Islamisches Schächt-Opferfest "Kurban Bayrami"

Betäubungsloses Schächten ist und bleibt grauenvolle Tierquälerei

Wien (OTS) - Diese Woche, genau vom 27. - 30. November, beginnt wieder das alljährliche islamische Opferfest "Kurban Bayrami", bei dem vermutlich Hunderttausende Schafe und Ziegen zumeist von Laien ohne Betäubung per Halsschnitt umgebracht werden. In Österreich leben ca. 400.000 Menschen islamischen Glaubens. Aber auch fast 5 Jahre nach Inkrafttreten des Bundestierschutzgesetzes halten sich - sei es "nur" aus Unkenntnis oder aus Gewohnheit - etliche von ihnen nicht an das in Österreich bestehende Betäubungsgebot (§ 32 Abs 3 TSchG) und schlachten Tiere ohne jegliche Betäubung, obwohl dies anachronistische, grausamste Tierquälerei darstellt.

Leider hat der Gesetzgeber seinerzeit - wohl aus Feigheit bzw. nicht nachvollziehbarer "politischer Korrektheit" - eine schwer kontrollierbare Ausnahmeregelung in dieses generelle Verbot eingebaut (§ 32 Abs 5 TSchG), wodurch die Betäubung vor dem Schächtschnitt "auf Grund zwingender religiöser Gebote oder Verbote einer anerkannten Religionsgemeinschaft" unterbleiben darf. Aber auch nur dann, wenn es eine besondere Bewilligung dafür gibt, notwendige Kenntnisse nachgewiesen werden, ein beauftragter Tierarzt dabei anwesend ist, die notwendigen Einrichtungen vorhanden sind und die Tiere "unmittelbar nach dem Eröffnen der Blutgefäße wirksam betäubt werden".

Dazu Tierarzt und Tierschützer Dr. Franz-Joseph Plank von ANIMAL SPIRIT: "Gerade letztere Bestimmung läßt erkennen, wie sinnlos dieser ganze Paragraph mit seiner Ausnahmeregelung ist. Wer kontrolliert in der Praxis wirklich, ob die Tiere unmittelbar nach dem Schächtschnitt auch wirksam betäubt werden, daß sie dann angeblich nichts mehr spüren? Und ist das in der Praxis überhaupt realisierbar, ein Tier wirksam zu betäuben, das gerade in extremer Todesangst und unsäglichen Schmerzen um sich schlägt? Zudem kontrolliert wohl kein Amts- oder Schlacht-Tierarzt, wie viele der armen Lämmer, Kitze oder Kälber dieser Tage in Hinterhöfen oder Badezimmern aufgeschlitzt werden - und das sicherlich nicht von ausgebildeten Schächt-Schlachtern!"

Betäubungsloses Schächt-Schlachten von warmblütigen Wirbeltieren ist als bewußte und vorsätzliche Tierquälerei einzustufen, sonst wäre diese Tötungsart nicht laut Tierschutzgesetz generell verboten - und wird eben nur durch diese "Ausnahmegenehmigung" nach § 32 Abs 5 TSchG ermöglicht. Dieser Paragraph ist unter der (falschen) Annahme und der Voraussetzung entstanden, es gäbe Vorschriften gewisser Religionsgemeinschaften, die eine Betäubung vor dem Schächten zwingend untersagen. Daß das nicht der Fall ist, ist heute allgemeiner Wissensstand - damit hat dieser Gesetzesvorbehalt seinen Sinn verloren und wäre ersatzlos zu streichen. Aber dafür fehlt "unseren" Volksvertretern offenbar der Mut, das logische Denkvermögen und v.a. das Mitgefühl mit der wehrlosen Kreatur.

Seit Jahren ergeht von verschiedenen Tierschutz-Organisationen, u.a. auch ANIMAL SPIRIT, an den Gesetzgeber und alle Parlamentsparteien die dringliche Forderung, Tierschutz endlich in der Verfassung zu verankern und somit "Tierschutz" sowie "Religionsfreiheit" zumindest auf eine Stufe zu stellen.
Dr. Plank weiter: "Außerdem muß die Ausnahmegenehmigung zum betäubungslosen Schächten ersatzlos gestrichen werden, da sie weder sinnvoll, noch kontrollierbar und schon gar nicht tierschutzkonform ist. Zudem müßte - gerade in den Tagen des islamischen Opferfestes -besonders auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz, Schlachtvorschriften und Hygienebestimmungen geachtet werden. Die Veterinärbehörden und Polizei sind angewiesen, gerade jetzt besonders auf Verstöße gegen das Tierschutzgesetz (Schaftransport im Autokofferraum, Schwarz-Schächtungen im Freien oder Hinterhöfen) zu achten und auch entsprechenden Hinweisen aus der Bevölkerung explizit nachzugehen."

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Dr. Franz-Joseph Plank, Tel.: (+43) 0676-7082434
ANIMAL SPIRIT, A-3053 Laaben
office@animal-spirit.at; www.animal-spirit.at

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