Wiesenthal Institut: Vorstandsvorsitzender Anton Pelinka sieht keine Zukunft mehr

Wien (OTS) - Entscheidende Wendung beim Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI): Vorstandsvorsitzender Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka sieht keine Zukunft für das VWI mehr und legt mit 30. November 2009 sein Amt endgültig nieder.

Am 20. Juli 2009 war der gesamte VWI-Vorstand aus Protest zurückgetreten. Grund dafür waren unüberbrückbare Differenzen mit der Israelitischen Kultusgemeinde Wien (IKG) hinsichtlich der Übergabe, Zugänglichkeit und Nutzung ihres Archivs und der Unabhängigkeit des VWI. Die Hoffnung, dass der in monatelangen Bemühungen ausverhandelte Vertrag in der Praxis weniger forschungsfeindlich ausgelegt werden wird, als er formuliert ist, war auf das Vertrauen in den guten Willen beider Seiten gegründet. Dieses Vertrauen hat in der heutigen VWI-Generalversammlung seine letzte Grundlage verloren.

Dabei fand Anton Pelinka für seinen Vorschlag eines neuen VWI-Vorstands, der auch in Zukunft die Unabhängigkeit des VWI garantieren sollte, keine Mehrheit. Pelinka: "Ich bin überzeugt, dass für ein Forschungsinstitut in der geplanten Größenordnung eine an internationalen Standards orientierte, breite, inter- und transdisziplinäre Basis unabdingbar ist. Dies sollte der von mir vorgeschlagene Vorstand leisten. Das von Bund und Stadt geförderte VWI-Konzept halte ich in der gegebenen Situation nicht für realisierbar."

Ebenso verlassen das VWI Dr. habil. Lutz Musner (stv. Direktor des IFK Internationales Forschungszentrum Kulturwissenschaften) sowie der bisherige IKG-Vertreter im VWI und stv. VWI-Vorstandsvorsitzende HR Dr. Avshalom Hodik, jahrzehntelang Generalsekretär der IKG und einer der geistigen Väter des VWI. Auch Rosa-Maria Austraat, administrative Leiterin des Simon Wiesenthal Archivs und langjährige Mitarbeiterin Simon Wiesenthals, der sie persönlich als seine Vertreterin im VWI bestimmt hatte, wird dem VWI-Vorstand nicht mehr angehören.

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Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)
Univ.-Prof. Dr. Anton Pelinka
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