- 27.11.2009, 09:12:41
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Weihnachten im Handel: Jetzt beginnt der Stress!
AKNÖ bietet umfassende Online-Infos für Handelsangestellte
Wien (OTS/AKNÖ) - "Spätestens mit dem ersten Adventwochenende
beginnt für die Angestellten im Handel die wohl stressigste Zeit des
Jahres" erinnert AKNÖ-Präsident Hermann Haneder anlässlich des
bevorstehenden ersten langen Einkaufssamstags. Im Web bietet die NÖ
Arbeiterkammer daher umfassende Informationen zum Thema Arbeitszeit
und ArbeitnehmerInnenschutz im Handel an.
"Unsere arbeitsrechtliche Beratung zeigt, dass die
Handelsangestellten alles andere als eine privilegierte Gruppe sind.
Das Gros der bei uns Hilfe- und Rat suchenden Menschen stammt genau
aus dieser Branche", sagt Hermann Haneder. Arbeitszeitverletzungen,
fehlende Abgeltung von Mehrarbeit bei Teilzeitbeschäftigten und die
extrem hohe Anforderung an Flexibilität (Stichwort:
"Bedarfsarbeitskräfte") sind die klassischen Probleme, mit denen die
MitarbeiterInnen im Handel konfrontiert sind.
Da sich im Zuge des Weihnachtsgeschäfts die Umsätze oft verdoppeln,
steigt zu dieser Zeit die Belastung für die MitarbeiterInnen.
"Diese wird leider oftmals unterschätzt", sagt der
AKNÖ-ArbeitnehmerInnenschutz-Experte und Psychologe Dr. Alexander
Kaba: "Auch wenn im Handel vergleichsweise geringe Lasten gehoben,
getragen oder abgesetzt werden, können im Laufe des Tages schon bis
zu einer Tonne an Gewicht zusammenkommen. Bei falscher Handhabung
kann das langfristig zu schweren Schäden des Stützapparats führen",
unterstreicht Kaba die Notwendigkeit, auch MitarbeiterInnen im Handel
regelmäßig auf die richtige ergonomische Handhabung zu schulen.
Aus- und Weiterbildung vertiefen
Mehr Schulungen, vor allem bereits in der Ausbildung, wären auch im
Bereich des Umgangs mit der Kundschaft wünschenswert: "Die
Konsumenten werden immer mündiger, der Anspruch an die Verkäuferinnen
und Verkäufer daher immer größer. Viele Unternehmen begnügen sich
leider damit, ihre MitarbeiterInnen auf die Produkte so einzuschulen,
damit sie diese verkaufen können. Auf den vom Konsumenten oft
erwünschten kritischen Blick wird vergessen. Viele VerkäuferInnen
geraten unter Druck, wenn sie auf kritische Fragen keine Antworten
wissen", verweist Kaba auf psychologische Stresssituationen. "Das
Wissen über den richtigen Umgang mit schwierigen Kunden sowie mit
Extremsituationen wie Ladendiebstahl oder anderen Übergriffen ist ein
wesentlicher Faktor, damit die Angestellten ihre Arbeit mit der
nötigen Gelassenheit und Konzentration in Angriff nehmen können",
sagt der AKNÖ-Experte.
Apropos Konzentration: Alle Jahre wieder kommt das Leid mit der
Dauerbeschallung mit Weihnachtsliedern. Die AKNÖ appelliert an die
Unternehmen, den vermeintlichen Kaufmotivator moderat einzusetzen:
"Musik, die nicht gefällt, lockt keine Kundschaft an. Musik, die
gefällt, lenkt beim Verkaufsgespräch definitiv ab", gibt Kaba zu
bedenken. Kaufhausmusik in Verbindung mit Massen- und womöglich noch
Straßen- und Klimaanlagenlärm können mittel- und langfristig nicht
nur psychische Leiden, sondern auch körperliche wie Schwerhörigkeit
hervorrufen: "Deshalb müssen auch im Handel entsprechende
Schutzmaßnahmen gesetzt werden, wenn ein bestimmter Lärmpegel
erreicht ist."
Rückfragehinweis:
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