• 20.11.2009, 17:01:57
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Interesse für Natürliche Familienplanung nimmt zu

Beratungen am "Institut für Ehe und Familie" immer stärker orientiert am Babywunsch - Gesamtösterreichische Tagung über Natürliche Familienplanung

Wien, 20.11.2009 (KAP) Die Methode der "Natürlichen Familienplanung"
(NFP) erfreut sich immer größeren Interesses. Dies betonte der
Direktor des kirchlichen "Instituts für Ehe und Familie" (IEF),
Prof. Günter Danhel, bei einem Pressegespräch am Freitag in Wien.
Sei es ursprünglich um eine Methode der Empfängnisverhütung
gegangen, so stehe heute die gezielte Verfolgung des Kinderwunsches
im Mittelpunkt. Das IEF führt am 20./21. November eine
gesamtösterreichische Tagung zum Thema "Natürliche Familienplanung"
durch.

In den rund 1.700 Beratungen, die das IEF jährlich zum Thema NFP
durchführt, werde die Methode zunehmend zur Realisierung des
Kinderwunsches angefragt, so Danhel. Der Grund für die Kehrtwende in
der Beratungstätigkeit liege nicht zuletzt in einem immer häufiger
unerfüllt bleibenden Kinderwunsch. Dies sei auf Stressfaktoren, aber
auch auf das Unwissen über die physiologischen Zusammenhänge bei der
Empfängnis zurückzuführen.

Danhel betonte weiters, dass es sich bei der NFP ausdrücklich nicht
um eine "kirchliche", sondern um eine wissenschaftlich begründete
Methode handelt. "Über die Hälfte unserer Klientinnen kommen aus dem
nichtkirchlichen Bereich", so Danhel. Eine wachsende Zahl an
Anfragen zu diesem Thema komme mittlerweile außerdem via Internet
und E-Mail.

Um die Präsenz dieser Möglichkeit der gezielten natürlichen
Familienplanung in der Öffentlichkeit zu erhöhen, geht das IEF
verschiedene Wege. Broschüren und Infoblätter werden in
gynäkologischen Ordinationen und Apotheken ausgelegt. Zugleich
bietet das IEF Lehrgänge für Beraterinnen und Berater an. Bislang
haben mehr als 200 Personen diese Ausbildung absolviert, gut die
Hälfte der Absolventen ist in der Beratung - etwa in einer der 373
geförderten Familienberatungsstellen in Österreich - tätig.

"Angewandtes Wissen über uns"

Über die wissenschaftlichen Grundlagen der NFP informierte bei dem
Pressegespräch der deutsche NFP-Experte und Oberarzt der Ersten
Universitätsfrauenklinik in München, Prof. Siegfried Baur. Letztlich
sei die Methode nicht anderes als "angewandtes Wissen über den
Menschen", so Baur, da sie auf der genauen Beobachtung der Abläufe
im menschlichen Körper aufbaue. Als natürlicher und sicherer Weg
habe sich dabei insbesondere die "sympto-thermale" Methode erwiesen,
um die Tage der Fruchtbarkeit zu ermitteln.

Ein bleibendes Problem stellt laut Baur die Vermittlung der Methode
dar. Die zentrale Vertrauensperson in diesen Fragen ist eigentlich
stets der Gynäkologe - da der Anwendung der NFP jedoch eine
ausführliche Beratung und eine längere Einübung vorausgehen sollte,
nehmen sich die Ärzte diese Zeit nur sehr selten, da sie nicht zum
Umfang der von den Krankenkassen abgedeckten Leistungen gehört.

Dabei sei der Handlungsbedarf akut, so Baur: Unlängst hätten bei
einer Studie in Deutschland 70 Prozent der befragten Frauen im Alter
zwischen 20 und 30 angegeben, die Pille zu nehmen, bei den Frauen
zwischen 30 und 50 waren es immer noch rund 40 Prozent. NFP werde
heute daher auch bewusst als sanfte Alternative zum
"Chemie-Cocktail" bei der Empfängnisverhütung beworben. In der
Situation einer Übersättigung mit medizinischer Technik in dem
sensiblen Bereich der Sexualität und Fruchtbarkeit gebe es einen
Trend zur NFP.

35 Jahre Tradition

Seit 35 Jahren berät das "Institut für Ehe und Familie" Frauen zum
Thema NFP. Unter dem früheren Leiter des IEF, Helmuth Schattovits,
wurde der Fachbereich NFP ausgebaut und eine enge Kooperation mit
der deutschen "Malteser-Arbeitsgruppe für NFP" aufgenommen. Seit
1984 wird die Beratungsstelle am IEF auf der Grundlage des
Familienberatungsförderungsgesetzes staatlich gefördert. 1988 wurde
vom IEF erstmals ein Lehrgang für Fachberatung zur NFP durchgeführt.

Maßgeblich für die immer engere Kooperation mit der deutschen
"Malteser-Arbeitsgruppe für NFP" war deren wissenschaftliche
Grundlegung der NFP-Arbeit in den achtziger Jahren unter Beteiligung
mehrerer deutscher Universitäten. Seit dieser Zeit verfügt die
Arbeitsgruppe NFP über die weltweit größte Zyklusdatensammlung.
(Informationen: Internet: www.ief.at).

(ende)
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