Volkshilfe-Aktionstag: "Armut ist gesellschaftlicher Skandal"

Mit dem österreichweiten Aktionstag "Stop Armut!" machte die Volkshilfe gestern auf die steigende Armut in Österreich aufmerksam.

Wien (OTS) - Für viele Menschen in Österreich hat die Wirtschaftskrise die Situation dramatisch verschärft. Schon jetzt sind rund 319 000 Menschen arbeitslos, die Zahl jener Menschen, die im kommenden Jahr ihren Arbeitsplatz verlieren werden, ist heute noch gar nicht absehbar. Als sicher kann gelten: die Zahl jener Frauen, Männer und Familien, die in die Armut schlittern, wird weiter ansteigen.

"Wir dürfen diesen gesellschaftlichen Skandal und dieses Unrecht nicht schweigend dulden, Armut ist ein gesellschaftlicher Skandal, Armut wird gemacht und ist kein Naturgesetz", so Volkshilfe Bundesgeschäftsführer Erich Fenninger anlässlich der gestrigen Kundgebung am Viktor Adler-Markt. "In Österreich sind 400.000 Menschen von akuter Armut betroffen. Rund eine Million Menschen sind armutsgefährdet, das sind zwölf Prozent der Gesamtbevölkerung - da können wir nicht zur Tagesordnung übergehen. Wir brauchen eine Politik, die koordiniert und auf mehreren Ebenen konsequente Armutsvermeidung betreibt"

In die Armut abzurutschen geht oft schneller, als manche denken:
Scheidung, Krankheit oder der Verlust des Arbeitsplatzes kann jede/n treffen. Die Trennung in Arm und Reich in unserem Land nimmt zu. Der Reichtum einiger weniger wird immer größer - wie die Armut bei immer mehr Menschen. Unterstützerin Barbara Stöckl fand eindrucksvolle Worte und rüttelte die TeilnehmerInnen an der Kundgebung auf: "Es ist beschämend, dass es in einem reichen Land wie Österreich tausende von Menschen gibt, die tagtäglich die Entscheidung treffen müssen:
Lebensmittel kaufen oder heizen? Weil einfach das Geld nicht reicht für beides. Daher bin ich sehr gerne hier und halte das Stop Armutsschild hoch, denn es ist mir wichtig, soziale Organisationen wie die Volkshilfe zu unterstützen" Der Vorsitzende der Volkshilfe Wien, Johann Hatzl, betonte in seiner Ansprache, dass es für die Volkshilfe keine Trennung in arm und reich gibt: "Denn niemand soll sich dafür schämen müssen, dass am Ende des Geldes noch so viel Monat über ist. Menschen in Not gehören zu uns, wie wir zu Menschen in Not gehören. Denn von Armut kann jede, jeder schnell betroffen sein. Daher freut es mich auch besonders, dass wir das "Stimmgewitter" des Augustin als musikalische Verstärkung bei uns haben. Sie alle haben Ausgrenzung erlebt und sind jetzt mitten unter uns. Und das ist gut so."

Zahlreiche Menschen fanden sich gestern Abend am Viktor Adler-Markt ein, um gemeinsam mit der Volkshilfe die Stimme gegen Armut und soziale Ausgrenzung zu erheben. Auch der Publizist und DerStandard-Blogger Robert Misik unterstützte die Volkshilfe und betonte, dass "es völlig unverständlich sei, mit dem Transferkonto an Einsparungen im untersten Drittel der Gesellschaft zu denken. Bei der hohen Anzahl an Arbeitslosen ist das Wort der "sozialen Hängematte" obszön. Vielmehr sollten wir daran denken, wie wir das oberste Drittel der Gesellschaft dazu bewegen, mehr Solidarität zu zeigen."

Am gestrigen Volkshilfe Aktionstag fanden österreichweit rund vierzig Informationsveranstaltungen, Strassenaktionen und Kundgebungen statt. In Oberösterreich wurde in der Landeshauptstadt Linz und in sieben Bezirksstädten an belebten Kreuzungen mit dem Stop Armutsschild auf die prekäre Situation vieler Menschen in Österreich aufmerksam gemacht. Zusätzlich fand am Abend in Steyr im Arbeitsweltmuseum eine hochrangig besetzte Diskussionsveranstaltung mit Sozialminister Rudolf Hundstorfer und GPA Vorsitzenden Wolfgang Katzian statt.

Vor dem Schlossberg in Graz enthüllte die Volkshilfe Steiermark ein Stop Armut - Riesentransparent und setzte damit ein sichtbares Zeichen für ihr Engagement in der Armutsbekämpfung. In den Bezirkshauptstädten der Steiermark gab es weitere Informationsveranstaltungen.

Weitere Informationen und Fotos unter www.volkshilfe.at

Spendenkonto der Volkshilfe Aktion "armut tut weh.":
PSK 90.175.00; BLZ 60000

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Öffentlichkeitsarbeit Volkshilfe Wien
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