- 04.11.2009, 16:05:15
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"KURIER"-Kommentar von Nicholas Bukovec: "Kreuz mit dem Kreuz"
Kirche und Staat gehören getrennt, Religion und Politik aber nicht.
Wien (OTS) - Die Begründung der europäischen Richter in Straßburg
macht Sinn: Ein Staat, der religiös neutral sein will, sollte nicht
die Symbole einer Glaubensgemeinschaft (in dem Fall der christlichen)
in seinen Klassenzimmern anbringen. Ganz verständlich ist da auch die
Aufregung in kirchlichen Kreisen nicht.
Eine Gesellschaft ist nicht christlicher, nur weil irgendwo an Wänden
Kreuze hängen.
Was aber nicht sein darf, ist, dass die Religion, auch die
christliche, völlig aus dem öffentlichen Raum gedrängt wird. Genau
das wollen ja viele derjenigen, die seit Jahren auch hierzulande
gegen die Kreuze in den Klassenzimmern zu Felde ziehen.
Man merkt das zum Beispiel beim Thema Abtreibung: Kaum macht sich
ein Kirchenvertreter für den "Schutz von Leben" stark, wird ihm
gleich der Mund verboten mit dem Argument, die Religion dürfe sich
nicht in die Politik einmischen. Das ist diskriminierend. Denn auch
wer sich ohne einen Gott seine Werte bildet, ist letztlich ein
Glaubender.
Die Richter in Straßburg haben in ihrem Kreuz-Urteil argumentiert,
dass die Freiheit, keiner Religion anzugehören, Schutz brauche.
Stimmt. Umgekehrt muss das aber genauso gelten.
Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
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