- 09.11.2009, 10:33:16
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Nicht nur zu Martini und Weihnachten: Gänse leiden das ganze Jahr!
Wien (OTS) - Kommenden 11. November wird wieder das Fest des
"Heiligen Martin" gefeiert. U.a. wegen dieses "Heiligen" landen ca. 2
Millionen Gänse jedes Jahr auf den Tellern der österreichischen und
deutschen "Feinschmecker". Wenige Menschen wollen aber wissen,
welches Schicksal die Gänse bis zu diesem Zeitpunkt erleiden mußten.
Denn das Leben einer Mastgans ist alles andere als romantisch: Die
meiste Zeit ihres gerade mal 84 Tage dauernden "Lebens" verbringen
sie bei Kunstlicht in viel zu engen Drahtkäfigen oder dicht gedrängt
am verschmutzten Boden und werden gemästet, um möglichst schnell
Gewicht zuzulegen. Ungarn, Polen und Frankreich sind die
Hauptlieferanten für diese zweifelhafte "Delikatesse", weil die
heimische Produktion die Nachfrage gar nicht decken kann. Nicht
einmal 20 % davon stammen noch aus österreichischen Betrieben.
Besonders die hierzulande sehr begehrten "Martinigansln" bestehen
somit meist aus dem Fleisch der vormals massiv gequälten Tiere in den
ungarischen Stopfleberfabriken. Denn das Fleisch in
unseren Supermärkten kann wegen Fehlens von entsprechenden
Herkunftsnachweisen nicht mehr als solches identifiziert werden.
Aber auch das Lebendrupfen der Gänse wird in diesen Ländern noch
immer praktiziert. Bis zu vier Mal im Jahr werden den Tieren bei
lebendigem Leib und unter starken körperlichen und seelischen Qualen
die Federn ausgerissen. Oft werden die Tiere dabei noch zusätzlich
verletzt. Den Arbeitern sind die Tiere völlig egal, es geht um das
schnelle Geld und das wird im Akkord pro gerupfter Gans bezahlt.
Leider gibt es auch kein verläßliches Gütesiegel, das darüber
Auskunft gibt, ob es sich um einen grausamen Lebendrupf oder
einen Tod-Rupf, bei dem die Tiere dann zumindest keine Schmerzen
erleiden müssen, handelt.
Warum müssen Millionen Gänse noch immer für den "Hl. Martin" büssen?
Die Tradition geht zurück auf den "heiligen Martin", Schutzpatron
Frankreichs und Patron der Gänsezucht, der im 4. Jh.n.Chr. einem
Bettler am Stadttor von Amiens seinen halben Mantel geschenkt haben
soll. Warum aber werden die Tiere am Feiertag zu Ehren dieses Mannes
in den Ofen geschoben? Der Volksmund bringt es in einem Satz auf den
Punkt: "Die Gänse Sankt Martin haben verraten, drum tut man sie
jetzt braten." Nach der Legende wollte Martin keinesfalls Bischof
von Tours werden, sondern lieber ein bescheidener Mönch bleiben und
versteckte sich daher in einem Gänsestall. Doch die Gänse machten
den üblichen Lärm und haben Martin so verraten...
Der "hl. Martin" von Tours war dann allerdings als Bischof
keineswegs mehr so "bescheiden", wie das die Legende behauptet, hat
er doch dann bis zu 20.000 Sklaven gehalten! Berühmt wurde er durch
eine Reihe von mehr als zweifelhaften "Wundern" (siehe
"Kriminalgeschichte des Christentums" von Karl Heinz Deschner). Zudem
war er einer der erbittertsten Heidenbekämpfer
im frühen Christentum und zerstörte antike Tempel, stürzte
Druidensteine und "zertrat mit den Füßen die Altäre und die
Götterbilder" (Sulpicius Severus).
Dazu Dr. Franz-Joseph Plank von ANIMAL SPIRIT: "Die Produktion von
Stopflebern und das Lebendrupfen sind zwar in Österreich verboten, es
werden aber - wie auch andere Tierqual-Produkte, z.B. Pelze - jede
Menge davon nach Österreich importiert. ANIMAL SPIRIT plädiert daher
erneut für ein Importverbot für Stopflebern, lebend gerupften Daunen
sowie von Enten und Gänsen, deren Haltungsbedingungen nicht dem
österreichischen Tierschutzgesetz (Verbot von Käfigen, Haltung auf
Stroh mit Auslauf ins
Freie) entsprechen. Unser Appell an die KonsumentInnen: Verzichten
Sie zumindest auf nicht biologisches und nicht deklariertes
Gänsefleisch aus dem Ausland und in Gaststätten!"
Rückfragehinweis:
Dr. Franz-Joseph Plank
Tel:(+43) 0676/7082434
ANIMAL SPIRIT, A-3053 Laaben
mailto:[email protected]
www.animal-spirit.at
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