Weihnachten im Handel: Jetzt beginnt der Stress!

AKNÖ bietet umfassende Online-Infos für Handelsangestellte

Wien (OTS/AKNÖ) - "Spätestens mit dem ersten Adventwochenende beginnt für die Angestellten im Handel die wohl stressigste Zeit des Jahres" erinnert AKNÖ-Präsident Hermann Haneder anlässlich des bevorstehenden ersten langen Einkaufssamstags. Im Web bietet die NÖ Arbeiterkammer daher umfassende Informationen zum Thema Arbeitszeit und ArbeitnehmerInnenschutz im Handel an.

"Unsere arbeitsrechtliche Beratung zeigt, dass die Handelsangestellten alles andere als eine privilegierte Gruppe sind. Das Gros der bei uns Hilfe- und Rat suchenden Menschen stammt genau aus dieser Branche", sagt Hermann Haneder. Arbeitszeitverletzungen, fehlende Abgeltung von Mehrarbeit bei Teilzeitbeschäftigten und die extrem hohe Anforderung an Flexibilität (Stichwort:
"Bedarfsarbeitskräfte") sind die klassischen Probleme, mit denen die MitarbeiterInnen im Handel konfrontiert sind.

Da sich im Zuge des Weihnachtsgeschäfts die Umsätze oft verdoppeln, steigt zu dieser Zeit die Belastung für die MitarbeiterInnen. "Diese wird leider oftmals unterschätzt", sagt der AKNÖ-ArbeitnehmerInnenschutz-Experte und Psychologe Dr. Alexander Kaba: "Auch wenn im Handel vergleichsweise geringe Lasten gehoben, getragen oder abgesetzt werden, können im Laufe des Tages schon bis zu einer Tonne an Gewicht zusammenkommen. Bei falscher Handhabung kann das langfristig zu schweren Schäden des Stützapparats führen", unterstreicht Kaba die Notwendigkeit, auch MitarbeiterInnen im Handel regelmäßig auf die richtige ergonomische Handhabung zu schulen.

Aus- und Weiterbildung vertiefen

Mehr Schulungen, vor allem bereits in der Ausbildung, wären auch im Bereich des Umgangs mit der Kundschaft wünschenswert: "Die Konsumenten werden immer mündiger, der Anspruch an die Verkäuferinnen und Verkäufer daher immer größer. Viele Unternehmen begnügen sich leider damit, ihre MitarbeiterInnen auf die Produkte so einzuschulen, damit sie diese verkaufen können. Auf den vom Konsumenten oft erwünschten kritischen Blick wird vergessen. Viele VerkäuferInnen geraten unter Druck, wenn sie auf kritische Fragen keine Antworten wissen", verweist Kaba auf psychologische Stresssituationen. "Das Wissen über den richtigen Umgang mit schwierigen Kunden sowie mit Extremsituationen wie Ladendiebstahl oder anderen Übergriffen ist ein wesentlicher Faktor, damit die Angestellten ihre Arbeit mit der nötigen Gelassenheit und Konzentration in Angriff nehmen können", sagt der AKNÖ-Experte.

Apropos Konzentration: Alle Jahre wieder kommt das Leid mit der Dauerbeschallung mit Weihnachtsliedern. Die AKNÖ appelliert an die Unternehmen, den vermeintlichen Kaufmotivator moderat einzusetzen:
"Musik, die nicht gefällt, lockt keine Kundschaft an. Musik, die gefällt, lenkt beim Verkaufsgespräch definitiv ab", gibt Kaba zu bedenken. Kaufhausmusik in Verbindung mit Massen- und womöglich noch Straßen- und Klimaanlagenlärm können mittel- und langfristig nicht nur psychische Leiden, sondern auch körperliche wie Schwerhörigkeit hervorrufen: "Deshalb müssen auch im Handel entsprechende Schutzmaßnahmen gesetzt werden, wenn ein bestimmter Lärmpegel erreicht ist."

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