- 18.11.2009, 12:44:06
- /
- OTS0195 OTW0195
Deutsche Sprache - gemeinsame Sprache!?
Kommunikation bei den Star Alliance Partnern AUA, Lufthansa und SWISS.
Wien (TP/OTS) - "Der größte Unterschied zwischen Deutschen und
Österreichern ist die gemeinsame Sprache!" Was Karl Kraus vor fast
100 Jahren sagte, arbeitet Natascha Poppe in Ihrer Diplomarbeit
"Interkulturelle Kommunikation - Ein Leitfaden zur Überwindung von
Kommunikationsbarrieren" am Institut für Tourismus-Management auf.
Also alles beim Alten? Ja und Nein! Kulturelle Unterschiede
zwischen Österreichern, Deutschen und Schweizern bestehen, werden
aber durch "vermeintliche Nähe" oftmals negiert oder nicht als solche
erkannt und deshalb zur Gefahr für kooperierende Unternehmen. Wie
sich das in der wirtschaftlichen Praxis auswirkt, stellt Poppe am
Beispiel der Fluggesellschaften Deutsche Lufthansa AG, Austrian
Airlines AG und Swiss international Air Lines AG dar, die im Rahmen
des internationalen Luftverkehrsbündnisses Star Alliance kooperieren.
Gemeinsame Sprache keine Garantie
"Die gemeinsame Sprache ist keine Garantie dafür, dass die
Schweiz, Österreich, und Deutschland auch kulturell eine Einheit
bilden," so Poppe. Die Studie beweist sogar das Gegenteil: Kulturell
bedingte Unterschiede haben Auswirkungen darauf, wie sich Angehörige
unterschiedlicher Kulturen in der geschäftlichen Zusammenarbeit
gegenseitig einschätzen.
Sie entscheiden darüber, ob sie sich als kompetent oder nicht
kompetent, als vertrauenswürdig oder nicht vertrauenswürdig ansehen
und ob einer Person Führungsqualitäten zugeschrieben werden oder
nicht. Worin bestehen nun die wesentlichen Unterschiede in der
Kommunikation? Poppe stößt auf zwei wesentliche Aspekte.
Feedback und Kritik
Zum einen in der Art zu kommunizieren, d.h. in der Ausdrucksweise,
Fehlervermeidung und dem Umgang mit Feedback und Kritik. Beispiel
Diskussion: "Für deutsche Geschäftsleute ist es völlig in Ordnung
energisch zu diskutieren. Das hat keinerlei Auswirkungen auf die
Beziehung zum Geschäftspartner. Anders bei den Österreichern und
Schweizern: Da ist die Beziehungsebene wichtiger, darum wird auf der
Sachebene schneller ein Kompromiss eingegangen, um den
Geschäftspartner nicht zu verärgern."
Regeln und Vereinbarungen
Zum anderen werden Regeln und Vereinbarungen sehr unterschiedlich
gehandhabt. Poppe: "In Deutschland und der Schweiz ist eine Regel
Norm, die für alle gilt. In Österreich bestätigt die Ausnahme die
Regel bzw. bestimmt die Situation über eine eventuelle Anpassung
dieser."
Vermeintliche Nähe
Die Unterschiede stellen vordergründig noch keine
(Kommunikations-)Barrieren dar. Sie werden erst dann zum Problem,
wenn sich Kommunikationspartner ihrer Existenz nicht bewusst sind
bzw. die kulturelle Prägung dahinter nicht erkennen. Gerade im Fall
der drei untersuchten Kulturen ist die Gefahr von Missverständnissen
und Kommunikationsbarrieren deshalb so groß, da kulturelle
Unterschiede oft nicht als solche identifiziert werden.
Die vermeintliche Nähe führt dazu, dass Deutsche, Österreicher und
Schweizer fest davon überzeugt sind, sich gegenseitig gut zu kennen.
Aussagen wie "Die deutschen Freunde kennen wir doch alle", "Ich weiß
ganz genau wie der Schweizer tickt" oder "Typisch österreichisch"
machen dies deutlich. Das Problem liegt darin, dass die Vielzahl der
- meist sehr realitätsfremden - Bilder und Vorurteile, die Deutsche,
Österreicher und Schweizer voneinander haben, dazu führen, dass
beispielsweise unterschiedliche Verhaltensmuster nicht mehr sachlich
und neutral hinterfragt werden, sondern anhand bestehender Vorurteile
bewertet werden.
Bewusst auseinandersetzen
Kommunikationsbarrieren können durch die bewusste
Auseinandersetzung mit kultureller Unterschiedlichkeit und der
Entwicklung interkultureller Kompetenz überwunden oder verhindert
werden. Dies kann entweder mit Hilfe interkultureller Trainings oder
im direkten Kontakt mit der anderen Kultur, d.h. im Rahmen von
Personalaustausch erreicht werden.
"Frau Poppe hat sich hier einem Thema gewidmet, welches von großer
Relevanz für die Lufthansa ist", verdeutlicht Ulrich Wachter, Leiter
Kabinenbesatzungen der Deutschen Lufthansa. "Die extrem enge
Zusammenarbeit mit unseren Partnern und Tochtergesellschaften Swiss
International Airlines und Austrian Airlines erfordert die bewusste
Auseinandersetzung aller Beteiligten mit den kulturellen
Unterschieden, denn diese bestehen: Trotz der Sprachverwandtschaft,
trotz der geografischen Nähe! Die Diplomarbeit von Frau Poppe wird
für unsere weitere Arbeit auf diesem Gebiet sehr wertvoll sein."
FHWien-Studiengänge der Wirtschaftskammer Wien (WKW)
Die FHWien-Studiengänge der WKW zählen zu den größten Anbietern
von Fachhochschul-Studiengängen im Bereich Management & Kommunikation
in Österreich. Rund 2.400 Studierende erwerben derzeit ihren Magister
(FH), Bachelor (BA) oder Master (MA) an den FHWien-Studiengängen der
WKW. Rund die Hälfte davon studiert berufsbegleitend. Bereits an die
2.800 AbsolventInnen beweisen in der Wirtschaft die Qualität ihrer
Ausbildung.
Rückfragehinweis:
Mag. (FH) Petra Öhlböck
Institut für Tourismus Management
mailto:[email protected]
Tel.: +43 (0)664 80 47677 73
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | TMP






