- 27.11.2009, 10:08:42
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Quantentechnologie - Vom Phänomen zum Industriestandard - BILD

Wien (OTS) - Im Rahmen einer vom AIT Austrian Institute of
Technology und der Gesellschaft für Informationstechnik im OVE
(OVE-GIT) organisierten Veranstaltung diskutierten am 17. November
2009 80 Vertreter aus Wirtschaft und Industrie mit Repräsentanten aus
Wissenschaft und Forschung über zukunftsorientierte
Kooperationsmodelle zwischen Grundlagenforschung und Markterfolg am
Beispiel der Quantenforschung am AIT Austrian Institute of
Technology. Anton Zeilinger (Universität Wien, IQOQ), Heinz Hubmer,
Leiter der Forschungsabteilung bei Corporate Technology der Siemens
AG Österreich und Helmut Leopold, Head of Safety & Security
Department des AIT Austrian Institute of Technology erörterten
gemeinsam Ansätze für eine nachhaltige Sicherstellung von
wirtschaftlichem Erfolg am Standort Österreich für Unternehmen im
globalen Wettbewerb.
Die Runde war sich einig: Die Industrie forscht, wo auch die
Rahmenbedingungen stimmen, das heißt, so Heinz Hubmer (Leiter der
Forschungsabteilung bei Corporate Technology der Siemens AG
Österreich): "Es braucht einen attraktiven Absatzmarkt, ein gutes F&E
Fördersystem und vor allem kluge Köpfe, also universitäre sowie
außeruniversitäre Forschungseinrichtungen mit internationaler
Reputation. Den außeruniversitären Einrichtungen, wie dem AIT, kommt
dabei zusätzlich die wichtige Rolle zu, Forschung in Industrienähe zu
treiben." Schließlich bedarf es aber auch potenter
Wirtschaftsunternehmen, um die Erkenntnisse aufzugreifen und auf den
Weg in die Kommerzialisierung vorantreiben.
Aufbauend auf der weltweit erfolgreichen Grundlagenforschung von
Anton Zeilinger in seinem Institut setzte das AIT Austrian Institute
of Technology ein strategisches Ziel in der Industrialisierung. Die
Kooperationsmöglichkeiten zwischen Forschung und Wirtschaft konnten
anhand der Quantenkryptografie dargestellt werden, wirkten mit dem
AIT als Vermittler zwischen der Universität Wien und der Siemens AG
Österreich doch drei Kompetenzzentren aus Wissenschaft und Industrie
zusammen. Denn für die Wissenschafts- und vermehrt auch
Wirtschaftsszene präsentierte sich die Quantenkryptografie in
Hinblick auf ihre höchste Sicherheit im Rahmen der Datenübertragung
besonders bestechend, wo nicht zuletzt der Standort Wien als weltweit
führendes Kompetenzzentrum in den vergangenen Jahren bereits einige
Bahn brechende Erfolge vorweisen konnte.
AIT-ForscherInnen entwickelten gemeinsam mit WissenschaftlerInnen
der Universität Wien eine Technologie, um ein absolut abhörsicheres
System zu bauen. 2004 gelang den ForscherInnen des heutigen AIT die
erste, den Gesetzen der Quantenkryptografie folgende,
Banküberweisung, und im Oktober 2008 setzte man mit dem ersten
verschlüsseltem standortübergreifenden Datentransfer ebenfalls
weltweit Maßstäbe: 41 Partner aus 12 Ländern kooperierten im
damaligen Projekt SECOQC nicht zuletzt auch im Hinblick auf die
wirtschaftliche Umsetzung des prototypischen Netzwerkes. Diese
Leistungen spiegeln die Sichtweisen der Vertreter aus Universitäten,
innovativen Unternehmen und dem AIT Austrian Institute of Technology
wider. "Unter diesen Voraussetzungen Wien als quasi Welthauptstadt
der Quantenforschung zu profilieren, ist demnach auch keine Vision
mehr, sondern eine Zielsetzung", meint Helmut Leopold, Head of Safety
& Security Department. "Wenn die richtigen Akteure erfolgreich
zusammenarbeiten, haben wir die Möglichkeit, Wien und Österreich an
vorderster Front zu positionieren. Ich halte das sogar für eine ganz
wichtige Zielsetzung unserer Anstrengungen."
Weitere konkrete industrielle Anwendungen sieht Zeilinger im
Bereich der Quanten-Zufallsgeneratoren. "Wir können sowohl
Zufallszahlen lokal generieren, sowie auch zwei gleiche Zufallszahlen
an verschiedenen Orten," meint Zeilinger. Praktische Chancen im
Rahmen einer globalen Umsetzung sieht er etwa in der
Glücksspielindustrie. Physikalische Zufallsgeneratoren ermöglichen im
Gegensatz zu den mathematischen nämlich erstmals garantiert und über
jeden Verdacht erhabenes Zahlenmaterial.
Standardisierung von Quantenkryptographie
Den nachhaltigen Ausbau der Kooperation zwischen Forschung und
Wirtschaft verfolgt das AIT im Rahmen des von der österreichischen
Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) geförderten Projektes TRUQ,
bei dem der praktische Einsatz von Quantenkryptografie in Europa und
im Speziellen in Österreich eine besondere Rolle spielt.
Zentrales Augenmerk liegt dabei auf der laufenden Einbindung von
Industrie-Unternehmen, um einen aktuellen wirtschaftlichen Fokus in
den Forschungsarbeiten - auch in Hinsicht auf zukünftige mögliche
Anwendungsfelder und Applikationen - sicherzustellen. Dies bildete
die Grundlage für die von der OVE-GIT und dem AIT organisierte
Veranstaltung.
Durch das Engagement von AIT-ForscherInnen im Rahmen einer
Expertengruppe des European Telecommunications Standards Institute
(ETSI) hat das AIT in der Thematik der Entwicklung gemeinsamer
Standards in diesem Kontext bereits eine führende Rolle in Europa
eingenommen.
Weitere Informationen rund um TRUQ finden Sie unter www.truq.at.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Mag. Michael H. Hlava Leiter Corporate and Marketing Communications T +43 (0)50550-2046 | M +43 (0)664 620 77 66 michael.hlava@ait.ac.at | www.ait.ac.at Mag. (FH) Michael Mürling Marketing and Communications Safety & Security Department T +43(0) 50550-4126 | M +43(0) 664 2351747 michael.muerling@ait.ac.at | http://www.ait.ac.at
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