Faymann: "Frauenorganisation wichtiger Bestandteil der Sozialdemokratie"

Heinisch-Hosek: "Nützen wir das Mondfenster - fangen wir mit der Transparenz bei den Einkommen von Männern und Frauen an"

Wien (OTS/SK) - =

"Über Generationen hinweg hat die
Frauenorganisation dafür gesorgt, dass die SPÖ niemals vergisst, dass sie eine Partei ist, die für Gleichheit und gleiche Chancen eintritt und dass Mehrheiten in der Bevölkerung, wie Frauen oder ArbeitnehmerInnen, oft nicht immer chancengerecht behandelt werden", betonte Bundeskanzler Werner Faymann anlässlich des Jubiläums "100 Jahre SPÖ-Frauenorganisation" in seiner Rede am Donnerstagabend und unterstrich weiters: "Die Frauenorganisation ist ein ganz wichtiger Bestandteil sowohl für ein gerechtes und soziales Österreich als auch für die Sozialdemokratie im Allgemeinen." "Wir Frauen wollen als Individuum wahrgenommen werden, Arbeit und Familie vereinen, den gleichen Lohn für die gleiche Arbeit erhalten und als gleichwertiges Mitglied dieser Gesellschaft anerkannt werden", betonte Frauenministerin und Vorsitzende der SPÖ-Frauen Gabriele Heinisch-Hosek. An der gelungenen Veranstaltung nahmen hunderte Gäste teil, unter anderen Nationalratspräsidentin Barbara Prammer, Gesundheitsminister Alois Stöger, Frauenvorsitzende und Frauenministerin a.D. Johanna Dohnal sowie die beiden SPÖ-Bundesgeschäftsführer Laura Rudas und Günther Kräuter. ****

"Dass in unserer Welt Mehrheiten und in vielen Bereichen Minderheiten nicht zu ihrem Recht kommen, dafür hat die Sozialdemokratie kein Verständnis, weil sie sich, international und national, für soziale Gerechtigkeit, einsetzt", verdeutlichte Werner Faymann, der in diesem Zusammenhang hervorhob: "Es sind im besonderen Frauenfunktionärinnen und Sozialdemokratinnen, die auf das Unrecht aufmerksam machen und sich für ein Stück mehr Gerechtigkeit politisch organisieren."

Soziale Netze ausbauen

Im Bereich der Pflege und Gesundheit gebe es, laut Faymann, außerhalb der Städte oft keine Einrichtungen der stationären Pflege. Deshalb würden viele Frauen diese Aufgaben übernehmen, anstatt ihre Chancen im Berufsleben zu nutzen. Auch bei den Kinderbetreuungsplätzen, den ganztägigen Schulformen, den Einkommensunterschieden zwischen Männern und Frauen bestehe Aufholbedarf. "In den wirtschaftlich schwierigen Zeiten haben wir besondere Aufgaben wahrzunehmen. Leider gewinnen wieder Rezepte von konservativen Ideologen aus der Vergangenheit an Aktualität, wie jenes, Frauen aus dem Arbeitsmarkt zu drängen, so der Bundeskanzler. "Plötzlich ist wieder die Rede von Frauen und ihren Chancen zu Hause."

Heinisch-Hosek: "Nützen wir das Mondfenster - fangen wir mit der Transparenz bei den Einkommen von Männern und Frauen an"

Während des Zukunftstalks mit Frauenministerin Heinisch-Hosek und Frauenstadträtin Sandra Frauenberger, welcher von SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Mautz moderiert wurde, erklärte Heinisch-Hosek: "Es ist eine wirtschaftliche Notwendigkeit, die Gleichstellung von Frauen am Arbeitsmarkt voranzutreiben. Denn nur so werden wir den Weg aus der Krise schaffen". In wirtschaftlich schlechten Zeiten müsse man dafür Sorge tragen, dass es allen Menschen gut gehe, besonders den Frauen, denn diese würden als erste aus dem Arbeitsmarkt heraus fallen. Es sei auch von zentraler Bedeutung, mehr Frauen in Führungspositionen zu bringen. Es sei nachgewiesen, dass gemischte Führungsteams bessere Ergebnisse erzielen würden. Die Frauenvorsitzende machte deutlich, dass es endlich gelingen müsse, dass Frauen für die gleiche Arbeit auch das Gleiche bezahlt bekämen. "Nützen wir das Mondfenster. Denn momentan spricht die ÖVP gerne von Transparenz. Fangen wir doch zuerst mit der Transparenz bei den Einkommen von Männern und Frauen an", so Heinisch-Hosek.

"In den Jahren 2000-2006 war die Zeit des Rückschritts, denn Frauenpolitik war nur eine Fußnote der Familienpolitik", stellte Heinisch-Hosek klar. "Trotzdem haben wir aufgeholt. Das Kindergeld NEU ist ein Beispiel dafür. Vor allem für Frauen, die schnell wieder in den Beruf einsteigen wollen, ist das interessant. Aber wir wollen mit dem neuen Modell auch mehr Väter in die Karenz locken". Was die Umsetzung der 40-Prozent-Quote innerhalb der Partei anlange, sagte die Frauenvorsitzende: "Es ist nicht einzusehen, dass man das Potential der Frauen in der Partei brachliegen lässt" und forderte Sanktionen im Falle der Nicht-Einhaltung. Sie kündigte an, für den Parteitag 2010 einen entsprechenden Antrag formulieren zu wollen und zeigte sich zuversichtlich, mit Werner Faymann einen starken Partner an ihrer Seite zu haben. Des Weiteren müsse man sich künftig um Nachwuchskräfte bei den SPÖ-Frauen bemühen. "Ich werde mich um die Personalentwicklung bei den SPÖ-Frauen verstärkt kümmern. Wenn ich einmal abtrete, dann möchte ich sofort 10 Frauen nennen, die den Job übernehmen können", so Heinisch-Hosek. Auch die Nutzung der neuen Medien, "um unsere Botschaften und Werte noch besser zu transportieren", sei wichtig, um junge Menschen anzusprechen.

Auftragsvergabe in Wien an betriebliche Frauenförderung gekoppelt

"Alles im Bereich der Frauenförderung und der Schaffung von Frauenarbeitsplätzen ist wichtiger denn je, in Zeiten der Wirtschaftskrise", betonte SPÖ-Frauenstadträtin Sandra Frauenberger. "Die Auftragsvergabe in Wien wird deshalb in Zukunft an betriebliche Frauenförderungen geknüpft werden."

"Damit Frauen in Wien sicher, selbst bestimmend und unabhängig leben können, ist der Kampf gegen Gewalt für mich, außerhalb der Arbeitswelt, eine große Herausforderung", betonte Frauenberger abschließend. (Schluss) ab

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