"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Konzept Aussitzen"

Die Regierung tut alles dazu, das Chaos an den Unis zu verlängern.

Wien (OTS) - Die Szene hatte hohen Symbolwert. Draußen vor der Tür versuchten die Studenten, ein neues Lebenszeichen des Protests gegen die unzumutbaren Studienbedingungen zu geben. Drinnen im Hohen Haus absolvierte der zuständige Wissenschaftsminister Johannes Hahn zeitgleich ein Hearing als künftiger EU-Kommissar. Der Wissenschaftsminister ist mit einem Fuß schon in Brüssel. Zeit für die Anliegen der Studenten hat er erst in knapp drei Wochen. Für den 25. November lädt der Uni-Ressortchef drei Audimax-Besetzer zu einem mit 50 Teilnehmern besetzten Gipfelgespräch zur Studienmisere. Den aufständischen Studenten wird vorgeworfen, sie seien kein greifbarer Verhandlungspartner, weil sie basisdemokratisch mit vielen Stimmen sprechen.
Die Regierung macht Ihnen da täglich mehr Konkurrenz. Zuerst erklärt der Kanzler die Unis zur Chefsache, stärkt den Audimax-Besetzer den Rücken,legt ob des öffentlichen Echos den Rückwärtsgang ein und übergibt das Steuer schlussendlich wieder demonstrativ an den Wissenschaftsminister.Schließlich sei der für das Chaos an den Unis zuständig. Der setzt mit dem schlichten Konzept Aussitzen offenbar auf Ermüdung der Protestbewegung.
Auf welcher Seite sitzen hier eigentlich die Chaoten?

Rückfragen & Kontakt:

KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
innenpolitik@kurier.at
www.kurier.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PKU0001