner Emeritierung war er Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Wien. Sein Hauptforschungsbereich ist der österreichische Staatsvertrag, zu dem er ein 800 Seiten umfassendes Standardwerk verfasste. Maßgebliche wissenschaftliche Beiträge leistete Stourzh auch zur Geschichte des politischen Denkens, zur österreichischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, aber auch zur westeuropäischen und amerikanischen Geschichte und zur Geschichte der internationalen Beziehungen.

Gerald Stourzh wurde am 15. Mai 1929 als Sohn zweier Akademiker in Wien geboren und wuchs - wie er über sich selbst in seinem jüngsten Band schrieb - "voller Respekt für geistige Leistung auf". Seine Eltern prägten ihn durch ihre "starke antinationalistische Überzeugung". Die politische Situation während seiner Jugend machte ihn zu einem "bewussten Österreicher" und weckte sein tiefgehendes Interesse für politische Vorgänge, Geschichte und Verfassung. Ein besonderes Anliegen war für Stourzh stets der christlich-jüdische Dialog.

Schon mit 21 Jahren ging Stourzh für seine Studien der Geschichte ins Ausland: zunächst nach Clermont-Ferrand (Frankreich), dann ins britische Birmingham. 1951 bis 1958 verbrachte er an der Universität sowie an der "American Foundation for Political Education" in Chicago. 1958 kehrte er nach Wien zurück, wo er die Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik aufbaute und bis 1962 als ihr Generalsekretär wirkte. 1964 bis 1969 lehrte er in Berlin, 1967/68 in Princeton und von 1969 bis 1997 an der Universität Wien.

Für seine wissenschaftlichen Leistungen wurde Stourzh vielfach geehrt. Der Ehrendoktor der Universitäten von Chicago und Graz ist u.a. Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich und des Goldenen Ehrenzeichens des Landes Wien. Stourzh ist auch Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

(forts. mgl.)
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