- 19.11.2009, 13:52:39
- /
- OTS0238 OTW0238
Kinder haben Rechte - und sollen darüber informiert und daran beteiligt sein
Innsbruck/Wien (OTS) - Am Freitag, 20.November 2009, feiert die
UN-Konvention über die Rechte des Kindes seinen 20. Geburtstag. In
Österreich hat die Bundesregierung einen Vorstoß unternommen, das
von vielen Kinderrechtsorganisationen geforderte "Kinderrechte
endlich in die Verfassung" zu verwirklichen. Die anfängliche Freude
über diesen Schritt ist bei vielen Kinderrechtsexperten und
Organisationen nun nach der Präsentation des gemeinsamen Entwurfes
von SPÖ/ÖVP in Enttäuschung und Kritik übergegangen: Warum nur eine
Auswahl an Kinderrechten und nicht die ganze Konvention? Warum dieses
schnelle Vorgehen ohne Beteiligung von Kinderrechtsorganisationen,
die als "Netzwerk Kinderrechte" gemeinsam in einer Pressekonferenz
(17.11.) ihre Kritik geäußert haben. SOS-Kinderdorf stellt sich
hinter die Forderungen des Netzwerks Kinderrechte und hofft im Sinne
der Kinder und Jugendlichen, dass hier noch nicht das letzte Wort
gesprochen und NGO-ExpertInnen angehört und deren Positionen und
Forderungen miteinbezogen werden
Kinderrechte müssen auch gelebt werden!
Neben diesen (oft sehr partei)politisch geführtem Diskurs
erfordert die Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderrechte noch eine
andere wichtige Betrachtungsweise - denn Kinderrechte zu leben ist
vor allem auch Haltung, eine höchst politische und auch ganz
persönliche. Das bedeutet für uns im SOS-Kinderdorf, immer an der
Seite des Kindes zu stehen: den Kindern und jungen Menschen Raum zu
geben, sich auszudrücken, sich ständig zu bemühen, ihre Perspektive
verstehen zu wollen, ihre Bedürfnisse ernst zu nehmen und sie zu
unterstützen, ihre Interessen und Anliegen zu vertreten. "Das heißt
neben der so wichtigen Lobbyingarbeit als Erwachsene über Kinder und
Kinderrechte zu reden und für sie eintreten vor allem mit den Kindern
darüber zu reden - sich auf sie einzulassen, ihnen achtsam zuzuhören
und auf Augenhöhe zu begegnen", betont Elisabeth Hauser, pädagogische
Leiterin von SOS-Kinderdorf in Österreich.
"Es ist uns Anliegen und Auftrag, Kinder über ihre Möglichkeiten
der Beteiligung an der eigenen Lebensgestaltung zu informieren.
Kinder und Jugendliche sollen über ihre Rechte Bescheid wissen. Und
das erfordert Kinder aktiv und altersgerecht zu beteiligen", sagt
Hauser. Einige konkrete Beispiele der jüngsten Zeit sind die im
internationalen SOS-Feriencamp entwickelte "Kinderrechtsrallye". "Mit
diesem Projekt eines Stationenspiels gehen wir jetzt in alle
Bundesländer und klären die Kinder in altersgerechter Form über ihre
Rechte auf und lassen sie an dem für sie so wichtigen Thema
teilhaben". Weiters hat SOS-Kinderdorf ein kostenloses
"Kinder-/Jugendrechtstelefon" eingeführt, wo Kinder anonym ihre
Fragen, Anliegen und/oder Probleme anbringen können. Und ein Beispiel
aus dem internationalen Bereich: Beim Projekt "Listening to Children"
wurden die Stimmen von 600 Kindern aus allen Teilen der Welt
eingefangen, in denen sie ihre Wünsche, Träume und Bedürfnisse
ausgedrückt haben".
Rückfragehinweis:
Viktor Trager, SOS-Kinderdorf/Presse
mobil: 0676/88144 201; viktor.trager@sos-kd.org
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | SOS