• 05.11.2009, 12:32:50
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Die Landmedizin darf nicht aussterben

Vor allem die ältere Bevölkerung leidet unter der derzeitigen Gesetzgebung

Wien (OTS) - Mit großer Freude reagierte der Niederösterreichische
Ärztekammerpräsident Dr. Christoph Reisner auf das rege
Medieninteresse anlässlich der Pressekonferenz und der
Hausapothekenkundgebung am gestrigen Mittwoch: "Das zeigt ganz
deutlich, dass wir mit diesem Thema einerseits die Anliegen der
betroffenen Menschen ganz genau treffen und dass es andererseits
offenbar nur durch etwas ausgefallenere Aktionen gelingt, auch das
entsprechende Interesse am Thema zu erzeugen."

Die NÖ Ärztekammer versucht seit Jahren die Problematik
aufzuzeigen, wonach alleine in Niederösterreich in den kommenden
Jahren etwa 100 Hausapotheken geschlossen werden müssen, und mit
vielen von ihnen die wohnortnahe, volkswirtschaftlich günstigere und
dringend benötigte ärztliche Grundversorgung ausstirbt. "Das wird
etwa 200.000 Menschen in Niederösterreich ganz hart treffen, wenn
keine Gesetzesänderung herbeigeführt werden kann."

Die Seniorenvertreter erkennen den Ernst der Lage

Die Kritik richtet sich vor allem gegen einen Teil im
Apothekengesetz, wonach bei Neueröffnung einer öffentlichen Apotheke
alle ärztlichen Hausapotheken im Umkreis von vier Kilometern
schließen müssen. Alle Hausapotheken im Umkreis von sechs Kilometern
dürfen bei einer Ordinationsübergabe vom Nachfolger nicht mehr weiter
betrieben werden. " Und das trifft vor allem entlegene Landgebiete
mit vorwiegend älterer Bevölkerung", so der Ärztekammerpräsident
weiter. Daher muss diese Schutzzone für öffentliche Apotheken fallen.

"Das haben die politischen Vertreter unserer Seniorinnen und
Senioren erkannt", freut sich Präsident Dr. Reisner. Ingrid Korosec,
die Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes, zeigte sich bei der
Pressekonferenz davon überzeugt, dass Änderungen in der Gesetzgebung
notwendig sind: "Die starren Kilometerregelungen sind nicht das, was
im heutigen Leben gebraucht wird." Der Pensionistenverband
Österreichs, repräsentiert durch Präsident Karl Blecha, sprach per
Videobotschaft zu den Journalisten: "Das Apothekengesetz sieht kein
Eingehen auf örtliche Gegebenheiten vor. Die starre Regelung nimmt in
keiner Weise bedacht auf die Bedürfnisse der Menschen."

Eine öffentlichkeitswirksame Aktion war dringend notwendig

Symbolisch für die Schließung von Ärztlichen Hausapotheken in
Niederösterreich wurde in Paudorf bei Krems gestern Nachmittag die
Medikamentenversorgung zu Grabe getragen. Dort spielt sich vor Ort
gerade eine "Hausapothekenschließungsgroteske" ab. "Wir haben diesen
Weg gewählt, da unsere bisherigen Bemühungen immer auf taube Ohren
gestoßen sind. Wir haben im Vorfeld auch mehrfach alle Landes- und
Bundesabgeordneten aus Niederösterreich schriftlich auf diese
Problematik aufmerksam gemacht. Da bis dato wenig Bewegung in die
Diskussion gekommen ist, war eine Aktion dieser Art dringend
notwendig", so Präsident Dr. Reisner.

Solidarisch zeigte sich auch der Bundesobmann-Stellvertreter des
Österreichischen Seniorenbundes, Dr. Klaus Hecke, selbst Bewohner
einer Landregion in Niederösterreich, der sich auf dem Podium zu Wort
meldete. Wie auch bei früheren Aktionen hat sich die betroffene
Paudorfer Bevölkerung rege an der Kundgebung beteiligt. "Wir sind
jedenfalls zuversichtlich, dass nun Bewegung in die Angelegenheit
kommt. In Kürze wird sich der Seniorenrat, also die Dachorganisation
aller Senioren- und Pensionistenverbände, als gesetzlich anerkannte
Interessenvertretung mit dieser wichtigen Problematik
auseinandersetzen", so Präsident Dr. Reisner abschließend.

Rückfragehinweis:
Ärztekammer Niederösterreich - Pressestelle, Michael Dihlmann
Tel. 0664/1449294, [email protected], www.arztnoe.at

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