FORMAT: Busek: "Molterer wurde das Landwirtschaftsressort von Barroso angeboten"

Die meisten Regierungen sind an Europa gar nicht mehr interessiert

Wien (OTS) - Hart ins Gericht geht der ehemalige ÖVP-Vizekanzler Erhard Busek mit der EU-Politik der österreichischen Bundesregierung. In einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin FORMAT (Freitag-Ausgabe) sagt Busek zum Gezerre um den EU-Kommissionsposten:
"Blöder kann man es nicht machen. Zuerst weiß man nicht, für welches Ressort man sich interessiert. Dann winkt die SPÖ ab, weil sie wegen der EU-feindlichen "Kronen Zeitung" nicht interessiert ist. Und schließlich muss Faymann trotzdem einen Erfolg landen, weshalb er den geeigneten ÖVP-Kandidaten verhindert. Das ist ein unwürdiges Schauspiel."

Und Busek ist sich sicher, dass Ex-Vizekanzler Wilhelm Molterer einen wichtigen Job in der EU-Kommission bekommen hätte: "Es ist eine Tatsache, dass der EU-Kommissionspräsident Wilhelm Molterer das Landwirtschaftsressort angeboten hat. Ich habe das nachrecherchiert, und es stimmt."

Auf die Frage, ob er den nun entstandten Wissenschaftsminister Johannes Hahn als Kommissar in Brüssel für geeignet hält, weicht Busek aus: "Das kommt aufs Ressort an. Dem Bildungsressort wäre er gewachsen, weil es kein Ressort ist." Außerdem zeigt sich Busek schwer enttäuscht vom Europa-Gedanken der meisten europäischen Regierungen: "Die meisten Regierungen sind an Europa gar nicht mehr interessiert, obwohl Europa mehr denn je gefordert wäre - in der Finanzpolitik, in der Klimapolitik, der Nachbarschaftspolitik, der wirtschaftlichen Entwicklung und bei allem, was da europaweit gerade an den Universitäten abbrennt. Da fehlt europäisches Handeln."

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