- 25.11.2009, 11:00:07
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Volkshilfe-Aktionstag: "Armut ist gesellschaftlicher Skandal"
Mit dem österreichweiten Aktionstag "Stop Armut!" machte die Volkshilfe gestern auf die steigende Armut in Österreich aufmerksam.
Wien (OTS) - Für viele Menschen in Österreich hat die
Wirtschaftskrise die Situation dramatisch verschärft. Schon jetzt
sind rund 319 000 Menschen arbeitslos, die Zahl jener Menschen, die
im kommenden Jahr ihren Arbeitsplatz verlieren werden, ist heute noch
gar nicht absehbar. Als sicher kann gelten: die Zahl jener Frauen,
Männer und Familien, die in die Armut schlittern, wird weiter
ansteigen.
"Wir dürfen diesen gesellschaftlichen Skandal und dieses Unrecht
nicht schweigend dulden, Armut ist ein gesellschaftlicher Skandal,
Armut wird gemacht und ist kein Naturgesetz", so Volkshilfe
Bundesgeschäftsführer Erich Fenninger anlässlich der gestrigen
Kundgebung am Viktor Adler-Markt. "In Österreich sind 400.000
Menschen von akuter Armut betroffen. Rund eine Million Menschen sind
armutsgefährdet, das sind zwölf Prozent der Gesamtbevölkerung - da
können wir nicht zur Tagesordnung übergehen. Wir brauchen eine
Politik, die koordiniert und auf mehreren Ebenen konsequente
Armutsvermeidung betreibt"
In die Armut abzurutschen geht oft schneller, als manche denken:
Scheidung, Krankheit oder der Verlust des Arbeitsplatzes kann jede/n
treffen. Die Trennung in Arm und Reich in unserem Land nimmt zu. Der
Reichtum einiger weniger wird immer größer - wie die Armut bei immer
mehr Menschen. Unterstützerin Barbara Stöckl fand eindrucksvolle
Worte und rüttelte die TeilnehmerInnen an der Kundgebung auf: "Es ist
beschämend, dass es in einem reichen Land wie Österreich tausende von
Menschen gibt, die tagtäglich die Entscheidung treffen müssen:
Lebensmittel kaufen oder heizen? Weil einfach das Geld nicht reicht
für beides. Daher bin ich sehr gerne hier und halte das Stop
Armutsschild hoch, denn es ist mir wichtig, soziale Organisationen
wie die Volkshilfe zu unterstützen" Der Vorsitzende der Volkshilfe
Wien, Johann Hatzl, betonte in seiner Ansprache, dass es für die
Volkshilfe keine Trennung in arm und reich gibt: "Denn niemand soll
sich dafür schämen müssen, dass am Ende des Geldes noch so viel Monat
über ist. Menschen in Not gehören zu uns, wie wir zu Menschen in Not
gehören. Denn von Armut kann jede, jeder schnell betroffen sein.
Daher freut es mich auch besonders, dass wir das "Stimmgewitter" des
Augustin als musikalische Verstärkung bei uns haben. Sie alle haben
Ausgrenzung erlebt und sind jetzt mitten unter uns. Und das ist gut
so."
Zahlreiche Menschen fanden sich gestern Abend am Viktor
Adler-Markt ein, um gemeinsam mit der Volkshilfe die Stimme gegen
Armut und soziale Ausgrenzung zu erheben. Auch der Publizist und
DerStandard-Blogger Robert Misik unterstützte die Volkshilfe und
betonte, dass "es völlig unverständlich sei, mit dem Transferkonto an
Einsparungen im untersten Drittel der Gesellschaft zu denken. Bei der
hohen Anzahl an Arbeitslosen ist das Wort der "sozialen Hängematte"
obszön. Vielmehr sollten wir daran denken, wie wir das oberste
Drittel der Gesellschaft dazu bewegen, mehr Solidarität zu zeigen."
Am gestrigen Volkshilfe Aktionstag fanden österreichweit rund
vierzig Informationsveranstaltungen, Strassenaktionen und
Kundgebungen statt. In Oberösterreich wurde in der Landeshauptstadt
Linz und in sieben Bezirksstädten an belebten Kreuzungen mit dem Stop
Armutsschild auf die prekäre Situation vieler Menschen in Österreich
aufmerksam gemacht. Zusätzlich fand am Abend in Steyr im
Arbeitsweltmuseum eine hochrangig besetzte Diskussionsveranstaltung
mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer und GPA Vorsitzenden Wolfgang
Katzian statt.
Vor dem Schlossberg in Graz enthüllte die Volkshilfe Steiermark
ein Stop Armut - Riesentransparent und setzte damit ein sichtbares
Zeichen für ihr Engagement in der Armutsbekämpfung. In den
Bezirkshauptstädten der Steiermark gab es weitere
Informationsveranstaltungen.
Weitere Informationen und Fotos unter www.volkshilfe.at
Spendenkonto der Volkshilfe Aktion "armut tut weh.":
PSK 90.175.00; BLZ 60000
Rückfragehinweis:
Erwin Berger, MAS Leiter Kommunikation Volkshilfe Österreich Mobil: 0676 83 402 215 Mail: [email protected] Mag.a (FH) Christine Himmer-Penz Öffentlichkeitsarbeit Volkshilfe Wien Tel. : 01 360 64 79 Mail: [email protected]
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