- 13.11.2009, 12:35:43
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Junger Wirtschaftsverband Wien (SWV): KMU -Gipfel "Initiativen für Kleinstunternehmen"
Brauner: Gesellschaftspolitische Offenheit ist Grundpfeiler der Wirtschaftspolitik
Wien (OTS) - Der 18. KMU-Gipfel des Jungen Wirtschaftsverbandes
Wien stand ganz im Zeichen von "Initiativen von Kleinstunternehmen".
Im Mittelpunkt der Diskussion im Wiener Museumsquartier - mit
Vize-Bürgermeisterin Renate Brauner, SWV Präsident Fritz Strobl und
Gerhard Berger von der Wiener Gebietsbetreuung - stand die Frage
welche Initiativen die Politik, die Interessensvertretung und die
Selbstständigen für die Wiener Wirtschaft setzen können. Renate
Brauner: "Das Schönste an meinem Job als Politikerin ist es,
Initiativen zu setzen und gute Ideen sowie Individualität auch
unterstützen zu können. Dafür schaffen wir die richtigen
Rahmenbedingungen, dafür brauchen wir aber auch die Initiativen des
Einzelnen."
Konkret nannte die Wiener Finanz- und Wirtschaftsstadträtin als
Beispiele das Frauenservice des Wiener Wirtschaftsförderungsfonds
(WWFF), das vor 10 Jahren gegründet wurde, und den vor wenigen Tagen
eröffneten neuen Mingo Standort "mingo goes creative" im 15. Wiener
Gemeindebezirk. "Die Idee zu einem neuen Mingo für die
Kreativwirtschaft ist nach einer Anfrage bei einem KMU-Gipfel in
Wien-Margareten entstanden. Jetzt ist sie umgesetzt und bietet 50
Loft-Arbeitsplätze für Kreative", berichtet Brauner. Die Finanz- und
Wirtschaftsstadträtin betonte, dass Politik eine grundsätzliche
Aufgabe habe: "Freiräume zu schaffen. Und dafür zu sorgen, dass Wien
eine weltoffene, internationale Stadt ist, wo Ideen sprießen können",
so Brauner und weiter "gesellschaftspolitische Offenheit ist auch
wirtschaftspolitisch wichtig. Wir werden uns nur mit Kreativität und
Innovationskraft im internationalen Wettbewerb durchsetzen können.
Dazu gehört Vielfalt sowie Offenheit im Kopf und in den Herzen."
Wien setzt auf Wissenschaft und Forschung
Die Stadt investiere heuer 18 Millionen Euro in das
Biotechnologie-Cluster in der Bohrgasse für die "Vision 2020" und
weitere 10 Millionen in ein gemeinsames Projekt des
Biotechnologie-Clusters gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur
in der Muthgasse. "Wir zeigen trotz Wirtschaftskrise, dass uns
Forschung und Entwicklung wichtig sind. Damit setzen wir auch einen
starken Akzent für Kleinstbetriebe. Mir ist es ein persönliches
Anliegen, dass auch KMU und Einpersonenunternehmen forschen und
entwickeln können und so eine win-win-Situation für alle entsteht.
Denn mein Ziel ist es, Wien 2015 zur Forschungshauptstadt von
Zentral und Osteuropa zu machen!"
Service auf Rädern für Wiener Unternehmen
Wie Initiativen in der Interessensvertretung aussehen können,
schilderte Fritz Strobl: "Brauchen Selbstständige derzeit schnell
mal Informationen rund um ihren Betrieb, so müssen sie in die
Wirtschaftskammer Wien "pilgern": Termine vereinbaren, warten,
wiederkommen. Das kann dauern. Einpersonenunternehmen oder
UnternehmerInnen, deren Anwesenheit im Betrieb dringend erforderlich
ist, haben damit ein Problem. Ihren Betrieb für ein paar Stunden
zuzusperren, bedeutet in dieser Zeit kein Geld zu verdienen. Und
keine Zeit für Beratung und Informationen zu haben, hat einen
massiven Wettbewerbsnachteil zur Folge." Daher initiierte der SWV
eine besondere Aktion: Das Service auf Rädern für Wiener Unternehmen.
"Dafür wurde eine mobile Einsatztruppe zusammengestellt, die seit
einigen Wochen in "gebrandeten" Smarts in ganz Wien unterwegs ist und
die Selbstständigen vor Ort informiert", berichtet Strobl. Aus dieser
Initiative habe sich dann sogleich die nächste Aktion des SWV
entwickelt, da bei den meisten besuchten Betrieben die
"Kredit-Klemme" Thema Nummer 1 sei.
Die aktuelle Wirtschaftslage ist eine Herausforderung für jeden
Betrieb. Die Hausbank wird mehr und mehr zu einem der wichtigsten
Verbündeten der Wirtschaftstreibenden. Doch wird es für die
Selbstständigen immer schwieriger zu Finanzierungen zu kommen. Trotz
aller Bemühungen von Bund und Ländern sind viele Betriebe aufgrund
der brisanten Wirtschaftslage massiv verunsichert. Strobl: "Der Staat
hat für Banken sowie Großbetriebe und Industrie 110 Mrd. Euro
lockergemacht. Kleine Unternehmen mit bis zu zehn MitarbeiterInnen,
die immerhin 82 Prozent aller Betriebe ausmachen, werden hingegen im
Stich gelassen - von den Kreditinstituten und von der Politik." In
einer Petition an Finanzminister Josef Pröll fordert der SWV Wien
eine "KMU-Milliarde". Selbstständige haben, so Strobl, die
Möglichkeit auf der Website www-recht-auf-geld.at diese Forderung zu
unterstützen.
Mietzinsobergrenzen für Geschäftslokale gefordert
"Die Stadt hat in den letzten 35 Jahren einen starken Akzent zur
Sanierung des Althausbestandes gesetzt", berichtete Gerhard Berger
von der Gebietsbetreuung in Wien. Man habe erkannt, wie wichtig die
Wertschätzung von Gründerzeithäusern für das Stadtbild und die
Wirtschaft sei und diese durch Förderungen unterstützt. Auf die Frage
von DiskussionsteilnehmerInnen, war es nach wie vor leerstehende
Geschäftslokale in Wiener Straßen gäbe, erläuterte Berger, dass das
Mietrecht Bundessache sei und die Stadt hier kein Eingriffsrecht
habe. "Wir fordern schon sei langem, dass es Mietzinsobergrenzen
geben soll, leider liegt es nicht in unserer Hand. Trotzdem werden
wir weiterhin alles tun, um die Selbstständigen in Wien zu
unterstützen", so Brauner abschließend.
Rückfragehinweis:
Mag. Marion Enzi Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Sozialdemokratischer Wirtschaftsverband Mariahilfer Straße 32/1, 1070 Wien Tel.:+43(1)5224766-12, Fax:+43(1)5224766-80 Mobil:+43(0)664-830 43 37 [email protected] www.wirtschaftsverband-wien.at
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